Metallreise durch die Zeiten mit Iron Maiden – Konzertbericht (Ljubljana, Arena Stožice, 28.5.2023)

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Iron Maiden
Ljubljana / Arena Stožice / Slowenien
Sonntag, 28. 5. 2023, 20:00 Uhr


Viele Fans der englischen Heavy-Metal-Institution Iron Maiden haben sich schon lange gefragt, warum diese berühmte Band, die ihre besten Songs in den Achtzigern geschrieben hat, bei Konzertauftritten hauptsächlich auf die bekanntesten Standards und neues Material setzt, während einige hervorragende Songs aus ihrer kreativsten Schaffensphase völlig übergangen werden und seit Langem oder sogar noch nie ihren Weg ins Konzertrepertoire gefunden haben.
Das galt ganz besonders für das Science-Fiction-geprägte Album »Somewhere In Time« aus dem Jahr 1986, das schon bei seiner Veröffentlichung etwas Besonderes war – dank des innovativen Einsatzes von Gitarren-Synthesizern –, und heute als einer ihrer kreativen Höhepunkte gilt. Abgesehen von den fast schon legendären Konzertstandards »Wasted Years« und vor allem »Heaven Can Wait«, das die Maiden bei früheren Konzerten hauptsächlich zum Aufheizen des Publikums nutzten, war seit dem Ende der »Somewhere In Time«-Tour kein anderer Song von diesem Album mehr live zu hören. Einige davon wurden nicht einmal während der Tour von 1986 gespielt.
Die meisten Fans haben sich eben damit abgefunden, dass »Somewhere In Time« nie zu den Lieblingsalben von Iron Maidens charismatischem Sänger Bruce Dickinson gehörte, der darauf einen etwas geringeren kreativen Stempel hinterließ als sonst. Generell sind die Maiden, besonders in den letzten zwei Jahrzehnten, beim Zusammenstellen ihrer Setlisten ziemlich berechenbar geworden, um nicht zu sagen auf Nummer sicher gehend – lang vergessene Songs aus den guten alten Zeiten spielten sie eher selten nach langer Pause, während vom neuesten Album in der Regel mindestens sechs Songs gespielt wurden, auch wenn einige davon schwankende Qualität hatten.
Vor der neuen Konzerttournee mit dem bezeichnenden Titel ‚Somewhere Back In Time‘ zur Unterstützung ihres jüngsten Albums »Senjutsu« aus dem Jahr 2021 haben sie sich dennoch entschieden, auf die Wünsche der Fans zu hören, und sowohl neues Material als auch einige seit Langem oder überhaupt nie gespielte Standards des zuvor erwähnten Meisterwerks »Somewhere In Time« ins Konzertrepertoire aufzunehmen.
Nostalgie ist in den letzten Jahren zu einem starken Marketing-Magneten in allen populären Medien geworden – von Musik über Filme und Serien bis hin zu Videospielen –, und auch die Maiden haben das gespürt, denn sie kennen sich in diesen Dingen sehr gut aus. Trotz dieser kapitalistischen Kalkulation liegt einer der Hauptunterschiede zwischen den Maiden und manch anderen berühmten Metal- und Rockbands, die im Laufe der Jahre zu regelrechten Konzerninstitutionen geworden sind, vor allem darin, dass die englischen Metal-Könige bei Konzertauftritten selten enttäuschen und in der Regel ihr Bestes geben – auch wenn einige an ihren letzten Auftritt in Ljubljana im Jahr 2007 noch eher gemischte, wenn nicht gar schlechte Erinnerungen haben.
Kein Wunder also, dass es für alle slowenischen Maiden-Fans nach fast sechzehn Jahren Durststrecke eine wunderbare Nachricht war, dass das erste Datum der neuen Konzerttournee in der Arena Stožice in Ljubljana stattfinden würde, während die Aussicht auf ein ‚ungewöhnliches‘ Konzertrepertoire die ohnehin schon hohen Erwartungen noch weiter anfachte. Auch als die brennende Sonne noch hoch am Himmel stand, war bereits alles für das größte Metal-Fest auf heimischem Boden vorbereitet, sodass es wirklich keine Überraschung war, dass sich schon lange vor Beginn des ausverkauften Konzerts in- und ausländische Besucher vor der Halle drängten. Einige der treuesten Fans stimmten sich auf den Auftritt der größten britischen Metal-Institution bereits einen Tag zuvor ein, als British Lion in Ljubljana spielten – die Band des unverwüstlichen Iron Maiden-Bassisten, Gründers und Chefs Steve Harris.
Fürs ‚Aufwärmen‘ als Vorband zu Beginn des Konzertabends sorgten Raven’s Age, gegründet von Gitarrist George Harris, unter Metal-Fans besser bekannt als Sohn von Steve Harris. George und seine musikalischen Mitstreiter lieferten einen völlig vergesslichen Auftritt ab und setzten damit eine für Iron Maiden geradezu notorische, langjährige Tradition von schlechten oder genremäßig völlig unpassenden Vorbands fort – besonders was die Auswahl für ihre Touren durch Kontinentaleuropa betrifft. Die hoffnungsvollen Jungs begeisterten nämlich kaum jemanden in der Halle mit ihrem blutleeren Einheitsbrei aus melodischem Metalcore, Mainstream-Metal und Groove Metal, angeführt von Matt James‘ anstrengend dünnem Gesang. Leider haben wir uns auch diesmal davon überzeugt, dass manchmal ‚der Apfel weit vom Stamm fällt‘ bzw. der Einfluss der Genetik oft überschätzt wird – was all jene nicht überraschte, die sich an Steves frühere (erfolglose) Versuche erinnern, seiner Tochter Lauren und ihrer Band als Iron Maiden-Vorband zu einer großen Musikkarriere zu verhelfen.
