Vor einigen Tagen hat die slowenische Rock- und Metal-Szene Sašo Banovič verloren, eine der bedeutendsten Figuren aus der Gegend um Postojna, der durch sein Engagement, seinen Enthusiasmus, seine Leidenschaft und seine unablässige Einbindung in den musikalischen Rock-Aktivismus einen unauslöschlichen Stempel hinterlassen hat – nicht nur in der lokalen, sondern in der gesamten slowenischen Rock- und Metal-Szene.
Sašo galt in erster Linie als herausragender Vokalinterpret, exzellenter Texter und musikalischer Aktivist. An alles, was er anpackte, ging er mit vollem Herzblut heran, und seinem Herzen folgte er stets mit absoluter Hingabe und grenzenlosem Einsatz – womit er oft wie eine Art Antriebsmotor wirkte, ein großer Motivator voller positiver Energie, von der sich seine musikalischen Weggefährten nur allzu gern anstecken ließen. In Postojna und Umgebung galt er durch die Neunziger bis zu seinem viel zu frühen Tod als eine der tragenden Säulen, die den dortigen Rock’n’Roll-Puls am Leben hielt.
Sašo hinterließ in seiner Karriere Spuren in den Bands Robin F‘ Hood, Generacija X und Funkoolo, außerdem nahm er einige Songs unter dem Namen Sash in prijatelji auf. In der ersten Hälfte der Neunziger startete Sašo ein gemeinsames Musikprojekt mit dem slowenischen Gitarrenhelden Marko Lemer, aus dem einige Demoaufnahmen hervorgingen. Genau in der Zeit kurz vor seinem viel zu frühen Tod hatte Sašo mit Lemer vereinbart, das Material zu vollenden und ein Album zu veröffentlichen. Sašo schrieb auch Texte für Mary Rose und ist als deren Autor auf den Alben „Feniks“ (2006, RockLine Rezension) und „Resničen svet“ (2019, RockLine Rezension) vertreten. 2007 eröffnete Sašo den Klub glasbe Jazzy, der bis zu seiner Schließung 2018 zahlreiche bekannte in- und ausländische Rock- und Metal-Acts beherbergte.
Die ausführliche Geschichte von Robin F‘ Hood und Sašos musikalische Aktivitäten zwischen 1996 und 2011:
Robin F‘ Hood waren eine Band, deren Anfänge bis ins Jahr 1985 zurückreichen. 1987 trat die Gruppe unter dem Namen Robin Hood auf. Die erste Besetzung bestand aus: Boris Spinelli (Gesang), Samo Milharčič (Gitarre), Željko Bajlovič (Bass), Aljoša Može (Keyboards) und Simon Banič (Schlagzeug). Unter der Produktion von Mira Bevc nahmen Robin Hood 1988 im Ljubljaner Studio Akademik ihre ersten drei Eigenkompositionen auf. Leider sorgte Mira Bevcs unerwarteter Tod dafür, dass die Band zu ihren ersten Aufnahmen nie gelangen konnte. Vokalist Boris Spinelli und Schlagzeuger Simon Banič verließen die Band, und neu dazu kamen der Postojnaer Klemen Ogrizek am Schlagzeug sowie Sänger Peter Truden aus Rakek. Damit katapultierte sich die Gruppe auf ein höheres technisches und kompositorisches Niveau und begann, ihre kreativen Kräfte in eigene Musik zu lenken. In dieser Zeit spielte die Band Hard Rock. Truden wurde 1990 zum Militär eingezogen, woraufhin Ogrizek der Band Sašo Banovič als neuen Sänger vorschlug. Robin Hood traten in der Besetzung Sašo Banovič, Samo Milharčič, Željko Bajlovič und Klemen Ogrizek in dieser Zeit gemeinsam mit den einheimischen Hard-Rock-Bands Šank Rock und Mary Rose auf, und der Höhepunkt dieser Konzertära war für die Band ein Auftritt im italienischen Venedig.
