Brother Against Brother: Brother Against Brother

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 11. 6. 2021
Produktion: Alessandro Del Vecchio
Albumlänge: 48.33 min
Genre: Melodic Metal
Bewertung: 7.0/10


Brother Against Brother ist das neue Projekt hinter dem das italienische Label Frontiers Music Srl. steht, das der Tradition musikalischer Highlights des Projekts Allen/Lande folgt, bei dem zwei erstklassige Vokalisten, Russell Allen und Jorn Lande, zusammenarbeiteten. Damit das Ganze nicht zu identisch wird, entschied man sich, Nostalgie zu wecken, indem man zwei ebenso kraftvolle und charismatische Sänger aus der brasilianischen Hard-Rock- und Heavy-Metal-Szene ins Boot holte. Das sind Renan Zonta (Electric Mob) und Nando Fernandes (Sinistra), die gemeinsam das Debüt des neuen Projekts Brother Against Brother einspielten.

Erinnerst du dich noch an die Zeit in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends, als ein Großteil der neuen Alben, die bei dem oben genannten Label erschienen, von dem schwedischen Studio-Legionär, Komponisten, Produzenten und Multi-Instrumentalisten Magnus Karlsson (Primal Fear) geprägt wurden? Nun, in den letzten Jahren übernimmt diese Rolle sehr intensiv ein gewisser Alessandro Del Vecchio, weshalb es kaum ein Album gibt, das bei Frontiers Music Srl. erscheint, ohne dass Alessandro seine Finger im Spiel hat. Zumindest als Produzent – darüber hinaus ist er regelmäßig beim Arrangieren und Ausarbeiten der Kompositionen dabei, und die meisten Instrumente kann er auch selbst spielen. Manchmal, wenn es nötig ist, schreibt und komponiert er gleich ein ganzes Album. Auf Bestellung des Labels. Und genau so eines liegt hier vor.

Es fehlt ihm rein gar nichts. Von außen betrachtet absolut gar nichts. Es ist wirklich schön umgesetzt. Musikalisch hyper-eingängig, angenehm theatralisch bewegt, in Melodien und Phrasen stellenweise unverkennbar gestempelt. Aber? Zu viel ist zu viel. Das Album jagt der Energie des Allen/Lande-Projekts nach, und das ist vom ersten Takt an offensichtlich. Trotzdem wirkt das Album nicht anders als – banal gesagt – eine weitere schnelle Auftragsarbeit des Labels.

Beide Sänger bieten eine sehr ansprechende Kombination, entwickeln eine kompatible Kontrastwirkung und füllen den Raum mit dem Zusammenspiel ihrer Vocals wunderbar aus, besonders was Duette und Harmonien angeht. Dennoch ist Alessandro Del Vecchios Kompositionsstil so dominant (was logisch ist – das Album gäbe es sonst nicht), und gleichzeitig schon so wiedererkennbar und eingefahren, dass das Album nach 48 Minuten Hören keinen besonderen Eindruck hinterlässt. Es sei denn, du bist ein frischgebackener Neuling in der Szene. Dann wirst du von diesem Produkt mehr als begeistert sein.

Wahrscheinlich klingt auch diese Rezension genauso hohl und „bestellt“. Aber so läuft das eben. Das Album ist eine sehr gute Kopie einer Kopie einer bereits gehörten Kopie. Es wäre schön, wenn Alessandro Del Vecchio sich mal eine Pause gönnen würde. Er ist ein fantastischer Musiker und Komponist, daran besteht kein Zweifel. Aber eine Auszeit hat er sich mehr als verdient. Die Frage ist allerdings, ob Frontiers Music Srl. ohne ihn überhaupt noch existieren würde. Sarkasmus beiseite – schließen wir mit einem aufmunternden Satz. „Brother Against Brother“ ist im Kern ein ordentliches, kompaktes und qualitativ hochwertiges Produkt. Es handelt sich um Melodic Metal, konkret auch mit neoklassischen Kniffen untermauert, das produktionstechnisch mit einem Klangbild aufwartet, wie es sich gehört. Es besitzt den anhaltenden Zug der Bombastik und die erwünschten Stimmungsumschwünge. Kurz gesagt: Mit allem ausgestattet. Schade nur, dass es dieses unangenehme Gefühl hinterlässt, auf Bestellung erschaffen worden zu sein.

Autor: Aleš Podbrežnik


Tracklist:
1. Two Brothers (3:58)
2. What If (4:43)
3. City Of Gold (4:19)
4. Heaven Sent (5:44)
5. Haunted Heart (3:49)
6. Deadly Sins (3:54)
7. In The Name Of Life (3:55)
8. Demons In My Head (4:34)
9. Whispers In Darkness (6:03)
10. Valley Of The Kings (4:12)
11. Lost Son (3:16)

Besetzung:
Renan Zonta – Gesang, Hintergrundgesang
Nando Fernandes: Gesang, Hintergrundgesang
Alessandro Del Vecchio – Keyboards, Bassgitarre, Hintergrundgesang
Jonas Hornqvist – Gitarre
Michele Sanna – Schlagzeug

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