Omen beim Premierenauftritt in Zagreb und 40 Jahre Album „Warning Of Danger“ (2026)

foto: ALEŠ PODBREŽNIK 2026
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Omen (Vorband: Granica Normale)
Sonntag, 24. 5. 2026 von 21.00 Uhr bis 23.45 Uhr
Zagreb / Hard Place / Kroatien


Omen! Legenden der amerikanischen Old-School-Heavy-Metal-Szene. Das Quartett, das in seiner langen Karriere seit der Gründung 1983 in Los Angeles so manche Höhen und Tiefen durchlebt hat, feiert das 40-jährige Jubiläum seines zweiten Studioalbums „Warning Of Danger“. So entschieden sich die kultigen amerikanischen Metaller für eine kurze Mai-Tournee durch Europa, die den Namen dieses unter Metalfanatikern überaus geschätzten Studioalbums trägt. Die Auswahl der Konzertorte ist diesmal besonders interessant — sie reihen sich so aneinander, dass zwischen manchen ein Abstand von über 1000 km klafft. Bemerkenswert ist auch, dass zwei Drittel der Tourdaten auf Konzerte in Griechenland entfallen (davon zwei auf Zypern). Umso unglaublicher das Glück, dass die Band in die wenigen verbleibenden europäischen Termine auch ihren Premierenbesuch in Kroatien mit einem Auftritt im Zagreber Club Hard Place eingeschmuggelt hat. Näher ran (an Slowenien) geht’s diesmal kaum. Nun, jener epische Tag — genauer gesagt der 17. 3. 2015, als Omen erstmals auch Slowenien mit einem Konzert in Kranj besuchten — ist noch immer sehr lebendig. Die Band hat sich in der Zwischenzeit bis 2022 drastisch verändert, sodass Omen heute in einer Besetzung unter der Leitung des unverwüstlichen Kenny Powell an der Gitarre agieren, während die drei übrigen Positionen belegen: der griechische Sänger Nikos Migus A. (bürgerlich Nikos Antonogiannakis), Schlagzeuger Reece Stanley und der 2022 hinzugestoßene Bassist Justin Riddler.

Die Achtziger sind Kult! Für Metal und Omen! Daran gibt es keinen Zweifel. Ihr Werk misst sich mit den prominentesten Namen der klassischen Metal-Ära. Omen bleiben Omen. Deshalb war dieser Besuch auch für slowenische Anhänger der Old-School-Metal-Schule ein echtes Privileg — eine Begegnung mit der Band hautnah.

Der Eröffnungsteil gehörte den Istrianern Granica Normale. Die Band wurde 2011 in Pazin gegründet. Das Quartett in der Besetzung Dino Sergo (Gesang, Gitarre), Ivan Miljavac (Gitarre), Ivan Mijandrušič (Bassgitarre) und Fabio Lukež (Schlagzeug) pflegt eine direkte, kühne und scharfe Heavy-Metal-Haltung mit spürbarer Punk-Rock-Garagenkonnotation. In 40 Minuten traten sie vor das zwar kleine Publikum, das ihnen zuhörte (die Mehrheit widmete ihre Aufmerksamkeit zu dieser Zeit draußen diversen alkoholischen Flüssigkeiten), aber sie machten das ungezähmt und sehr selbstbewusst. Man spürt, dass Clubs eigentlich die Heimat der Band sind und dass sie viel auftreten. An Eingespieltheit mangelt es ihnen nicht. Mit dem wütenden, autoritativen Gesang und überzeugenden Soloeinlagen durch die überzeugenden 45 Konzertminuten hindurch. Auch an eigenem Material hat sich mittlerweile genug angesammelt, sodass die Band langsam auch ihr Studio-Debüt herausbringen könnte. Wer im August dieses Jahres durch Istrien streift, kann die Band (zusammen mit den Landsleuten Keops) am 8. 8. 2026 bei einem Konzert in Pazin erwischen.

Omen betraten die Bühne um zehn Uhr abends. Und donnerten ganze eine Stunde und vierzig Minuten lang. Schon vor dem Konzert konnte man die Bandmitglieder draußen im Vorraum des Clubs abfangen, wo sie sich bei einem Getränk oder zwei die Zeit mit dem Publikum vertrieben. Auch der ausgesprochen umgängliche Bandchef Kenny Powell fehlte nicht, der seinen Fans gegenüber nicht mit Umarmungen und Händeschütteln sparte — so konnte man noch vor dem Konzert alle Selfies machen und Autogramme der Band sammeln! Unbezahlbar.