Darauf folgte die Vorbereitung auf das Hauptereignis des Abends sowie ein kompletter ‚Umbau‘ der Instrumente und der Bühnenkulisse, angeführt vom riesigen Schlagzeug-Set von Drummer Nicko McBrain. Wie die Maiden das schon immer beherrschen, haben sie die Bühnenszenographie dem historischen bzw. Samurai-futuristischen Thema angepasst, das am besten durch die beiden Hälften von Eddies Kopf – Samurai und Cyborg – symbolisiert wurde. Im letzten Jahrzehnt haben ihre Shows noch an Spektakel und Bühnenspaß gewonnen, sodass in der neueren Konzertzeit gleich drei verschiedene animatronische Eddies auf die Bühne marschieren (vier, wenn man den riesigen aufblasbaren Eddie-Kopf am Ende des regulären Konzertprogramms mitzählt) – statt eines einzigen, wie es früher üblich war.
Einige aufmerksame Fans entdeckten schon vor dem Auftritt seiner Schützlinge auch Maiden-Langzeit-Manager Rod Smallwood am Mischpult, der beim ersten Datum der Tournee persönlich darüber wachte, dass alles so läuft, wie es soll. In dem Moment, als der UFO-Standard »Doctor Doctor« durch die Halle hallte, war klar, dass alles bereit ist für die Zeitmaschinen-Reise zurück in die Vergangenheit und wieder zurück in die Gegenwart, die inzwischen schon Zukunft geworden ist. Das Finale von Vangelis‘ Soundtrack zum unvergesslichen Film Blade Runner hat uns endgültig zurück ins Jahr 1986 ‚teleportiert‘, als Eddie und Skeletor auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte waren und voneinander lernten, wer die erfolgreichere Kreuzung aus Untoten und Cyborg sein wird.
Schon lange vor dem Konzert kursierten unter den Fans zahlreiche Spekulationen über die Setlist und darüber, mit welchem Song die Maiden ihren Auftritt eröffnen würden. Alle, die nicht allzu sehr fantasiert, aber trotzdem still gehofft hatten, dass es »Caught Somewhere In Time« sein würde – das großartige Eröffnungsstück von »Somewhere In Time« –, haben richtig geraten. Der Einstieg in den futuristischen Klassiker – der an diesem Abend erstmals seit der Tour von 1986 gespielt wurde – war etwas holprig, da die Maiden die Gitarren-Synths nicht mitgebracht hatten, die sie Mitte der Achtziger verwendeten, und auch der Übergang in den knackigen Anfangsteil der besagten Delikatesse nicht ganz im Takt saß; aber der leicht bittere Nachgeschmack verflog schnell, schon nach wenigen Sekunden, als das sehr gelungene Weiterspielen einsetzte und wir zum ersten Mal alle sechs Bandmitglieder auf der Bühne sahen.
Alle drei Gitarristen – Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers – nahmen ihre Standardpositionen ein und wechselten sich abgestimmt und enthusiastisch bei den ihnen ‚bestimmten‘ Soli ab, während Steve als ewiger Antreiber und der für allerlei Bühnenclownereien stets gut aufgelegte Nicko das Tempo diktierten – beide noch immer in ausgezeichneter Form. Bruce marschierte in futuristischem Outfit auf die Bühne – langer Mantel und Grufti-Brille –, und erinnerte damit ein wenig an Doc Brown aus dem zweiten Teil der legendären Filmtrilogie ‚Zurück in die Zukunft‘. Sofort wurde uns klar, dass die Gesangskünste des 65-jährigen Metal-Veteranen – der zuletzt bei uns gar nicht so lange zurück im Cankarjev dom gastierte – schlicht atemberaubend sind und er praktisch jeden alten, anspruchsvollen Song aus dem reichen Maiden-Katalog singen kann. Nach den nicht ganz idealen Einstiegssekunden beglückten sie uns schnell mit einer kraftvollen Eröffnung und einer starken Konzertversion eines der besten Songs ihrer Diskographie.
Auch die sehr passende Fortsetzung mit dem nostalgischen »Stranger In a Strange Land« – das erstmals seit 1999 wieder in die Setlist aufgenommen wurde – erfreute all jene, die bei Konzerten jahrelang mehr Material aus »Somewhere In Time« vermisst und bereits abgeschrieben hatten, dass bestimmte Songs aus dieser Ära jemals wieder live gespielt werden. Und zum ersten Mal an diesem Abend spazierte der animatronische Eddie über die Bühne, der auf das Cover der »Stranger In a Strange Land«-Single abgestimmt war, auf der die Maskotte der Band zur Kreuzung aus Cyborg und Zombie-Version des heute schon 92-jährigen Clint Eastwood in einem seiner kultigen Spaghetti-Western wurde.
Die Maiden wären nicht die Maiden, wenn ihr Konzert nicht mindestens fünf Songs vom aktuellen Studioalbum enthielte – und so war es auch an diesem Abend. »Senjutsu« ist trotz des Samurai-Stempels auf Cover und einigen Songs ein ziemlich unbeständiges Album, das einige gute und einige übermäßig ausgedehnte, wenn nicht gar offen langweilige Momente enthält – wovon man sich auch bei den Konzertversionen einiger neuer Songs überzeugen konnte. Zu den besseren »Senjutsu«-Momenten gehört zweifellos »Writing On the Wall«, das zwar bereits auf der vorherigen Tournee erstmals vorgestellt wurde und zu den inspiriertesten Iron Maiden-Singles der letzten zwanzig Jahre zählt. Auch live machte es eine absolut passable Figur, vor allem dank des hervorragenden Refrains. Vor der Darbietung des besagten Songs brachte uns Bruce mit einer kurzen Anekdote über seinen Toilettenbesuch auf Schloss Bled zum Lachen, an den er sich wegen einer bestimmten Inschrift an der Wand erinnert.
