Volbeat – God of Angels Trust

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Veröffentlicht: 6. 6. 2025 bei Vertigo / Republic / Universal
Produktion: Jacob Hansen, Michael Poulsen
Länge: 44:10
Genre: Rockabilly Metal


„Fuck Yeah!“

Vermisst irgendjemand bei Volbeat Rob Caggiano? Offenbar viele, aber ich nicht. Die Alben mit ihm an der Gitarre und am Produzentenpult haben mich irgendwie nicht gepackt. Zu poliert, zu gefällig, zu kommerziell. Den Löwenanteil der Schuld trägt natürlich Chef Michael Poulsen, Autor, Gitarrist und Sänger, der sich mit diesem ohrfreundlichen Ansatz wohl eine komfortable Rente sichern wollte. Das ist ihm zweifellos gelungen – Volbeat sind mit einer Reihe von vier kommerziell erfolgreichen Alben zur Konzertattrak­tion für die breite Masse geworden.

Michael hat eine (bereits dritte!) Stimmbänder-OP überstanden, und Rob ist, freiwillig oder nicht, neuen Abenteuern entgegengezogen. Michael hat sich in der Halbzeit mit dem Death-Metal-Projekt Asinhell vergnügt, wo er nur Gitarre spielte und seine Stimmbänder schonte. Robs Stelle übernahm zunächst nur für Live-Auftritte Flemming C. Lund, Gitarrist der Death/Thrash-Band The Arcane Order. Diesmal half er auch im Studio aus – und bei Asinhell gleich dazu. Ein echter Allrounder. Flemming C. ist vom Spielstil her dem Original-Gitarristen von Volbeat, Franz „Hellboss“, sehr ähnlich. Und hier kann ich die Geschichte über Rob Caggiano weiterführen: Ein technisch überlegener Gitarrist bedeutet offensichtlich nicht immer einen Gewinn für eine bestimmte Band. Ein solches Beispiel gibt’s in der Nachbarschaft bei den fröhlichen Punk-Volksmusikern, ein noch deutlicheres bei einer gemischten Gesellschaft aus Los Angeles.

Michael hat nach eigenen Worten beim neuen, bereits neunten Album einen kreativen Ansatz gewählt, als würde er die erste Volbeat-Platte schreiben. Und hier kam Flemming C. mit seinem druckvollen, bodenständigen Stil wie gerufen – er bringt God of Angels Trust dem Klang und der Struktur der ersten beiden Alben wirklich nahe. Das neue Ding klingt tatsächlich wie eine Mischung aus dem zweiten (Rock The Rebel / Metal the Devil, 2007) und dem vierten Album (Beyond Hell / Above Heaven, 2010). Fantastisch! Ein unaufmerksamer Hörer findet vielleicht keinen wesentlichen Unterschied zu den letzten drei-vier Alben, aber der Punkt ist, dass sich das Verhältnis Kommerz:Metal von 80:20 auf 20:80 gedreht hat. Natürlich hat Michael die Rentenaussichten nicht völlig vergessen – Acid Rain, Time Will Heal und Lonely Fields werden für eine sorgenfreie Altersvorsorge sorgen.

Aber, geschätzte Leserinnen und Leser: Wenn die morbiden Metal/Surf/Rockabilly-Riffs losfeuern, die aufgedrehten, doppelten Bassdrum-Thrash/Power-Metal-Rhythmen einsetzen und Michaels höllischer Gesang loslegt, dann geht die Party ab! Die erste Single By a Monster’s Hand mit dem dazugehörigen Video stellt die Dinge sofort und unmittelbar klar. Möge mir Glenn nicht böse sein, aber der echte Evil Elvis ist Michael Poulsen, was er auf dieser Platte mit Verve unter Beweis stellt. Alle Kompositionen außer dem erwähnten kommerziellen Dreierpack beißen, mahlen und stampfen wie ein rasender, geklonter T-Rex.

Das Sahnehäubchen ist das Stück namens Better Be Fueled than Tamed, wo sich die treibende Rockabilly-Basslinie perfekt mit dem satanischen Surf-Rock-Riff vermischt und Michael in der Zeile „Well I’ve been to the clouded edge“ klingt wie Jello Biafra auf Speed.

Besondere Erwähnung verdient der Country-Metal-Stampfer mit dem unglaublichen Titel In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom, der Klänge und Rhythmen vom Debüt The Strength / The Sound / The Songs (2005) ins Gedächtnis ruft.

Michael und seine Crew haben eine aggressive, energiegeladene, melodische und mitreißende Sammlung von Hits zusammengebraut, zu der man literweise kaltes Bier trinken kann. Oder eiskalten Spritz. Ein Bambus passt auch. Whisky on the rocks? Ebenfalls.

Highlights: Better Be Fueled than Tamed, By a Monster’s Hand, Demonic Depression
Bewertung: 8,5/10
Autor: Igorac


Tracklist:
01. Devils Are Awake
02. By a Monster’s Hand
03. Acid Rain
04. Demonic Depression
05. In the Barn of the Goat Giving Birth to Satan’s Spawn in a Dying World of Doom
06. Time Will Heal
07. Better Be Fueled than Tamed
08. At the End of the Sirens
09. Lonely Fields
10. Enlightening the Disorder (By a Monster’s Hand Part 2)

Musiker:

Jon Larsen – Schlagzeug

Michael Poulsen – Gesang, Gitarre, Produktion

Kaspar Boye Larsen – Bass

Technisches Team und Gastmusiker:
Jacob Hansen – Produktion, Mastering, Mix

Tue Bayer – Aufnahmetechnik

Flemming C. Lund – Gitarre (Tracks 1, 2, 4, 5, 7, 10)

Mia Maja – Backing Vocals (Tracks 3, 4, 6, 9)

Martin Pagaard Wolff – Gitarre (Tracks 3, 5), Akustikgitarre (3)

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