Persuader: Necromancy

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 4. 12. 2020
Produktion: Persuader
Albumlänge: 44.04 min
Genre: Power Metal/Thrash Metal
Bewertung: 8.5/10


Persuader sind schwedische Heavy-Metaller, die im fernen Jahr 1997 in Umeå gegründet wurden. »Necromancy« ist erst ihr fünftes Studiowerk und das erste für das italienische Label Frontiers Music srl. Auch wenn sie sich mit Studioalben viel Zeit lassen, sind Persuader nie wirklich in eine Ruhephase geglitten. In den letzten sechs bis sieben Jahren hing die Karriere der Band am seidenen Faden – und dennoch haben sie genug Kraft gesammelt, um wieder fest im Sattel ihres musikalischen Visionärtums zu sitzen. So entstand »Necromancy«, dessen Titel vor allem aus eben dieser letzten Erfahrung der Band schöpft, die klinisch tot zu sein schien. Aber sie haben sich wieder zusammengefunden. Schon das erste Jahrzehnt des Bestehens der Band war von einer Phase begleitet, in der die Mitglieder neue musikalische Herausforderungen und Projekte ausprobierten – so etwa die Mitarbeit bei Savage Circus  mit Iron Savior-Boss Piet Sielck und dem Ex-Blind Guardian-Drummer Thomen Stauch sowie den amerikanischen Dark Empire. Beide genannten Bands existieren nicht mehr.

Persuader haben schon immer nach Blind Guardian geklungen, und auch diesmal sind diese Einflüsse spürbar – mehr als offensichtlich schon gleich im Opener »The Curse Unbound«. Es ist Power Metal, der mit Elementen des teutonischen Thrash Metal flirtet, weshalb Persuader  auch für Fans von Paradox oder  frühen Vendetta interessant sein können; dabei weckt der Track »Raise of Death« stellenweise sogar Erinnerungen an den Sound der Hamburger Rage aus der Mitte der Neunziger. Die Band weiß Fans von Bands zu begeistern, die als tragende Säulen des europäischen Power Metal gelten – neben den bereits erwähnten Blind Guardian vor allem Iron Savior, stellenweise aber auch Gamma Ray.

Die Band entfaltet auch diesmal eine himmelschreiende Bombastik mit Höhepunkten in den theatralischen Refrainmelodien. Die Stärke von Persuader liegt darin, dass sie nie kitschig werden können und wollen. Sie besitzen das richtige Gespür für Okkultismus, Mysterium und natürlich düsteres Verderben. Gleichzeitig sind sie große Perfektionisten, und die sieben Tracks – die sie für das neue Album geschaffen haben – besitzen eine außerordentliche Ausgefeiltheit und Vollkommenheit. Daran gibt es keinen Zweifel.

Der erste große Magnet ist der unglaublich frische und durchdringende, zugleich ausgesprochen schneidende und auch in den höchsten Lagen giftig überzeugende Gesang von Jens Carlsson, der charakterlich an Hansi Kürsch in seinen besten Blind Guardian-Zeiten erinnert (Tokyo Tapes?), sowie die ausgezeichnete solistische Würze mit allen Gitarrenharmonien und Ornamenten, für die auf dem ganzen Album Emil Norberg gesorgt hat. Letzterer hat auch sämtliche Bassgitarren auf dem Album eingespielt; die Band hat erst vor wenigen Tagen den neuen Bassisten Alex Friberg in ihre Reihen aufgenommen. Norberg hat zudem offiziell erklärt, dass die Band ein neues Kapitel ihres Schaffens betreten hat und künftig eine Serie von Studioalben veröffentlichen will.

»Necromancy« ist tatsächlich ein entschlossener Grundstein für dieses neue Kapitel. Es ist ein sehr qualitätvolles, kompaktes und durchgehend mitreißendes Werk. Die Songs entfalten kontrastierende Wendungen hochvibrantiger Stimmungen, und das Album wird von einer höchst überzeugenden Dramatik begleitet, die den Hörer in knapp drei Viertelstunden Spielzeit durchgehend fest bei sich hält. »Necromancy« ist knapp geschliffen und sorgfältig komponiert. Man spürt, dass die Band die besten Ideen dafür herausgefiltert hat und sich länger mit dem Material beschäftigt hat. Die Höhepunkte des Albums sind das eröffnende The Curse Unbound und das abschließende, besonders theatralische und ambitionierter arrangierte The Infernal Fires. Ein Album, das Fans der Band definitiv nicht enttäuschen wird. Ein Album, das ausdrucksstark verdichtet und prägnant ist und das den Hörer trotz der Assoziationen an die Vorbilder der Band erfolgreich beschäftigt und unterhält.

Autor: Aleš Podbrežnik

Trackliste:
1. The Curse Unbound
2. Scars
3. Raise The Dead
4. Reign Of Darkness
5. Hells Command
6. Gateways
7. The Infernal Fires

Besetzung:
Jens Carlsson – Gesang
Emil Norberg – Gitarre
Fredrik Mannberg – Gitarre
Efraim Juntunen – Schlagzeug


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