Weniger interessant wirkten trotz futuristisch gefärbter Texte »Days of Future Past« und das etwas ausgedehnte »Time Machine«, die auf der aktuellen Tournee erstmals gespielt wurden. Genau als die Gefahr bestand, dass ein Teil des Publikums langsam in Mutlosigkeit verfällt und zu denken beginnt, dass der großartige Konzertauftakt zugleich auch sein Höhepunkt war und danach keine Überraschungen mehr kommen würden, überraschten uns die Maiden mit einer starken Version des immer unterhaltsamen und energiegeladenen »The Number of the Beast«-Standards (1982) »The Prisoner«, den sie zum ersten Mal seit 2014 spielten.
»Death of the Celts«, das an diesem Abend ebenfalls erstmals vor Konzertpublikum gespielt wurde, zählt trotz einiger vielversprechender Momente leider ebenfalls zu den übermäßig ausgedehnten Werken des neuen Albums, sodass die Begeisterung des Publikums während seiner Darbietung etwas abflaute. Was von schottisch-patriotischen Themen durchdrungene Standards in der Ausführung einer der englischsten Bands der Welt betrifft, ist der »Virtual XI«-Standard (1998) »The Clansman« im Vergleich immer noch die bessere Wahl.
Die Maiden brachten die Dinge schnell wieder in Ordnung mit zwei beliebten, wenn auch etwas erwartbaren Standards. Sowohl der »Seventh Son of a Seventh Son«-Evergreen (1988) »Can I Play With Madness«, der nach neun Jahren wieder in die Setlist zurückgekehrt ist, als auch das bereits erwähnte »Heaven Can Wait«, das seit 2008 nicht mehr live gespielt wurde, haben die Fans ordentlich ‚aufgeweckt‘, bevor zufällig Apathie unter ihnen hätte Einzug halten können. Während »Heaven Can Wait« lieferte sich Bruce mit Hilfe einer Art ‚Laser‘-Kanone ein Gefecht mit Eddie als futuristischem Cyborg mit ‚Laser‘-Pistole, der gegen den Gegner schwache ‚festliche‘ Raketen abfeuerte – bei solchen Bühnenshows gab es wirklich keine Gelegenheit zur Langeweile, was seit Langem eine der Hauptqualitäten von Iron Maiden-Konzerten ist.
Das epische »Somewhere In Time«-Glanzstück »Alexander the Great« ist jener Song, der unter den meisten Maiden-Fans seit sehr langer Zeit außerordentliches Ansehen genießt. Bis vor Kurzem stand er ganz oben auf der Liste der Songs, die Iron Maiden nie live gespielt haben, obwohl sie es schon vor mehr als fünfundzwanzig Jahren hätten tun sollen. Aus mysteriösen Gründen wurde er nicht einmal während der »Somewhere In Time«-Tour gespielt.
An diesem Abend erfüllten sich endgültig die Sehnsüchte aller Fans, die bereits abgeschrieben hatten, dass die Maiden jemals das unvergessliche Epos über Aufstieg und Fall des größten Feldherrn der Antike live spielen würden – jenes Mannes, der seine Lebensreise viel zu früh in Babylon beendete, nachdem er den größten Teil der damals bekannten Welt erobert hatte. Bruce sang das alles trotz der beträchtlichen stimmlichen Anforderungen dieses Evergreens souverän durch, während auch alle Instrumentalisten ‚ihr Bestes gaben‘ – auch bei den einzelnen Gitarrensoli. Das bedeutet, dass dieses großartige und epische Drama über eine der ungewöhnlichsten und noch immer enigmatischen Figuren der Menschheitsgeschichte in Ljubljana endlich seine Premiere erlebte. Gleichzeitig war es zweifellos der Höhepunkt des gesamten Abends, und so mancher konnte lange nicht glauben, dass sich sein größter Konzert-Wunsch nach all den Jahren endlich erfüllt hatte. Wer bis dahin im Publikum noch gezweifelt hatte, dass die Maiden unfähig wären, bestimmte längst ‚vergessene‘ Meisterwerke zu spielen, musste diesmal den Mund halten.
Der Abschlussteil des Konzerts verlief deutlich vorhersehbarer, denn Iron Maiden müssen einfach zumindest einige ihrer bekanntesten Standards spielen, auch wenn einige davon bereits ziemlich ‚abgedroschen‘ sind. Dazu gehört vor allem »Fear of the Dark« vom gleichnamigen Album, das nach dem phänomenalen »Alexander the Great« sogar leicht antiklimatisch wirkte, obwohl sich Bruce – der sich für diese Gelegenheit eine Kapuze aufgesetzt hatte – und seine Mitstreiter beim Erzeugen der für diesen Standard typischen düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre Mühe gaben. Während der Aufführung der Hymne »Iron Maiden« – dem obligatorischen Abschluss des regulären Teils – zog Bruce eine Lederjacke an, während sich ihm im Anfangsteil der mit einem Katana bewaffnete Samurai-Eddie auf der Bühne gesellte. Beim Klimax dieses Evergreens blähte sich im Hintergrund noch der riesige Kopf des Samurai-Eddie auf, womit das reguläre Konzertprogramm zu Ende war.

