Gioeli – Castronovo : Set the World on Fire

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 13.07.2018
Produktion: Alessandro Del Vecchio
Albumlänge: 51:04
Genre: AOR / Melodic Rock


Johnny Gioeli und Deen Castronovo kennen sich noch aus den goldenen Zeiten von Hardline. Beide sind auch bestens mit dem Label Frontiers Music Srl. vertraut. Da ihr beider Weg stets innerhalb der Genres AOR, Melodic Rock und Hard Rock verlaufen ist, liegt die Idee, ihre Kräfte zu bündeln, schlicht auf der Hand.

Castronovo, der offensichtlich aus den persönlichen Schwierigkeiten herausgefunden hat, die ihn in den letzten Jahren geplagt haben, und der inzwischen bei The Dead Daisies seinen Dienst tut, gilt – neben der Tatsache, dass er ein außergewöhnlich guter Schlagzeuger ist – auch als mehr als solider Sänger. Das lässt sich ausnutzen. Das taten auch Journey, als sie ihn bei Konzerten und auf Tourneen für zwei Songs pro Abend in die Rolle des Leadsängers schlüpfen ließen. Es ist nämlich erstaunlich, wie sehr Deen mit seinen stimmlichen Charakteristika, seiner Intonierung und Klangfärbung dem einstigen Frontvokalist der AOR-Legende Journey, Steve Perry, nahekommen kann. Bei Ride Of Your Life bedient er sich im Refrain eines ähnlichen Ansatzes wie bei Journey-Konzerten mit dem Song Keep on Running. Johnny Gioeli wiederum gilt als eine der markantesten Stimmen im Rock, bestens bekannt auch bei Fans von Axel Rudi Pell – kurzum ein Mann, der mit seiner besonderen vokalen Ausstrahlung jedem Album jedes Künstlers stets einen Mehrwert verleiht.

Kein Wunder, dass italienische Namen eben zusammenpassen, oder? Das Label Frontiers Music Srl. hat drei Studio-Helfer „gestellt“, um dieses Album auf die Beine zu stellen. Einen davon kannst du blind erraten. Ja. Alessandro Del Vecchio. Er hat wieder den Großteil der Arrangements der Kompositionen beigesteuert (die Ballade Mother hätte in den Achtzigern glatt beim Sanremo-Festival kandidieren können), alle Keyboards eingespielt und obendrein das Album produziert. Del Vecchio ist auch aktuelles Mitglied der Hardline-Besetzung und kennt Gioeli sehr gut.

»Set the World On Fire« ist ein AOR/Melodic-Rock-Produkt. Da in diesem heute ziemlich obskuren Genre, das in den Achtzigern geblüht hat, schlicht alles bereits erfunden ist, bringt das Album natürlich keine musikalische Revolution. Vorhersehbarkeit, außergewöhnliche musikalische Eingängigkeit, mit Höhepunkten in mitsingbaren Refrains – dem integralen Element jeder guten AOR-Komposition. Ausgestattet natürlich mit rauschenden Backgroundvokalen und Synthesizer-Vorhängen, die über dem betonten Gitarrenphrasing wabern. Der Trick dieses Albums liegt woanders. In der gelungenen Kombination der stimmlichen Charakteristika beider Sänger. Sie bilden nämlich einen beneidenswerten Kontrast, und allein ihr gemeinsamer vokaler Output (Duette) bringt enorme Dichte in den Klangraum der musikalischen Landschaft der Kompositionen. Sie stehen im Mittelpunkt des gesamten Geschehens. In den Strophen teilen sie sich die Zeilen mehrmals.

Tatsächlich ist es schwer, Höhepunkte in einer solch allgemeinen kompositorischen Vorhersehbarkeit herauszuschälen. Songs gibt es definitiv zu viele (zwölf), wenngleich die eingestreuten Soli eine willkommene Abwechslung bieten und das Album durchaus Kontraste aufweist, wie sie natürlich auch die Balladen liefern (sicher ist die eine oder andere davon entbehrlich). Und nicht alle packen einen auf dieselbe Weise. Dieses Album zielt also auf eine Hörerschaft ab, die natürlich die aktuellen Aktivitäten von Revolution Saints, den neuen (und alten) Hardline verfolgt und mit der goldenen Ära des AOR-Sounds (Journey, Bad English) vertraut ist. »Set the World on Fire« ist ein wirklich schönes Album. AOR-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen. Nur ein paar Tracks zu viel.

Autor: Aleš Podbrežnik
Bewertung: 8.0 / 10


Trackliste:
1. Set The World On Fire
2. Through
3. Who I Am
4. Fall Like An Angel
5. It’s All About You
6. Need You Now
7. Ride Of Your Life
8. Mother
9. Walk With Me
10. Run For Your Life
11. Remember Me
12. Let Me Out

Besetzung:
Johnny Gioeli – Gesang
Deen Castronovo – Gesang, Schlagzeug
Alessandro Del Vecchio – Keyboards, Backgroundgesang
Mario Percudani – Gitarre
Nik Mazzucconi – Bass

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