Newman: Into The Monster’s Playground
Label: AOR Heaven Records
Erscheinungsdatum: 10. 9. 2021
Produktion: Steve Newman
Albumlänge: 56.32 min
Genre: AOR/Melodic Rock
Wertung: 9.0/10
Newman sind eine britische AOR- und Hard-Rock-Formation, hinter deren Namen seit Mitte der Neunziger ihr Gründer, Komponist, Produzent, Vokalist und Multi-Instrumentalist Steve Newman steckt. Der Mann strotzt in den letzten Jahren nur so vor kreativer Frische und neuen Ideen. Das letzte Album »Ignition« erschien nämlich Ende März des vergangenen Jahres und hat sich, wie so viele Newman-Alben vor ihm, von unserem Medium hochlobende Bewertungen verdient.
Das neueste Album »Into The Monster’s Playground« setzt diese Vision fort, die sich eigentlich kaum verändert — sie reift nur. Von Jahr zu Jahr. Newman sind heute seit einer ganzen Weile eine Band, die jederzeit auf Bühnen auftreten kann, doch es brauchte eine Menge Zeit, bis Steve aus einem Studioproject als ‚One-Man-Band‘ genug Aufmerksamkeit von Labels und Musikdistributoren auf sich ziehen konnte, damit die Sache zu etwas noch Größerem heranwachsen durfte.
Mehr als verdient. Wer auch nur die letzten drei Newman-Alben »Ignition« (2020), »Aerial« (2017) und/oder »The Elegance Machine« (2015) kennt, weiß, was er beim neuesten »Into The Monster’s Playground« erwarten darf. Das neue Album klingt dem hervorragenden Vorgänger »Ignition« sehr, sehr ähnlich, und es ist schlicht unglaublich, dass Steve Newman in so kurzer Zeit genug griffige musikalische Ideen zusammenbringt, die als Ausgangspunkt für derart hochwertige Kompositionen dienen, wie sie auch das neue Album verkörpert. Steve Newman hat wieder alles selbst gemacht. Wie immer. Allen voran die Produktion. Nur die Schlagzeugspuren hat ihm im Studio sein zuverlässiger Studiopate Rob McEwen eingespielt. Dabei reden wir nicht von zehn neuen Tracks und knapp 40 Minuten Musik, sondern von zwölf neuen Nummern und einem knapp eine Stunde langen Album — und Steve Newman hat sich dabei keinen einzigen Fehler geleistet. Weder produktionstechnisch noch arrangementtechnisch. Erfahrung ist halt Erfahrung. Auch stimmlich hat Steve im letzten Jahrzehnt seines musikalischen Schaffens einen enormen Fortschritt gemacht.
»Into The Monster’s Playground« bringt also einmal mehr die bewährt funktionierende Rezeptur mit und schafft es, innerhalb seiner streng abgesteckten musikalischen Formel — mit geschickten Kunstgriffen des Recyclings — eine musikalische Substanz zu liefern, über die eigentlich schon längst alles gesagt worden ist, und dennoch den AOR-Fan immer wieder und wieder zu faszinieren, ohne ihn dabei je gleichgültig zu lassen.
Willkommen also in den Achtzigern. Nahezu alle Songs sind wieder geschickt mit theatralischen, vielstimmigen Vokalharmonien ausgestattet — das ist der geforderte AOR-Standard, den Newman einmal mehr meisterhaft handhaben. Die stimmungsmäßigen Höhepunkte sind allesamt bombastisch in eingängige Refrains eingebettet, die beim ersten Hören blitzschnell unter die Haut gehen. Von Balladen wie dem starken Shadows of Love kurz vor dem Albumabschluss über die mehrheitlichen Midtempo-Tracks, bei denen die atmosphärische Ästhetik des AOR-Klangs besonders reizt (rauschende Synthesizerklänge aus den Achtzigern), bis hin zu den flotteren Momenten, in denen auch Gitarrenriffs die Aufmerksamkeit auf sich ziehen — das Album »Into The Monster’s Playground« trägt alle essenziellen Elemente des AOR-Genres in sich, durch die die visionäre Gestalt Steve Newmans brilliert. Der Mann weicht nicht von der bewährt zündenden Rezeptur ab. In dem, was er tut, ist er ein absoluter Meister und Zauberer seines Fachs, und einer der wichtigsten Matadoren, der auch in post-millenialen Zeiten das Erbe der lebhaften AOR-Szene der britischen Inseln am Leben hält — eine Szene, die sich durch die Achtziger auf ganz besondere Weise in die Geschichte des Rock ’n‘ Roll eingeschrieben hat.
Autor: Aleš Podbrežnik
Trackliste:
1 Start This Fire
2 Timebomb
3 Hurricane Sky
4 I’ll Be The One
5 Icon
6 Don’t Come Runnin‘
7 Lightning Tree
8 Give Me Tonight
9 The Monsters‘ Playground
10 Spirit Cries
11 Shadows Of Love
12 This Life Alone
Besetzung:
Steve Newman – Gesang, Gitarre, Keyboards
Rob McEwen – Schlagzeug, Percussion