In der Zugabe spielten die Maiden etwas überraschend das epische »Hell On Earth«, das zweifellos zu den Highlights von »Senjutsu« zählt, sodass selbst all jene seine Darbietung nicht bereuten, die dem neuen Album nicht allzu viel abgewinnen können. Dieser ausgezeichnete Song, der live sogar besser klang als die Studioversion, hat zugleich den Zeitgeist bzw. ‚Geist unserer Zeit‘ sehr gut eingefangen und wurde von zahlreichen Flammen sowie einem postapokalyptischen Hintergrund begleitet, auf dem die eingestürzte Freiheitsstatue mit Eddies Kopf hervorstach. Der bekannteste »Peace of Mind«-Standard (1983) »The Trooper«, der diesmal etwas weniger britisch gefärbt war – also ohne Bruces übliches Schwenken des Union Jack –, fehlte auch diesmal nicht, obwohl einige ihn nicht allzu sehr vermisst hätten, wenn sie stattdessen noch eine ‚vergessene‘ Delikatesse aus den Achtzigern gespielt hätten.
Die Zugabe schloss mit der irgendwie erwarteten »Somewhere In Time«-Single »Wasted Years«, die die Zahl der gespielten Songs von diesem Album auf fünf erhöhte (bisher absoluter Rekord). Dieser im Konzertkontext nicht allzu seltene, aber immer noch ausgezeichnete und nostalgisch gefärbte Standard, der zuletzt vor sechs Jahren live gespielt wurde, stellte dennoch einen glücklich gewählten Abschluss eines in jeder Hinsicht fantastischen Konzertabends dar. Die Band verabschiedete sich mit heiteren Gesichtern bei den Klängen des Monty-Python-Songs »Always Look On the Bright Side of Life« von der ekstatischen Menge, die noch eine Weile blieb, nachdem das Licht in der Halle schon längst wieder angegangen war. Es war schön zu sehen, dass Band und Publikum an diesem Abend mehrmals miteinander ‚verschmolzen‘. Die Bandmitglieder spürten schnell die positive Energie zwischen Bühne und Publikum, und auch Bruce – der durchaus bissig werden kann, wenn das Publikum nicht die richtige Begeisterung zeigt – war sichtlich zufrieden. Die weniger positive Seite dieses Abends bildete beim Konzertausgang eine wilde Schlägerei mit schwerer Verletzung eines Konzertbesuchers, der versucht hatte, Nickos Schlagzeugfell zu ergreifen, und dabei kaum mit dem Leben davonkam. Zu derartigen Gewaltvorfällen bei Konzerten sollte es schlicht und einfach nicht kommen, aber ein längerer Kommentar dazu gehört bereits in ein anderes Thema.