1991 nahmen Robin Hood drei neue Demoaufnahmen auf und drehten auch ein Musikvideo. Mitja Šabec stieß zur Band und ersetzte Klemen Ogrizek am Schlagzeug. Letzterer schloss sich Mary Rose an, wo vor ihm genau Mitja Šabec gespielt hatte. Mit Šabecs Ankunft begann die Band, härtere, also metallische Klangelemente im Stile von Pantera einzubeziehen, und auch der plötzliche Durchbruch der Progressive-Metal-Sensation Dream Theater hinterließ seinen Einfluss. Um den neuen, schärferen musikalischen Ansatz zu unterstreichen, fügte man dem Namen das F‘ hinzu und wurde zu Robin F‘ Hood. 1994 integrierte die Band den gerade mal sechzehnjährigen, aber außerordentlich talentierten zusätzlichen Gitarristen Marko Čepak aus Sežana. Robin F‘ Hood nahmen in dieser Besetzung Mitte Mai 1994 im Studio von Radio 94 fünf Demoaufnahmen auf. Das Studio befand sich damals noch im Aufbau, was die Aufnahmekapazitäten einschränkte und sich auch auf die Klangqualität der Aufnahmen auswirkte. Die Band bestritt bis 1995 eine Reihe von Konzerten, stellte ihre Aktivitäten dann aber ein, da Gitarrist Samo Milharčič 1995 zum Militär musste. Sašo Banovič schloss sich 1996 der neu gegründeten Band Generacija X an.

1998 reaktivierten sich Robin F‘ Hood in der Besetzung Sašo Kuzmanovič (Gesang), Samo Milharčič (Gitarre), Mitja Šabec (Schlagzeug), Marko Čepak (Gitarre), Mitja Kobal (Bass) und Sebastijan Ženko (Keyboards). Diese Besetzung ging ins Studio Tivoli und nahm zwei Songs auf. Darunter war der Track „Nikdar ne bom“, der später auf die Kompilation „Tivolski pomp“ aufgenommen wurde. Aufgrund unterschiedlicher musikalischer Vorstellungen hielt diese Besetzung nicht lange zusammen und stellte ihre Tätigkeit ein.
In der Zeit zwischen 1996 und 2010 war Sašo in zwei Bands aktiv, außerdem nahm er 2001 unter dem Namen Sash in prijatelji 9 Songs auf, die jedoch nie offiziell veröffentlicht wurden. Bei Generacija X wirkten neben Sašo am Gesang in der ersten Besetzung noch mit: Bassist Goran Blaško, Gitarrist Marko Čepak ‚Maki‘, Schlagzeuger Roman Ratej und Keyboarder Sebastijan Ženko. 2007 schloss sich Sašo der Band Funkoolo an, in der Gitarrist Mitja Lončarek (ex-Skytower), Schlagzeuger Simon Barič (ex-Skytower), Bassist Goran Blaško (ex-Skytower, Generacija X) und Keyboarder Matej Barič mitspielten.
2011 versammelten sich die Mitglieder der Besetzung von 1994, darunter auch Sašo Banovič, und es kam zu ernsthaften Gesprächen und Absprachen über eine Reaktivierung der Band sowie die Aufnahme eines Albums. Leider blieb es dabei. Mitja Šabec zog danach nach Schweden.
„Pusti mi sanje, le še tam se vsi smejimo
Preveč je vseh teh obljub,
Ki dušo praznijo, sesajo voljo vseh idej
Pusti mi sanje, mnogim nam je le to ostalo
Le še tam se vsi, smejimo brez skrbi.“
(Auszug aus dem Text des Mary Rose-Songs Sam II vom Album „Resničen svet“ (2019), geschrieben von Sašo Banovič)
- An der Entstehung dieses Beitrags haben mitgewirkt: Goran Blaško, Samo Milharčič und Eki Alilovski, denen ich im Namen des RockLine-Teams für die Bereitstellung von Informationen und Daten herzlich danke. Ohne eure großzügige Hilfe wäre dieser Beitrag mit Sicherheit nicht zustande gekommen.
Dragi prijatelji.
Zahvaljujeva se vsem, ki ste nama na kakersen koli nacin stali ob strani ob tezskem in preranem slovesu od predragega Sasa.
Iskrena hvala Ekiju Alilovskem, Aronu Baticu, Robiju Pavsicu, Goranu Blasko in Samu Milharcicu za vso organizacijo in besede ob slovesu.
Hvala tudi Matjazu Jelenu za njegovo pesem.
Žena Ksenija in sin Avi
Respect je moja edina misel……