Stardust: Highway to Heartbreak

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 9. 10. 2020
Produktion: Adam Stewart
Albumlänge: 50.48 min
Genre: Melodic Rock / AOR
Bewertung: 7.0/10


Der nach wie vor kickende AOR- und Melodic-Rock-Revivalismus kommt nicht exklusiv und ausschließlich aus dem skandinavischen Winkel der Welt. Es passiert durchaus, dass eine solche Band auch auf ungarischem Boden auftaucht. Stardust, ein reichlich vorhersehbarer Name, sind eine Formation, die vor fünf Jahren gegründet wurde und mit ihrer gleichnamigen EP das A&R-Personal des italienischen Labels Frontiers Music Srl. derart begeisterte, dass dieses mit der Band einen Vertrag abschloss.

Die Jungs haben die Hände keineswegs in den Schoß gelegt. Ermutigt und voller kreativer Energie machten sie sich ans Schreiben von Material für ihr Studioerstlingswerk – mit einem Highway, der schnurstracks »in den Herzschmerz« führt. Der Albumtitel deutet bereits an, was der Hörer erwartungsgemäß über den Inhalt des Albums schlussfolgern kann: genau das, was im Eröffnungssatz dieses Rezensionsartikels steht.

Die Band hat in den Entstehungsprozess ihres Studioerstlings zwei äußerst erfahrene Musiker integriert bzw. zur Mitarbeit eingeladen, die die Achtziger in- und auswendig kennen und zugleich alte Bekannte von Frontiers Music Srl. sind – Musiker, die bereits aktiv waren, als das AOR-Genre auf dem Höhepunkt seines kommerziellen Erfolgs stand. Der erste ist Keyboarder Mark Spiro, der zweite Gitarrist Tommy Denander. Mit solcher Unterstützung kann eigentlich kaum etwas schiefgehen. Ich möchte den musikalischen Hintergrund dieser beiden hocherfahrenen Musik-Legionäre noch etwas beleuchten: Obwohl Keys und Gitarre ihre primären Instrumente sind, sind beide selbstverständlich Multiinstrumentalisten sowie zugleich Produzenten, aber auch äußerst versierte Komponisten und Arrangeure.

Beide Musiker halfen der Band beim Formen der Kompositionen und beim Arrangieren, und Denander steuerte obendrein das eine oder andere Gitarrensolo bei. Die Band stützt sich stark auf den altbewährten Sound flirrender Synthesizer, der poliert klingt, als käme er direkt aus den Achtzigern. Dieser Sound gesellt sich in der Produktion weitgehend gleichwertig zur kontrastierenden Gitarrenphrasierung – und aus diesem Zusammenspiel schöpft das Gros des musikalischen Werts der Songs und des gesamten Werks. Der Gesang von Adam Stewart – es liegt auf der Hand, dass sich die ungarischen Musiker aus dem Wunsch nach größerer Eingängigkeit und Akzeptanz Künstlernamen zugelegt haben – ist der größte Magnet dieses Debütalbums, denn er geizt nicht mit überzeugender, leidenschaftlicher und mitreißender vokaler Musikalität, in der der Sänger sich auch sehr geschickt im Kokettieren mit Soul-Anleihen versucht, wie es etwa im Song Eye to Eye angedeutet wird.

Gewisse Momente des Albums leiden allzu offensichtlich unter Generizität und einer bereits zu oft verkauften Kompositionsformel – so etwa in der übermäßig seichten Ballade Perfect Obsession; dieses Gefühl stellt sich schon ganz zu Beginn ein, wenn der Refraingesang von Runaway auftaucht. Es gibt zu viele Songs, und das Album ist zu lang. Die Falle der vorhersehbaren Kompositionsrezeptur hat an diesem Punkt ihren anfänglichen Tribut gefordert. Es handelt sich zweifellos um talentierte Musiker mit einer klaren Vision und einem klaren Ziel. Angesichts der Tatsache, dass uns hier ein Debüt vorliegt, das in jedem Fall eine glaubwürdige Grundlage für den weiteren Karriereweg der Band darstellt, darf man darauf vertrauen, dass die Band in ihrer Kunst reifer werden und Fortschritte machen wird. Der Gitarrensound ist in der Produktion poliert und weitgehend darauf ausgerichtet, eine Balance mit den Keyboards zu finden, während der Gesang in dieser mutigen Debütgeschichte definitiv heraussticht. »Highway to Heartbreak«, das schon vom Titel her andeutet, worum es in den Strophen geht, ist für alle Fans dieses Genres eine potenziell willkommene Abwechslung auf dem musikalischen Speiseplan, die einen Blick wert ist – hebt aber vorläufig noch keine Augenbrauen.

Autor: Aleš Podbrežnik


Trackliste:
1. Runaway
2. Heartbreaker
3. Bullet To My Heart
4. Perfect Obsession
5. 2Nd Hand Love
6. Shout It Out
7. Can’t Stop Loving You
8. Eye To Eye
9. Hey Mother
10. Blue Jeans Eyes (Bonustrack)
11. The River Is Rollin‘

Besetzung:
Adam Stewart – Gesang, Gitarre
Facey – Gitarre, Hintergrundgesang
Dave Legrand – Keyboards
Ben Martin – Bass, Hintergrundgesang
Tim Keeley – Schlagzeug

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