Wunderschöne Gefühle erfüllten uns noch lange nach dem Ende dieser unvergesslichen Konzertreise durch die Zeit, denn Ljubljana empfing nach sehr langer Zeit endlich wieder eine bestens aufgelegte Version von Iron Maiden und schrieb sich mit der ersten Konzertdarbietung des unvergesslichen Klassikers »Alexander the Great« in die Metal-Geschichte ein – zweifellos der Höhepunkt des Abends. Jetzt könnte man lang und breit darüber sinnieren, dass es wieder etwas zu viele Darbietungen neuer Songs gab, die nicht alle auf demselben Qualitätsniveau liegen, und dass man statt »Fear Of the Dark« und »The Trooper« zum Beispiel »Sea of Madness« und »Loneliness of the Long Distance Runner« hätte spielen können oder den Auftritt zumindest mit noch einer Überraschung verlängert hätte – aber man muss zugeben, dass die Maiden an diesem Abend sogar einige der wildesten Erwartungen übertroffen haben, sodass sie für das Gehörte und Gezeigte beim ersten Datum der aktuellen Konzerttournee eine ausgezeichnete Bewertung verdienen.

Autor: Peter Podbrežnik
Fotos: Denis Paradiž

Setlist:

  1. Caught Somewhere in Time
  2. Stranger in a Strange Land
  3. The Writing on the Wall
  4. Days of Future Past
  5. The Time Machine
  6. The Prisoner
  7. Death of the Celts
  8. Can I Play With Madness
  9. Heaven Can Wait
  10. Alexander the Great
  11. Fear of the Dark
  12. Iron Maiden
    ——BIS——-
  13. Hell On Earth
  14. The Trooper
  15. Wasted Years
6 Comments
  1. Marko says

    Setlist je bil odlicen. Fear of the Dark, The Trooper in Death of the Celts bi lahko bili kandidati za zamenjavo, vendar je vsak od teh vseeno igral svojo vlogo, prva dva za zadovoljitev bolj casual obiskovalcev, drugi pa za promocijo novega albuma, kar je razumljivo.

    Velja pa omeniti katastrofalno akustiko Stozic in neprofesionalno, ce ne na momente celo malomarno delo tonske ekipe. Na mestih dvorane, kjer bi moral biti zvok najboljsi, vecinoma sploh ni bilo mogoce razlociti igranja posameznih clanov banda, temvec se je vse skupaj zgostilo v neko „muddy“ fuzijo akusticne zalosti. Bruceov vokal je bil vecinoma potisnjen prevec v ozadje, porezani pa so bili tako nizki kot visoki rangi tonov.

