Das traditionelle Weihnachtskonzert von Opća opasnost in Županja

foto: Mateja 2024
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Datum: Freitag, 27. 12. 2024
Ort: Županja, Kroatien
Acts: Gazde, Jelusick, Opća opasnost


An einem sonnigen Winterfreitag machten sich die glorreichen Sieben von uns in einem schwarzen METAL-Kombi auf den Weg ins ferne Županja, wo die kroatischen Hard-Rock-Veteranen Opća opasnost wieder ihr traditionelles Weihnachtskonzert veranstaltet hatten – bereits zum dreizehnten Mal in Folge.

Die 460 Kilometer lange Fahrt mit Pflichtstopp im adventlichen Zagreb verging in ausgelassener Stimmung – beim Mitsingen klassischer Metal- und Hard-Rock-Nummern, beim Aufschneiden selbstgemachter Salami und beim Degustieren einer breiten Palette an Hochprozentigem, das die Mitfahrenden mitgebracht hatten. Nach dem Check-in in einer überraschend geräumigen und luxuriösen Unterkunft gab es nichts mehr und nichts weniger als frisch zubereitete Sarma – und dann war es Zeit, zum Konzertort aufzubrechen.

Den ersten Act, die Folk-Truppe Gazde, haben wir verpasst und sind direkt zu Beginn des Sets von Jelusick reingeplatzt – der Band des allgegenwärtigen Sängers und Multi-Instrumentalisten Dino Jelusić. Jelusick spielen so eine Art moderne Variante von Groove-Metal à la Pantera. Zu ihrem Leidwesen war die Musik wegen des katastrophalen Sounds völlig unkenntlich; ich vermute, sie haben eine Auswahl vom Debütalbum gespielt, aber mit Mühe habe ich immerhin ihre Version von The Look des schwedischen Duos Roxette rausgehört. Dinos überragender Gesang und die Spielereien des Gitarristen gingen im matschigen Klangbild komplett unter.

Der Veranstaltungsort – die Sporthalle des lokalen Gymnasiums – hatte sich vor dem Auftritt der Hauptacts ordentlich gefüllt, aber man konnte sich noch gut durch die Menge bewegen, also haben wir uns ziemlich weit nach vorne durchgekämpft. Opća opasnost haben traditionsgemäß mit Raduj se cijeli svijete eröffnet, und für einen seligen Moment schien es, als hätten sie den Sound endlich hingekriegt. Aber nein – nach zwei, drei Songs haben wir gemerkt, dass es nur daran liegt, dass wir die Songs kennen und wissen, was die Band auf der Bühne spielt. Es geht wirklich nicht in den Kopf, wie bei so einem Event (ein Konzert in der Heimatstadt!) der Sound so beschissen sein kann – zumal Opća opasnost natürlich ihr eingespieltes Technik-Team dabeihat. Wenn wir den Sound mal außer Acht lassen (was extrem schwer fällt), war die Atmosphäre fantastisch. Das Publikum hat jeden Vers, jeden Refrain mitgesungen, und in den Momenten, wo Pero (Galić, Sänger) das Wort dem Saal überließ, hat es einem wirklich die Gänsehaut auf die Arme getrieben. Die Band wurde von einem weiteren Gitarristen (Peros Sohn) verstärkt, weil Žiža (Slaven Živanović, Rhythmusgitarrist und Bandchef) krank war und nicht klar war, ob er das Konzert durchstehen würde. Na ja, die dritte Gitarre hat dem Gesamteindruck ungefähr so viel gebracht, als würde ein junger Typ auf einem Tontopf-Bass und einem Kamm spielen.

Opća opasnost ist eine Band, die eine Setlist komplett aus Hits zusammenstellen kann – und auch diesmal war das so. Energiegeladene Rock-Banger (To sam ja, Kriva si, Karta do prošlosti) wechselten sich mit leidenschaftlich schmerzenden Balladen (Rastaviše i nas dvoje, Pobjego sam, Jednom kad noć) ab, und das Feiern wollte einfach kein Ende nehmen. Bei der hohen Energie, die von der Bühne rüberkam (die Band war fantastisch drauf, und Pero hat seine Stimmbänder nicht geschont) und zurück vom Publikum auf die Bühne, haben wir irgendwie das Soundproblem vergessen und uns dem Wahnsinn hingegeben. Das Konzert war leider viel zu schnell vorbei – gerade mal fünfzehn gespielte Songs, deutlich weniger als erwartet. Jednom kad noć zog sich mit dem Präsentieren von Fahnen aus verschiedenen Städten auf 18 Minuten hin, und stolz kann ich berichten, dass unsere Fahne (Fan-Club Slovenija) die meiste Zustimmung und den lautesten Support bekam.

Bei Tri rijeke stieß Dino Jelusić zur Band und lieferte mit Pero eine echte Orgie an erstklassigen Vocals und Harmoniegesängen. Opća opasnost in ihrem natürlichen Habitat zu erleben war einfach schön – Heimspiele bringen wirklich nochmal eine Extra-Portion Energie und Leidenschaft. Nach dem Konzert haben wir noch kurz abgehangen und Fotos mit dem Bassisten von Jelusick und mit Sojko (Vlado Soljačić, Sologitarrist von Opća opasnost) gemacht.

Weil wir beim Konzert energetisch komplett ausgebrannt waren, sind wir noch beim lokalen Fast Food eingekehrt und haben die Party mit dem lustigen Volk vom Konzert weitergefeiert. Infolgedessen kamen wir „die eine oder andere Minute“ später als geplant in der Unterkunft an.

Gespielte Setlist (nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge). Danke an Darja
1. Raduj se cijeli svijete
2. Karta do prošlosti
3. Tebe više ne volim
4. Gubim tlo pod nogama
5. Uzalud sunce sja
6. Kriva si
7. Kao grom
8. Rastaviše i nas dvoje
9. Ne dirajte Županju
10. Opća opasnost
11. Pobjego sam
12. Mjesečar
13. To sam ja
14. Tri rijeke
15. Jednom kad noć

Text: Igorac

Fotos: Mateja, Silvija


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