Something Magic

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Autor: Peter Podbrežnik

Interpret: Procol Harum
Label: Chrysalis Records
Erscheinung: year
Laufzeit: 40:33
Wertung: 3.5/5

»Something Magic«, das neunte Studioalbum der englischen Progrocker-Pioniere Procol Harum, war zugleich ihr letztes vor der Auflösung und der Wiedervereinigung im Jahr 1991. Wegen eines unerwarteten Produzentenwechsels nahmen die Bandmitglieder unter Führung von Sänger/Pianist Gary Brooker und Texter Keith Reid das Album im amerikanischen Miami auf. Interessant und ungewöhnlich ist, dass Procol Harum während der Arbeit an »Something Magic« Keyboarder Pete Solley in ihre Reihen holten, während Langzeit-Organist Chris Copping für dieses Album zum Bassisten wurde, da jemand auf diesem Instrument den ehemaligen Bandkollegen Alan Cartwright ersetzen musste.

Die Kultband musste sich während der Entstehung von »Something Magic« mit schwindender Beliebtheit und der Feindseligkeit der meisten zeitgenössischen Journalisten auseinandersetzen, bei denen Brooker das Gefühl hatte, sie würden auf einen möglichst schnellen Zerfall von Procol Harum hinfiebern. Dafür nahm er sie im Text des prächtigen Symphoprog-Epos »The Worm and the Tree« gehörig aufs Korn, das in drei Teile aufgeteilt war und — wie der Großteil der Albumstücke — gespickt ist mit feinsinnigem englischen schwarzen Humor. Ein Progrocker-Epos in einer Ära zu schaffen, die solchen Unternehmungen immer weniger hold war, war ein mutiger Schachzug, grenzte aber gleichzeitig beinahe an kommerziellen Selbstmord. »The Worm and the Tree« war in allen drei miteinander verbundenen Teilen zugleich das Herzstück von »Something Magic« und eine der wenigen Kompositionen auf diesem Album, die einen Vergleich mit den besten Procol Harum-Werken verdient.

Verglichen mit manchen Prog-Rock-Alben, die in der zweiten Hälfte der Siebziger inmitten der Punk- und Disco-Invasion oder kurz vor der Auflösung einer einst erfolgreichen Band entstanden, war »Something Magic« alles andere als ein Fehlgriff und enthielt trotz einiger Schwächen auch einige schöne Überraschungen. Solleys symphonische Arrangements haben den traditionellen, auf Orgelschichten aufgebauten Procol Harum-Sound etwas aufgelockert und aufgefrischt, der damals eine zusätzliche Energiespritze brauchte, während das unschlagbare Kreativgespann Brooker und Reid nach wie vor wie geschmiert funktionierte.

Auf dem Titelstück und dem melancholischen »Skating on Thin Ice« regieren Brookers charakteristischer vokaler Sarkasmus, majestätische Orchesterarrangements mit geistreichen Klaviereinlagen an der Spitze, gelegentliche mehrstimmige Harmonien und intelligente Tempowechsel. »Mark of the Claw« enthält einige Bluesrock-Elemente dank energiegeladener Gitarrenpassagen unter der Regie von Mick Grabham. »Strangers in Space« ist eine recht repräsentative melancholische Ballade, deren Hauptreiz vor allem Brookers herzzerreißende Gesangsdarbietung ist. Das einzige untypische Stück auf dem Album ist der etwas zu fröhliche, ausgesprochen kommerzielle, aber harmlose Pop-Rocker »Wizard Man«.

»Something Magic« stellte einen durch und durch soliden, würdevollen (vorläufigen) Abschied der kultigen Progrocker-Pioniere dar, die ihrem eigenen Klangvermächtnis treu blieben. Tatsache ist, dass Procol Harum ihrem charakteristischen Klangbild treu blieben und sich nicht im Geringsten um die damaligen Trends scherten — und vielleicht war die Entscheidung für den (vorläufigen) Abschied nach dem kommerziell schwachen Echo auf »Something Magic« damals wirklich die bestmögliche Option. Die Wiedervereinigung der Klassikbesetzung im Jahr 1991, ohne den inzwischen verstorbenen Schlagzeuger B.J. Wilson, war zwar von kurzer Dauer, aber Brooker gelang es dennoch, dafür zu sorgen, dass die Procol Harum-Geschichte auch im 21. Jahrhundert erfolgreich weitergeht.

Besetzung

Gary Brooker – Gesang, Klavier, Orchesterarrangements (5)
Mick Grabham – Gitarre
Peter Solley – Orgel, Synthesizer
Chris Copping – Bassgitarre, Orchesterarrangements (2)
Barrie James Wilson – Schlagzeug, Percussion
Keith Reid – Texte

GASTMUSIKER:
Mike Lewis – Orchesterarrangements (1)

Produktion

Procol Harum, Ron Albert und Howie Albert

Tracklist

1. Something Magic (3:34)
2. Skating On Thin Ice (4:46)
3. Wizard Man (2:30)
4. The Mark Of The Claw (4:37)
5. Strangers In Space (6:02)
6. The Worm And The Tree (18:35) :
– Part one: Introduction / Menace / Occupation
– Part two: Enervation / Expectency / Battle
– Part three: Regeneration / Epilogue 

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