    Kdor je skrbel za ozvocenje in nasplosno tonska ekipa, niso bili kos takemu kovu koncerta in niso znali ustrezno prilagoditi opreme za tonski spekter banda.

    Poleg navedenega je bil tudi band malce v formi, ki je pogosta za zacetek turneje. Bilo je precej napak, igranja izven ritma, kitare so pri dolocenih komadih vidno izgubile uglasitev. Sem pa preprican, da bodo Maidni to resili v nadaljnjih koncertih in prisli v vrhunsko formo tekom turneje.

    Turneja je must see, so pa verjetno lahko veseli tisti, ki so oklevali do zdaj, saj bodo po vsej verjetnosti videli Maidne na drugih lokacijah v precej boljsi formi in predvsem z boljsim ozvocenjem.

  2. Matija says

    Uh, bilo je kar hudo. Čeprav Maidni ne spadajo med moje top bande, pa zame nikoli ni bilo dvoma, da gre za največji metal band. Energija, ki jo možakarji vlagajo v vse, kar počnejo, je preprosto nenadkriljiva.

    Žal sem si tokratni koncert ogledal od precej daleč, tam nekje pod streho, doslej namreč nisem bil vajen, da je treba navaliti na karte prvi dan prodaje. Zvok tam gori pri nas je bil še kar soliden, razen med Prisonerjem, ko se je zdelo, da jim je Sharon izklopila kabel za napajanje kitarskih ojačevalcev. Da se razumemo, zvok je bil bolj ali manj slab, daleč najslabši med vsemi Maiden koncerti, ki sem jih videl, ampak še vedno veliko boljši, kot na mojem doslej edinem obisku v Stožicah, na škorpijonih – takrat sem bil tik pod odrom in tam je bil zvok katastrofa.

    Band seveda odličen, le priznati moram, da se vedno znova vprašam, ali Janick tudi kaj igra, ali samo pleše. 🙂

    Setlista dobra, seveda bi si sam želel manj Senjutsuja in morda kakšen komad več iz prvenca, ali pa s Peace Of Mind. In ne vem, zakaj sem imel občutek, da je nekako zadnji hip odpadel še en dodatek.

    Definitivno Up The Irons.

    Palce dol pa za najnovejšo sramotno potezo pohlepnega upravitelja Stožic, namreč kavcijo v obliki nepovratnega zelenega žetona. Česa podobnega nisem videl še nikoli nikjer, pa sem marskaj obredel. Če smo že Slovenci navajeni, da se oblastniki lahko delajo norca iz nas, pa je treba upoštevati, da je več tisoč obiskovalcev prišlo iz sosednjih držav in so gotovo bili navdušeni nad novim davkom. Argumenti upravitelja, da ne gre za kavcijo, ampak za trajnostni prispevek, je seveda bullshit, ker je nekdo, ki je spil samo en pir, plačal enako kot oni, ki jih je spil 10.

    Sicer pa moram reči, da je seveda fajn, da sem po koncertu hitro doma, ampak po drugi strani pa mi je koncertno nomadstvo tako zlezlo pod kožo, da mi kar nekaj manjka, če se ne peljem vsaj 200km daleč. Naslednja postaja – Kiss v Munchnu čez dva tedna.

    1. Poba says

      Hej Matija, dejansko. Tole z zelenimi knofi je tak ultra nateg in poniževanje. V Nemčiji, Avstriji, skratka vseh normalnih državotvornih institucijah, kar nategunsko podjetje Slovenija nikoli ne bo, dobro vedo kaj je to „Pfand“.

      Že na Bryanu Adamsu decembra lani, sem naletel na dve skupini obiskovalcev koncerta iz Avstrije, ki so zmotno mislili, da dobijo evro nazaj za vsak žeton, ko bodo nehali naročat pivo.

      To je možno samo v tem zavoženem slovenistanu, ki mu ni rešitve. Smo balkanci in to bomo ostali. Kralji nategunstva in prevar.

      Glede Maiden, bom jaz itak še dve praški reportaži pripravil, taki fenovski. Pač enkrat junija, po dopustu. Tud jaz sem spremljal ljubljanski koncert ‚pod stropom‘, komaj sem dobil dve karti.

