Bloodbound: Creatures Of The Dark Realm

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Label: AFM Records
Veröffentlichung: 28. 5. 2021
Produktion: Bloodbound
Albumlänge: 45.04 min
Genre: Power Metal
Wertung: 9.0/10


Nach dem hervorragend aufgenommenen „Rise Of The Dragon Empire“ haben die Schweden Bloodbound ihren Hammer erneut hochgeschwungen und sich mit voller Wucht in den Kampf gegen die finsteren Kreaturen der dunklen Gefilde gestürzt — genau das ist die Mission von „Creatures Of The Dark Realm“. Wenn du ein Fan von Sabaton, Powerwolf oder auch der frühen Ära von Nightwish bist, wirst du im Bloodbound-Universum garantiert genug Aufregendes und Mitreißendes finden. Die Fans dieser Band, die demnächst seit zwei Dekaden auf der Bühne steht, wissen das nur zu gut. Dabei hat die Band ihre Hörer nicht von Anfang an so angesprochen — das ist vor allem auf den letzten beiden Werken zu hören. Und jetzt auch auf dem dritten, das schlicht und ergreifend wieder exzellent ist. Damit halten Bloodbound das kreative Qualitätsniveau ihres Vorgängers aufrecht.

Vielleicht ist das neue Album sogar noch packender, weil es mehr dramatische Tragik in sich trägt — getragen wird das Ganze freilich von dem unglaublichen musikalischen Pomp, den diese Power-Metaller entfalten. Hervorzuheben ist dabei die stille Figur im Hintergrund, ihr Mastermind und Keyboarder, die graue Eminenz — nämlich der Hauptvisionär hinter allem: Fredrik Bergh. Dieser Musiker ist so etwas wie eine Legende, denn er hat einst mit den schwedischen AOR-Legenden Street Talk zusammengearbeitet. Das ist enorm wichtig, denn ohne ihn wären die hypermusikal­ischen Arrangements und die unwiderstehlich ansteckenden Chorus-Melodien von Bloodbound schlicht unvorstellbar.

Kaum läuft ein Track durch den CD-Spieler, packt es dich: Du zähmst den nächsten Drachen, der gerade vorbeifliegt, stiehlst Thor den Hammer und marschierst triumphierend ans Ende des Regenbogens. Klingt vielleicht etwas zu episch. Oder auch nicht. Kurz gesagt: Den Schurken der Galaxis steht eine finstere Zeit bevor. Eye Come Alive ist definitiv ein Track, bei dem Sabaton, was die Art des geschriebenen Refrains angeht, ungewollt die Kontrolle aus den Händen geglitten sein dürfte. Damit steht er nicht allein — March Into War folgt ihm dicht auf den Fersen, und schnell fände man noch weitere. Bergh hat ein eingespieltes Team ausgezeichneter Musiker um sich, und zum Glück gab es keine Besetzungswechsel. So können Bloodbound seit Langem eine außerordentliche kompositorische Kohärenz aufrechterhalten. Auf hohem Niveau. Patrik Selleby ist in jeder Hinsicht ein faszinierender Sänger. Kraftvoller, autoritärer Gesang, keinerlei Stimmverschluss, mit einer Leichtigkeit, die selbst die fünfte Oktave wie ein Kinderspiel erscheinen lässt. Bei seiner Darbietung schleicht sich gelegentlich auch Michael Kiske (Helloween) in die Gedanken ein, ebenso Niklas Isfeldt (Dream Evil).

Hier also neue Dreiviertelstunden erstklassigen Power-Metal-Suds, den wir zwar schon gut kennen und der keine musikalische Revolution bringt. Das war aber auch weder zu erwarten noch zu verlangen — andernfalls müssten Bloodbound wohl einfach ein anderes Genre wählen, was für die Band definitiver Selbstmord wäre. Wir bleiben in den Sphären des skandinavischen, genauer gesagt schwedischen Ansatzes, der seit dem Sabaton-Boom klanglich auf den neuesten Stand gebracht wurde. Auf dem Album findet sich durchaus das ein oder andere »Biest«, das rustikal ausbricht — Parallelen ziehen sich zurück in jene Zeiten, als HammerFall und Nocturnal Rites das Licht der Welt erblickten; die Produktion ist aber, wie gesagt, aktualisiert und für die neuen Zeiten ordentlich aufgebrezelt. In der Klanglandschaft gibt es keine »Lücken«.

»Creatures Of The Dark Realm« ist also ein Album des Triumphs. In jeder Hinsicht. Schon allein das Cover, der Titel — die Exorzisten des Bösen gewinnen hier eindeutig. Vor allem aber haben Bloodbound mit diesem Album noch einen wichtigen Sieg errungen. Die hohe kreative Qualität des letzten Albums haben sie gehalten und auf das neue übertragen, das ihre Fans damit restlos glücklich machen wird. Die Formel, die sie vor Jahren aktualisiert haben — indem sie Sabaton-Rhetorik in ihre eigene kreative Frische einwebten —, zündet also nach wie vor auf vollen Touren.

Autor: Aleš Podbrežnik


Tracklist:
1. The Creatures Preludium
2. Creatures Of The Dark Realm
3. When Fate is Calling
4. Ever Burning Flame
5. Eyes Come Alive
6. Death Will Lead The Way
7. Gathering Of Souls
8. Kill Or Be Killed
9. The Gargoyles Gate
10. March Into War
11. Face Of Evil
12. The Wicked And The Weak

Besetzung:
Patrik Selleby – Gesang
Tomas Olsson – Solo-, Rhythmusgitarre
Fredrik Bergh – Keyboards, Hintergrundgesang
Henrik Olsson – Rhythmusgitarre
Anders Broman – Bass
Daniel Sjögren – Schlagzeug

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