Datum izida: 16.05.1969
Založba: Regal Zonophone
Produkcija: Tony Visconti
Dolžina: 39:46
Zvrst: psychadelic folk / folk rock
Ocena: 6.5/10
Tyrannousaurus Rex, später vor allem als Glamrock-Champions T. Rex bekannt, agierten auf ihrem dritten Album »Unicorn« von 1969 noch immer als Vokal/Gitarren-Percussion-Duo in Gestalt von Marc Bolan und Steve Peregrin Took – mit Tony Visconti am Produktionspult. Bolan, der damals begann, auch Orgel zu erkunden, und Took, der gerade Bass spielen lernte, bereicherten und erweiterten für »Unicorn« den Sound der meisten Kompositionen dennoch ein wenig – was schon beim Eröffnungsstück »Chariots of Silk« deutlich wird. Bolans gesanglicher Fortschritt war vor allem in kurzen psychedelischen Folk-Balladen wie »The Throat of Winter« spürbar, während er noch immer am akustischen Gitarrensound festhielt – was angesichts der Richtung, die seine Musikkarriere schon bald einschlagen sollte, heutzutage geradezu unglaublich wirkt.
Auf »Cat Black (the Wizard’s Hat)« steuerte Visconti Klavierarrangements bei und schuf damit unbeabsichtigt das Stück, das von allem auf »Unicorn« dem noch am nächsten kommt, wozu sich Tyrannosaurus Rex bereits ein Jahr später verwandeln sollten. Dennoch war der Fortschritt damals noch zu gering, als dass sich »Unicorn« trotz seiner leichteren Zugänglichkeit wesentlich von den beiden Vorgängern unterschieden hätte. Bolan beharrte weiterhin auf seinen metaphysischen Texten, die größtenteils nur er selbst verstand – bevölkert von Feen und Kobolden sowie der Mythologie antiker Völker.
Das Stück »’Pon a Hill« war den bekannten Schwarz-Weiß-Fotografien von geflügelten Feen gewidmet, die sich später als Fälschungen beziehungsweise als Schwindel herausstellten. Stellenweise waren noch immer Einflüsse orientalischer Musik zu spüren, etwa auf »Evenings of Damask« und »Nijinski Hind«, da der orientalische Mystizismus Bolan zu jener Zeit ausgesprochen zusagte. Beim abschließenden, durch und durch psychedelischen Abenteuer gastierte der berühmte britische Radio- und Fernsehmoderator John Peel mit einer Rezitation – er war von Anfang an ein großer Unterstützer von Tyrannosaurus Rex gewesen und hatte sie wiederholt in seine Musiksendung The John Peel Show eingeladen.
Bolan und Took hielten sich auf »Unicorn« inmitten psychedelischer Träumereien noch immer an akustisch ausgerichtete Gefilde und beharrten darauf, die Mystik des obskur angehauchten psychedelischen Folks zu bewahren – obwohl man bei einer Handvoll Stücke schon heraushören konnte, dass dieser Zustand nicht ewig anhalten würde. »Unicorn« war die letzte Zusammenarbeit zwischen Bolan und Took, der kurz nach Erscheinen dieses Albums aus der Band geflogen wurde, weil Marcs Ego es nicht vertrug, dass der Schlagzeuger auf zukünftigen Alben eigene kompositorische Ideen einbringen würde. Er ersetzte ihn durch den weniger innovativen und talentierten Micky Finn, der zum langjährigen Drummer wurde, als Bolans anfangs obskure Gruppe unter neuem Namen Weltruhm erlangte – als T. Rex.
Avtor recenzije: Peter Podbrežnik
Seznam skladb:
1. Chariots of Silk
2. ‚Pon a Hill
3. The Seal of Seasons
4. The Throat of Winter
5. Cat Black (The Wizard’s Hat)
6. Stones for Avalon
7. She Was Born to Be My Unicorn
8. Like a White Star, Tangled and Far, Tulip That’s What You Are
9. Warlord of the Royal Crocodiles
10. Evenings of Damask
11. The Sea Beasts
12. Iscariot
13. Nijinsky Hind
14. The Pilgrim’s Tale
15. The Misty Coast of Albany
16. Romany Soup
Tyrannosaurus Rex:
Marc Bolan – Gesang, akustische und elektrische Gitarre, Harmonium, Orgel
Steve Peregrin Took – Schlagzeug, Bassgitarre, Percussion, Klavier
Gostujoča glasbenika:
Tony Visconti – Klavier (5)
John Peel – gesprochenes Wort (16)