      Mi pa zvok ni deloval napačno, tud Brucea se je dobro slišalo. Fušev pa ogromno. A bodrilna novica. Že na naslednjem praškem koncertu jih je bilo manj, na tretjem špilu se pravi 31. 5. 2023 (znova Praga) pa še manj.

      Pogrešam pa McBrainove rollinge, ki so na Somewhere In Time komadih v živo postali precej poenostavljeni, medtem ko mi pajac Gears od nekdaj ne sede in mi tako ali drugače že a priori kvari Maiden koncerte.

      Hecno je opazovat Harrisa, kako v delih koncerta skupine teka od enega do drugega kitarista in jih dejansko ‚opominja‘ kaj morajo storiti, da so pri stvari, …. turneja je na začetku in še vedno se kar precej ‚uvežbavajo‘. Sem pa prepričan da bomo naslednje leto deležni še drugega dela evropske turneje 😀

      Kapo dol za Kiss. Midva imava dons Scorpions v Brnu, potem pa nazaj v Prago (najprej spotoma v tamkajšnji klub Futurum na Voivod) in pol finale 10. 6. 2023 na Kiss (02 Arena) 😀

      Se veselim tvojih komentarjev tudi v bodoče 😀

  3. Matija says

    Evo, včeraj sem si v Munchnu ogledal Kiss. NIsem fan, ampak pred upokojitvijo sem si jih po več izpuščenih priložnostih vendarle odločil ogledati. Zakaj to omenjam pod reportažo Maiden? Ker gre za podobno velik koncert. Po mojem prepričanju namreč band spoštovanje do gledalcev in tudi samospoštovanje med drugim pokaže tudi z izbiro predskupine. In tu so Kiss zadeli v črno z Airbourne. Nisem Airbourbe fan, sicer vem, kakšno glasbo igrajo, vendar nimam nobenega albuma niti ne poznam naslova nobene pesmi. Ampak fantje so v večerni pripeki udarili na polno, direkt v žilo, publika je bila navdušena. Igrajo pa seveda take sorte umazan rock’n roll, da je tako njim kot publiki jasno, kaj hočejo in zakaj so tam. Za razliko od The Raven Age s trpečim in napornim metalom, pri katerem ne veš, kaj naj počneš, naj skačeš, ali pač potrpiš in čakaš, da mine. No , seveda pa tudi pri The Raven Age tako oni kot publika vedo, zakaj so tam.

    Daleč so časi, ko so nam Maiden za ogrevanje pripeljali Anthrax ali pa Waysted z mladim pevcem veličastnega glasu Dannyem Vaughnom.

    1. Poba says

      Hej hej super,

      Na RL bo report s Kiss koncerta v sklopu turneje tih zadnjih 50 koncertov ever, pripravljen z njihovega praškega koncerta 11. 6. 2023, ko so nastopili v O2 Areni.

      Samo časa ni. Oziroma te ‚fan‘ reporte (beri: kupljena vstopnice + fotke s smart phoneom) bom priložnostno štukal v dnevni update v prihajajočih dneh…

      Pred Kiss so v Pragi nastopili Dirty Honey – cool glam rock revival band.

      Airbourne sem gledal ene dvakrat. Nikol me niso posebno vzdražili, ker preočitno kopirajo AC/DC, imajo pa ‚bestialno‘ odrsko energijo in to šteje, ko prideš na njihov koncert 😀

      Kako je v Münchnu? Vem da je vseskupaj precej drago postalo v solo režiji z avtom.. ampak vseeno. A še kej ’sitnarijo‘ okol tega krepa s Covid-19 plandemijo … po pravici povedano me je minilo potovati v Nemčijo na koncerte prav zaradi tega, kar se tam dogaja vse od marca 2020 dalje.

      Me pa matrajo mal Maiden 31. 7. 2023,… ampak je to bolj utopija. Bom počakal na kakšne dodatne termine za Evropo v letu 2024 😀

  4. Matija says

    Točno tako sem doživel Airbourne, kot si jih opisal. So pravzaprav idealni za predskupino na velikih koncertih.

    Meni je Munchen vedno bil kul, tudi živel sem tam nekaj let. Je super kraj za živet. Mene sicer Covid ukrepi nikoli niso motili, ampak zdaj jih več tako ali tako ni. Maske nosijo samo še kitajski turisti, tako kot pred pandemijo.

    Drži pa, da postaja pot v Munchen draga, sploh v naših letih, ko raje prespim, kot da bi po koncertu takoj šel za volan in ves skrokan pičil domov.

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