Die Band ist auf der Bühne außergewöhnlich! Auch dieser Club-Gig schlug einfach direkt und auf den Punkt in alle richtigen Zylinder, sodass man ihn nach den eigenen Maßstäben zu den süßesten Konzerterinnerungen zählen kann. Nicht nur die erstklassige Performance des Quartetts, das vor Selbstbewusstsein und Routine nur so strotzt, sondern die Vibration insgesamt. Das Publikum füllte den kleinen Clubraum, und die Band heizte es gleich zu Beginn mit zwei Warning Of Danger-Klassikern an (Termination und Ruby Eyes of the Serpent). Das Repertoire wurde mit Abstand von den ersten beiden Alben der Band dominiert, wobei „Warning Of Danger“ dem Album „Battle Cry“ etwas mehr Aufmerksamkeit abrang. Kultklassiker also. Besser als diese Auswahl geht’s nicht. Nikos erledigte seine Aufgabe mit einer Gesangsdarbietung als hervorragender Frontmann phänomenal und ließ sich durchgehend mit den Fans in den ersten Reihen ab, während ihm auch der ausgesprochen sympathische Bassist Justin in nichts nachstand. Und Kenny? Kenny füllte an diesem Abend den ganzen Hard Place. Was Hard Place! Die gesamte nahe Allee! Bei Road Warrior stieg er von der Bühne und spielte den Song mitten im Publikum, wobei nicht viel fehlte, dass er direkt aus dem Club marschiert wäre. Bis zur Allee! Die Band lieferte eine wunderbare Atmosphäre. Natürlich gab es auch gelegentliche Patzer. Die bleiben nicht aus. Aber dieses Miterleben, die Ehrlichkeit der Emotionen und der Leidenschaft. Das wiegt alles auf. Das ist der Kern. Und Club-Gigs in puncto solcher Authentizität zu überbieten, fällt einer größeren Spielstätte schwer. Das war also schlicht wieder eines jener unvergesslichen Konzerterlebnisse.

Die Band hatte während des Auftritts andauernd Probleme mit dem Schlagzeug. Gespielt wurde auf das Club-Drumkit des Veranstaltungsorts, das unter Russels gewaltigen Schlägen und dem Hagel aufgeheizter Grobheit unglücklicherweise nachgab, sodass der Techniker während des Auftritts ordentlich zu tun hatte, um diese Probleme zu beheben. In einem Teil des Konzerts brach sogar die Doppelbassdrum-Pedale auseinander.

Im großen Finale mit dem Klassiker Battle Cry trug der gesamte Clubraum Kenny auf den Händen. Der Kerl absolvierte ein episches Crowdsurf-Abenteuer, vom Bühnenrand bis zum Merchandise-Tisch auf der anderen Seite des Raums, und kehrte so wieder zur Bühne zurück. Auf den Händen des aufgedrehten Publikums!

Ein Omen-Konzert bleibt ein besonderes Erlebnis. Es erschüttert dich, saugt dich in sich hinein. Schon vor 11 Jahren in Kranj verließ ich das Zusammentreffen mit der Band unter ähnlichen Eindrücken. Die Zeitlosigkeit dieser klassischen Gitarrenphrasen, die zur Weltlegende der Metal-Geschichte gehören, und all diese Energie, wenn diese Phrasen live zum Leben erwachen. Das lässt sich kaum in wenigen Worten beschreiben. Das musst du einfach selbst erleben. Die Frage ist, wie viele solche Gelegenheiten noch zur Verfügung stehen werden. Aber eines ist sicher. Kenny und seine Crew haben nach all den Jahren des Trotzens noch immer nicht das verloren, was echten Konzertdynamit ausmacht, mit dem sie dich verzaubern. Hoffen wir also, dass diese Tournee der Band nicht ihr letzter Aufschrei ist, der das endgültige Abschied von den Bühnen des alten europäischen Kontinents bedeuten würde!

Text: Edita Klemen & Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Granica Normale – Setlist:
1. Not Afraid
2. Knowing On One
3. No Soul „Or Sound“
4. Breaking The Law
5. Die In Fear
6. Life Story
7. Cultural Collapse
8. Anabel
9. Pakal

Omen – Setlist:
1. Premonition (intro)
2. Termination
3. Ruby Eyes (of the Serpent)
4. The Axeman
5. Make Me Your King
6. Red Horizon
7. Don’t Fear The Night
8. V.B.P.
9. Die By The Blade
10. Hell’s Gates
11. March On
12. Death Rider
13. Teeth Of The Hydra
14. Be My Wench
15. Dragon’s Breath
16. Road Warrior
17. In The Arena
18. Warning Of Danger
—Zugabe—
19. Battle Cry


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