One Of A Kind

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Airey, Don
Label: Ear Music Records
Erscheinungsdatum: year
Laufzeit: 70:16
Wertung: 4/5

Don Airey gilt als einer der bedeutendsten Rock-Keyboarder unserer Zeit, weshalb er 1998 bei Deep Purple den damals in den Ruhestand getretenen Jon Lord ersetzen konnte.  Mit seinem musikalischen Beitrag in den letzten drei Jahrzehnten hat Airey einen unauslöschlichen Stempel in der Geschichte des weltweiten Rock and Roll hinterlassen. Nicht nur, dass er als einer der vollendetsten Keyboarder aller Rockzeitalter gilt – mit seiner Virtuosität und seinem ungeahnten musikalischen Talent hat sich dieser Meister für immer in die Herzen der Liebhaber des guten (!) Rocks eingeschrieben, denn er wirkte an Alben folgender Künstler mit:  Ozzy Osbourne, Rainbow, Whitesnake, Judas Priest, Gary Moore, Brian May, Jethro Tull, Black Sabbath und, wie schon gesagt, natürlich Deep Purple! 

Don Airey meldet sich also zurück, drei Jahre nach seinem letzten Soloalbum »Keyed Up«. »One Of A Kind« ist irgendwie ein erwartetes Werk. Airey bewegt sich damit in den kreativen Sphären, die ihm am vertrautesten und liebsten sind und die er natürlich am besten kennt und beherrscht. Das begleitende Team bleibt im Grunde unverändert – mit dem Unterschied, dass der brillante Gitarrist Simon McBride (Snakecharmer) nun auch als Hauptgitarrist des neuen Werks fungiert. Dieses Team begleitet Airey bereits seit einigen Jahren auch bei seinen eigenständigen Konzertauftritten.

Eine besonders schwere Philosophie steckt da nicht drin. »One Of A Kind« ist ein Album, das Deep Purple-Fans (sowohl die klassischen als auch die aktuellen – also die post-Blackmore-Anhänger) mit Genuss aufnehmen werden, ebenso wie Rainbow-Liebhaber, vor allem jene aus der Ära des Albums »Difficult to Cure«. Damit ist eigentlich alles gesagt. »One Of A Kind« wirkt im Vergleich zum Vorgänger »Keyed Up« noch fokussierter. Es wirkt noch verbissener und hartnäckig vernarrt in die Leidenschaft der alten Hard-Rock-Schule. Der Schule des Rock’n’Roll-Pioniergeistes. Tradition von Kopf bis Fuß also. Das Album klingt deutlich mehr nach Band als der Vorgänger, weshalb Airey mit seinen Keyboard-Tricks gelegentlich beinahe in den Hintergrund tritt. Einige der Refrainmelodien sind unglaublich einprägsam und haken sich schnell im Ohr fest – einen derart hohen musikalischen Wert entwickeln bzw. besitzen diese Melodien eben. Gelegentlich ist also auch etwas Bombast dabei.  

Das Kompositionsprinzip folgt also dieser klassischen alten Schule des Hardrock-Pioniergeistes. Das Tüpfelchen auf dem »i« setzt dabei Sänger Carl Sentance, der mit seiner Stimme an Ian Gillan in jenen Jahren erinnert, als dieser mit seiner vokalen Präsenz die Welt nachhaltig in Staunen versetzt hat. Kein Wunder, dass man den »sirenengleichen« Sentance zu Nazareth holte. Auch wenn Sentance auf diesem Album nicht wie eine »Sirene« agiert, erinnert er mit Stimmfarbe und Ansatz unglaublich an Gillan in jüngeren Jahren. Wann immer er will. Spätestens die Bonus-Tracks des Albums werden euch davon überzeugen, darunter auch die Live-Version des Deep Purple-Klassikers »Pictures Of Home«. In den höchsten Lagen kann Sentance auch an Graham Bonnet erinnern – und zwar an jenen vokal erblühenden Bonnet aus der Zeit des Rainbow-Albums »Down to Earth«.

McBride und Airey sind in ihrer gegenseitigen Interaktion und im Kreuzfeuer-Dialog Hammond-Orgel – E-Gitarre schlicht faszinierend. Das ist die größte Stärke dieses Werks. Der ständige Einfallsreichtum und die Spritzigkeit dieser beiden Musiker, in erster Linie natürlich Airey, sind der Garant für die außerordentliche Qualität und den Wert dieses Werks, das allen Liebhabern des guten alten Rocks auf die Seele blasen wird – jener Musik, die von einer Musikergeneration erschaffen wurde, die langsam in den wohlverdienten Ruhestand abtritt, und solche Veröffentlichungen werden von Jahr zu Jahr seltener.   Der Mannschaft geht also der Sprengstoff nicht aus, die chemischen Interaktionen sind ein Phänomen und die treibende Achse des Teams. Airey hat seinen kompositorischen Schwung für das neue Album mehr als überzeugend aus den jüngsten Aufnahmesessions des aktuellen Deep Purple-Albums »Infinite« mitgebracht und liefert damit mit »One Of A Kind« einen weiteren Brillanten in seiner reichen musikalischen Schaffenskarriere.

Besetzung

Carl Sentance – Gesang
Simon McBride – Gitarre
Don Airey – Keyboards
Laurence Cottle – Bass
John Finnigan – Schlagzeug

Trackliste

1. Respect
2. All Out of Line
3. One of a Kind
4. Everytime I See Your Face
5. Victim of Pain
6. Running Free
7. Lost Boys
8. Need You So Bad
9. Children of the Sun
10. Remember to Call
11. Stay the Night

Bonus-CD: 
live aufgenommen im Fabrik, Hamburg, am 14.03.2017
1. Pictures of Home (orig. Deep Purple)
2. Since You’ve Been Gone (orig. Rainbow)
3. I Surrender (orig. Rainbow)
4. Still Got the Blues (orig.Gary Moore)

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