Iron Savior: The Landing (10th Anniversary Edition)
Label: AFM Records
Datum der Neuauflage: 19. 11. 2021
Produktion: Piet Sielck
Albumlänge: 63.37 min
Genre: Power Metal
Wertung: 9.0/10
Iron Savior, die Hamburger Veteranen des Heavy und Power Metal, haben Mitte letzten November eine Neuauflage ihres Albums »The Landing« veröffentlicht – eines der erfolgreichsten Werke in der langen Karriere dieser zu Unrecht oft übersehenen, aber längst kultigen Heavy-Metal-Band. Auch das gut aufgestellte deutsche Label AFM Records zeigte Interesse, nicht zuletzt deshalb, weil »The Landing« bei den Fans zu einem der beliebtesten Alben in der Geschichte dieser Power-Metal-Institution geworden ist und der Erfolg des Albums der Band eine ganze Reihe von Wiederbelebungen beschert hat. Das Album enthält einige echte Klassiker wie Starlight, Hall of the Heroes und natürlich die unangefochtene Metal-Hymne Heavy Metal Never Dies – ein Stück, das der Band bis heute über 10.000.000 Streams eingebracht hat. Die Neuauflage fällt zudem mit dem 10. Jahrestag der Originalveröffentlichung zusammen. Sie ist weniger wegen der klanglichen Auffrischung wichtig, sondern vor allem deshalb, weil das Album seit geraumer Zeit schlicht nicht mehr erhältlich war. Jetzt ist es wieder da – als CD und Vinyl.
Die Neuauflage trägt den Titel „The Landing (10th Anniversary Edition)“, und das Album wurde für diesen Anlass remixed und remastered – durchgeführt vom Bandkopf, Sänger, Gitarristen und Hauptkomponisten Piet Sielck. Obendrauf gibt es drei bislang unveröffentlichte Tracks, und auch das Cover wurde gegenüber dem Original leicht verändert.
Das Album hat Rockline vor zehn Jahren, bei der Originalveröffentlichung, bereits ausführlich rezensiert – den umfangreichen Essay kannst du also HIER nachlesen. Daher sollen im Folgenden nur ein paar grundlegende Fakten zur musikalischen Substanz des Albums hervorgehoben werden.
2007 erschien das wunderbare und ausdrucksstarke Iron Savior-Album »Megatropolis«. Bis zur Veröffentlichung von »The Landing« vergingen also vier Jahre – Zeit, in der die Band erneut einen stattlichen Vorrat an außergewöhnlich hochwertigen musikalischen Ideen und einprägsamen Phrasen angehäuft hatte, wie sie das reiche Heavy-Metal-Erbe der band und ihre Reihe rechtgläubiger Power-Metal-Marschkapellen vorschreiben. Das Album hält von Anfang bis Ende eine außergewöhnliche kompositorische Integrität und Qualität auf dem Niveau des Vorgängers aufrecht – was bedeutet, dass »The Landing« tatsächlich eines der herausragendsten und ausgereiftesten Studiowerke der Band ist. Während die damals neuen Alben der Landsleute Helloween und Grave Digger künstlerisch zu hadern hatten und HammerFall mit »Infected« ein experimentelles Ausrufezeichen setzten, rettet »The Landing« – neben dem damals neuen Brainstorm-Werk »On the Spur Of the Moment« – dem Jahr 2011 die Genre-Ehre.
Doch für Sielck und Kompanie lief in diesen vier Jahren bis zur Entstehung von „The Landing“ nicht alles nach Plan. Sielck steckte eine Zeit lang erheblich Energie in seine damalige Band Savage Circus, was die Veröffentlichung von »The Landing« indirekt verzögerte. Dazu kam der Zusammenbruch seines Labels Dockyard Records, das 2009 in die Insolvenz ging. Der Mann musste also einen Brand löschen, den unkluge Geschäftsentscheidungen seiner Label-Partner gelegt hatten. Es gelang ihm, den verbliebenen Rest des Labels zu verkaufen und die Schulden irgendwie zu begleichen. Mit der Komposition von „The Landing“ begann er damit erst Ende 2010 – doch offenbar haben diese Ereignisse und die Hölle, durch die er musste, mehr als konstruktiv auf das Bild eines wirklich herausragenden Werkes eingewirkt.
»The Landing«, das für die Band auch insofern bedeutsam ist, als Sielck mit seiner Crew schlicht ›überlebt‹ hat, bekennt sich kompromisslos zum grundlegenden musikalischen Ausdrucksvokabular der Band – und trotzdem wirkt die Gruppe darauf frisch, inspiriert, aufgeladen, zerstörerisch. In Bestform. Das Album hält die ideale Balance zwischen epischer Bombastik eingängiger melodischer Hooklines und ultra-hochvoltigem Metal-Punch. Nicht mal die äußerst gelungene Ballade Before The Pain trübt das Bild. Auf »The Landing« kehrte auch Bassist Jan-Sören Eckert zu Iron Savior zurück, der mit der Band bereits auf den Alben »Unification« (1999), »Dark Assault« (2001) und »Condition Red« (2002) mitgewirkt hatte. Die Neuauflage enthält außerdem zwei neu aufgenommene Iron Savior-Klassiker – Atlantis Falling und Coming Home – sowie eine unterhaltsame Coverversion von Underworld’s Underneath the Radar, die während der Aufnahmesessions zum Album entstand.
Autor: Aleš Podbrežnik
Trackliste:
01. Descending (Intro)
02. The Savior
03. Starlight
04. March Of Doom
05. Heavy Metal Never Dies
06. Moment In Time
07. Hall Of The Heroes
08. R. U. Ready
09. Faster Than All
10. Before The Pain
11. No Guts No Glory
12. Coming Home (bonus, track, re-recorded)
13. Atlantis Falling (bonus track, re-recorded)
14. Underneath The Radar (bonus track)
Besetzung:
Piet Sielck – Gesang, Gitarre
Joachim „Piesel“ Küstner – Gitarre, Hintergrundgesang
Jan-Sören Eckert – Bassgitarre, Hintergrundgesang
Thomas Nack – Schlagzeug, Hintergrundgesang
