John Paul Hammond (auch bekannt als John Hammond Jr.), Blues-Gitarrist und Sänger, einer der ersten weißen amerikanischen Interpreten des traditionellen Blues, ist am 28. Februar gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Die Nachricht von seinem Tod veröffentlichte als Erster der Sänger und Gitarrist Paul James, ein langjähriger Freund und Weggefährte von Hammond, der auf Facebook schrieb, die traurige Nachricht von Hammonds Frau erhalten zu haben — der früheren Marla Silver, mit der Hammond 32 Jahre verheiratet war.
Als Sohn des berühmten Musikproduzenten und Talentsuchers John H. Hammond kam der jüngere Hammond nicht durch die Unterstützung seines Vaters zum Blues, sondern über den Folk-Boom Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre, den er hautnah miterlebte, als er seine Tage (und schließlich auch sein Leben) im New Yorker Greenwich Village verbrachte. Dort gewann er sich eine Fangemeinde, indem er klassische Blues-Standards in Clubs und Cafés spielte. 1963, mit gerade mal 20 Jahren, begann seine 60-jährige Musikkarriere, im Laufe derer er mit einigen der bedeutendsten und meistgeschätzten Künstler aller Zeiten zusammenarbeitete.
Auch wenn Hammond nie ein kommerzielles Phänomen war — als Performer und Musiker war er immer voll ausgelastet!
John Paul Hammond wurde am 13. November 1942 in New York geboren. Er war der Sohn von John H. Hammond und der Schauspielerin Jemison McBride. Seine Eltern trennten sich, als er 5 Jahre alt war. Der jüngere Hammond blieb zwar in Kontakt mit seinem Vater, doch das Verhältnis war sehr distanziert. John P. Hammond wusste tatsächlich nicht, wie bedeutend sein Vater im Musikgeschäft war, bis er selbst Berufsmusiker wurde.
So entdeckte John P. Hammond den Blues auf eigene Faust. In der Highschool hörte er alles, was damals in der Bluswelt verfügbar und zu haben war. Jimmy Reed wurde schon bald sein Idol, nachdem er ihn zum ersten Mal im Apollo Theatre erlebte. Mit 18 kaufte er sich eine Gitarre und übte fleißig.
Nach einem Jahr am Antioch College in Ohio brach Hammond das Studium ab, um Bluesmusiker zu werden. Es war das Jahr 1962, und der amerikanische Folk war auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Hammond reiste nach Kalifornien, wo er auf den Straßen von Los Angeles spielte, bevor er in Clubs Fuß fasste. Dann kehrte er in den Osten zurück, wo er genug Erfahrung und Praxis gesammelt hatte, um kurz nach seiner Rückkehr nach New York einen Auftritt beim Newport Folk Festival zu landen. Kurz darauf erschien sein erstes Studioalbum — das selbstbetitelte Debüt — beim Label Vanguard Records.
Hammond ließ sich im Viertel Greenwich Village (Westseite von Lower Manhattan in New York) nieder, wo er bestens vernetzt war. Er verkehrte u. a. mit Bob Dylan, Mississippi John Hurt und Jimi Hendrix. 1968 gründete Hammond sogar kurzzeitig eine Band zusammen mit Hendrix und Eric Clapton, während er eine Woche lang im Gaslight Café spielte. Auf seinem dritten Album „So Many Roads“ von 1965 wirkten zum Beispiel drei Musiker mit, die kurz darauf The Band gründeten. Hammond empfahl sie Dylan, der sie auf seine nächste Tournee mitnahm. 1969 gründete er außerdem eine Band, in der Duane Allman E-Gitarre spielte.
Hammond machte weiter mit Aufnahmen und Tourneen — mal mit Ad-hoc-Bands, mal mit Blues-Kollegen wie Mike Bloomfield und Dr. John, mit denen er 1975 das Album „Triumvirate“ einspielte. Ab 1976 konzentrierte er sich auf seine Solokarriere. 1984 erschien das Album „Blues Explosion“, an dem Stevie Ray Vaughan, Koko Taylor und Luther Johnson mitwirkten — es brachte ihm einen Grammy ein. Neben dem Grammy holte Hammond im Laufe seiner Karriere noch acht Blues Awards. 2011 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen.