Steel Prophet: The God Machine

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Založba: Rock Of Angels Records
Datum izida: 28.04.2019
Dolžina: 41.05 min.
Produkcija: Steve Katchinsky
Zvrst: Heavy Metal
Ocena: 7.0 / 10


Steel Prophet! Diese unglaubliche amerikanische Old-School-Metal-Band. Alteingesessen bis auf die Knochen, mit spürbaren Speed-Metal-Elementen. Man hätte gedacht, es wäre für immer vorbei. Dass sie einen Schlussstrich gezogen hätten und niemals mehr zurückkehren würden. Die Band, die ihre Karriere Mitte der Achtziger begann, veröffentlichte ihre Alben zwar erst in den Neunzigern, aber mit Sänger Rick Mythiasin an der Spitze und einem äußerst glücklichen Balanceakt zwischen den alten Impulsen des amerikanischen Speed Metal, einer ordentlichen musikalischen Dosis Theatralik sowie Ausflügen in Strukturen, die Namen wie Queensryche und Fates Warning in den Achtzigern in eine neue Genreströmung katapultiert hatten, lieferten sie eine äußerst pointierte Bereicherung auf der Bühne. Sie entwickelten ihre eigene unverwechselbare Handschrift.

»The God Machine« ist das neunte Studioalbum der Band. Aber eine radikale Abkehr von dem, was die Band etwa mit den Alben »The Book Of Dead«, »Into The Void« oder »Messiah« abgeliefert hat (um nur einige aus einer Reihe durchweg starker Werke zu nennen). 2015 holte die Band Sänger Robert Dimitri Liapakis in ihre Reihen, der sonst bei der deutschen Band Mystic Prophecy singt. Der Mann hat seine Gesangsaufgaben mit Bravour gemeistert und fügt sich auf »The God Machine« in jeden einzelnen Moment äußerst stimmig ein. Was überrascht, ist die Abkehr von der musikalischen Ausrichtung, die der Band immer ihren unverwechselbaren Charakter gesichert hatte.

Schon der Einstieg bietet eine interessante Assoziation. Mit dem eröffnenden Titeltrack führen Steel Prophet auf dem neuen Album Elemente des europäischen Power Metal der deutschen Schule in ihren Stil ein. R.D. Liapakis besitzt eine Gesangscharisma, die z.B. der von Rick Altzi (Herman Frank) ähnelt. Er singt ausgeprägt kehlig, hält dabei aber eine starke Musikalität in den Melodien aufrecht. Dieses Kehlige ist das genaue Gegenteil der extrem hohen Register des kristallklaren Gesangs von Rick Mythiasin. Aber das ist kein Problem. Der Vokalist hat das Beste geliefert, was er kann und zu geben hat. Der Schreibstil des Materials hat sich schlicht verändert. Während man sich auf die Essenz des deutschen Power Metal stützt (die ersten drei Tracks, dann Soulhunter in der Mitte oder das mittelschnelle Lucifer / The Devil Inside), kommt die schockierende Erkenntnis hinzu, dass sich sogar eine ordentliche Dosis Hard Rock auf das Album schleicht. Fight, Kill ist der Moment, der die neuen Steel Prophet ihren klassischen Zeiten am nächsten bringt. Der Track ist düster, angriffig und ausreichend „erkundend“ – was von einem Gitarrenmeister wie Steve Katchinsky ohnehin immer geforderte Qualität ist. Das ist das Lichtlein, auf das gehofft hatte, wer dachte, er würde Inhalten ausgesetzt, die eher »Dark Hallucinations« nahestehen.

Das Album ist keineswegs schlecht. Die Produktion ist metallisch, packt metallisch zu, wirkt also immer noch dunkel genug – doch lässt sich dasselbe Album in seinen kompositorischen Griffen stellenweise mit einer pointierten Spielart des Hard Rock vergleichen (Dark Mask (Between Love And Hate) oder die Strophe im abschließenden Love = Hate = God Machine). Wie auch immer. Das Cover ist ausgezeichnet und der echte „Groove“ ist da. Aber ein gewisses Maß an Vorsicht ist diesmal durchaus angebracht. Wer nicht mit der Essenz der früheren Werke dieser ohnehin äußerst hochwertigen und oft zu Unrecht übersehenen amerikanischen Band vertraut ist – die in dieser Hinsicht durchaus mit Jag Panzer verglichen werden kann –, wird mit »The God Machine« vollauf zufrieden sein; auch wenn es mehrfach Richtung Euro-Power-Metal zieht (blasphemisch hin oder her, die Erwähnung von Mystic Prophecy ist hier absolut treffend), werdet ihr vollkommen auf eure Kosten kommen. Waschechte Metaller greifen lieber zu den alten Scheiben dieser Band, denn diesmal tanzen Steel Prophet auf viel zu weichen Tönen.

Autor: Aleš Podbrežnik


Trackliste:
1. The God Machine
2. Crucify
3. Thrashed Relentlessly
4. Dark Mask / Between Love And Hate
5. Damnation Calling
6. Soulhunter
7. Buried And Broken
8. Lucifer / The Devil Inside
9. Fight, Kill
10. Life = Love = God Machine

Besetzung:
R.D. Liapakis – Gesang
Steve Kachinsky – Gitarre, Keyboards
Jon Paget – Gitarre
Vince Dennis – Bassgitarre
John Tarascio – Schlagzeug


Steel Prophet – Thrashed Relentlessly (offizielles Video)
Steel Prophet – The God Machine
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