Ronnie Atkins: Trinity
Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 13. 10. 2023
Produktion: Jacob Hansen
Albumlänge: 53.57 min
Genre: Hard Rock/Melodic Rock
Bewertung: 8.5/10
Ronnie Atkins, der gefeierte dänische Rock- und Heavy-Metal-Sänger und ultimative Frontmann der legendären Hard- und Heavy-Rocker Pretty Maids, ist Mitte Oktober dieses Jahres mit seinem dritten eigenständigen Studioalbum »Trinity« zurückgekehrt.
Es ist kein Geheimnis mehr, dass Atkins seit 2019 gegen Lungenkrebs kämpft. Nachdem er im selben Jahr die erste Chemotherapie überstanden und sich 2020 etwas erholt hatte, stürzte er sich in seine Solokarriere. In dieser Zeit, bis Herbst 2023, veröffentlichte er das Album »One Shot« (RockLine Rezension), dem 2022 das zweite Studioalbum »Make It Count« folgte (RockLine Rezension), und im November 2022 dann noch die EP „Symphomaniac“, auf der die Songs des Albums „Make It Count“ in orchestralem Gewand neu arrangiert sind.
Im Laufe dieses Jahres hat sich Ronnies Zustand so weit verbessert, dass er nicht nur Material für das neue Album »Trinity« aufgenommen und komponiert hat, sondern sogar einige Auftritte absolviert hat. Und mehr noch! Am 25. 10. 2023 verkündeten Pretty Maids, dass sie im Sommer 2024 auf die Bühne zurückkehren werden, und bestätigten erste Shows. Offensichtlich ist mit dem Sänger wieder alles in Ordnung. Eine Reihe großartiger Neuigkeiten also.
Werfen wir also einen Blick auf den Inhalt des Albums »Trinity«. Für das neue Album hat Ronnie die bewährte Kombination beibehalten, mit der er bereits seine hervorragenden vorangegangenen eigenständigen Studioalben aufgenommen und veröffentlicht hat. Entscheidend dabei ist das Duo aus dem exzellenten Multi-Instrumentalisten, Komponisten und Produzenten Chris Laney sowie dem erfahrenen dänischen Toningenieur Jacob Hansen. Das genannte Duo war erneut für Arrangement und Produktion des Materials auf dem neuen Atkins-Album verantwortlich.
»Trinity« enthält knapp 54 Minuten Musik. Wieder ist es von Kopf bis Fuß durchdrungen von hymnischen Melodien und überansteckender musikalischer Rhetorik, die beim ersten Hören sofort ins Ohr geht. Sofort. Pomp und Bombast sind wieder im Überfluss vorhanden, und die Refrainmelodien sind die Kulmination einer raffinierten, schrittweisen Aufladung der Stimmung – von der Strophe über den Pre-Chorus bis hin zum typischerweise explosiven Refrain-Crescendo. Das ist schon beim Eröffnungs-Katalysator, dem Titeltrack des Albums, sofort spürbar, während Paper Tiger (etwas später auf dem Album) ein brillant gemeißelter Arena-Marsch ist! Dann gibt es das außergewöhnliche Shine ungefähr in der Mitte des Albums, mit einem der ‚giftigst‘ invasiven Refrains des Albums – dem der in der exzellenten Halbballade Sister Sinister in nichts nachsteht, usw. … Es muss gar nicht erst erwähnt werden, dass Atkins in Laney einen äußerst wichtigen Verbündeten gefunden hat, mit einem feinen Gespür dafür, Kompositionen so zu bauen, dass Kompaktheit und zündende Musikalität optimal ausgereizt werden. Ja. Man spürt, dass die Jungs die Achtziger im Blut haben, und der Einfluss von AOR auf das Songwriting selbst und die finale Gestalt der Songs ist auch diesmal deutlich. Am nächsten an der Rhetorik der alten AOR/Arena-Rock-Schule klingt auf dem Album der positive und beschwingte Rocker If You Can Dream it (You Can Do It).
»Trinity« ist daher mindestens ebenbürtig mit beiden Vorgängern – oder übertrifft sie sogar in Raffinesse und Detailreichtum. Aber mindestens ebenbürtig. Und was wir von Atkins und seinem Team erwartet haben, haben wir auch bekommen. In aller Pracht! Und natürlich: Die musikalische Philosophie des neuen Atkins-Albums ist klar verwandt mit dem Werk und Wirken von Pretty Maids. Insbesondere der letzten zwei Dekaden, also der jüngsten Studioalben.
Von Kopf bis Fuß strotzt das neue Atkins-Album vor Vollkommenheit und erreicht (wie die Vorgänger) eine erstklassige Kombination aus musikalischer Ansteckungskraft und hardrockigem Punch und Drive – und hält so das hohe Niveau dieses Expressionismus aufrecht, das Atkins mit seinen beiden vorangehenden Werken etabliert hat. Die Highlights sucht ihr euch selbst raus, aber »Trinity« bietet die geforderte Abwechslung und natürlich das Allerwichtigste. Neben den überragenden Beiträgen des gesamten Atkins-Begleitteams im Studio: der unverwechselbare vokale Stempel von einem und nur einem. Ronnie Atkins! »Trinity« ist also ein weiteres triumphales Werk des legendären Sängers.
Autor: Aleš Podbrežnik
Tracklist:
1. Trinity
2. Ode to a Madman
3. Paper Tiger
4. Soul Divine
5. Via Dolorosa
6. Godless
7. Shine
8. If You Can Dream It
9. Sister Sinister
10. Raining Fire
11. The Unwanted
12. What If
Besetzung:
Ronnie Atkins- Gesang, Hintergrundgesang
Chris Laney- Gitarre, Keyboards
Pontus Egberg- Bassgitarre
Allan Sörensen- Schlagzeug
Marcus Sunesson – Gitarre
Linnéa Vikström Egg – Hintergrundgesang
