The Bright Lights And What I Should Have Learned

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Interpret: Duels
Label: Nude Records
Erscheinungsjahr: 2006
Bewertung: 3.5/5

Duels sind eine junge englische Band, die sich schon sehr früh in ihrer Karriere einen Ruf erarbeitet hat. In den Charts ganz oben stand sie zwar nicht gerade, dafür genießt sie bei den Kritikern umso mehr Ansehen. Das Album The Bright Lights And What I Should Have Learned ist ihr Debüt und zeugt schon von dem großen Talent einer Band, die sich damals erst noch etablierte. Seitdem haben sie noch ein weiteres Album aufgenommen, The Barbarians Move In.

Als ich die Scheibe zum Rezensieren in die Hand bekam, hatte ich ein ziemlich typisches britisches Pop-Rock-Produkt erwartet, aber gleich zu Beginn gab es eine Ohrfeige und eine Lektion: Nie voreilig urteilen, schon gar nicht, bevor man das Album gehört hat. Als Erstes hat mich der ausgiebige Einsatz des Mellotrons überrumpelt, das in der Popmusik in letzter Zeit zwar ziemlich oft benutzt wird (zum Beispiel von Oasis), aber nicht so extrem. Duels zaubern mit dem Mellotron genau die richtige Klangkulisse, wie wir sie in den Siebzigern oft erleben konnten. Das zarte Mellotron bekommt noch größere Dimensionen durch die raue Gitarre, die einen ziemlich typischen Britpop-Sound hat.

Duels sind eine Band der Gegensätze. Einerseits können sie ganz gewöhnlichen britischen Pop spielen, und den nicht mal besonders überzeugend, andererseits beeindrucken sie mit den psychedelischeren Passagen, in denen im Hintergrund schön das Mellotron dahinfließt. Aber wenn du dich zu sehr an die Schönheit gewöhnt hast, holt dich das schnell wieder auf den Boden zurück, sobald der Sänger mit typischem Britpop-Gesang ans Mikro tritt (nervig und stellenweise durch die Nase gejault). Wie auch immer, diese Gegensätze spielen ihnen in die Karten. All die Variationen und Kombinationen funktionieren und ergeben am Ende einen sehr gelungenen Hybrid aus britischem Pop und psychedelischer Musik.

Als Vorbilder von Duels werden vor allem zwei Namen von Weltruhm genannt. Nämlich Pink Floyd und David Bowie. Bei Floyd könnte man höchstens sagen, dass man vielleicht einen Einfluss aus der frühen Phase heraushört, als noch Syd Barrett dabei war, und selbst das ist fraglich. Bei Bowie sind die Ähnlichkeiten etwas größer, auch wenn Bowies Stil intelligenter und umfassender war.

Duels sind solide Musiker, aber mehr auch nicht. Sie spielen so gut, wie es nötig ist, und verstehen es, ihre Grenzen zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie machen Musik, die sich echt anfühlt und nicht zu künstlich, und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste. Im Vordergrund steht die ziemlich rauе Gitarre, deren Eindruck durch die akustische Beigabe aber wieder abgemildert wird. Wichtig sind auch die Keyboards, bei denen das altmodische Mellotron vorneweg marschiert, wobei die Keyboarderin auch bei den anderen nicht geizt (vor allem einige Klavierpassagen sind richtig schön). Die Rhythmusfraktion ist stark und liefert eine gute Basis, während der Gesang so klingt, wie man ihn von Engländern erwarten würde – anfangs wirkt er nervig, aber wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, kann man ihn sogar liebgewinnen.

An Duels gibt es nicht viel auszusetzen. Sie haben ein Album gemacht, wie man es nicht jeden Tag hört. Auf den ersten Blick wirkt die Kombination aus britischem Pop Rock und psychedelischer Musik ein bisschen seltsam und schwer greifbar, aber sie funktioniert. Das Album läuft schön durch, die Musik setzt sich am Ende doch in deinem Gedächtnis fest, und du kannst ruhig sagen, dass die Erfahrung auf jeden Fall zufriedenstellend war.

Besetzung

Jon – Gesang
Jim – Gitarre
Katherine – Keyboards
Jon – Bass
James – Schlagzeug

Produktion

James Ford

Tracklist

1. Brothers & Sisters
2. Things
3. Potential Futures
4. The Slow Build
5. The Monsters Are Loose
6. Animal
7. What We Did Wrong
8. Pressure on You
9. Young Believers
10. Once in the Night
11. Taxi Song

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