Chris Rea (4. 3. 1951 – 22. 12. 2025)

foto: Richard Ecclestone/Redferns
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Chris Rea, britischer Sänger und Songwriter, der u. a. auch den Hit Driving Home For Christmas schrieb, ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

In einem öffentlichen Statement heißt es, er sei „friedlich im Krankenhaus … nach kurzer Krankheit“ gestorben.

Rea veröffentlichte im Laufe seiner Karriere 25 Studioalben. Er verband Blues, Pop, Soul und Soft Rock – seine Hits umfassen The Road to Hell, das auf dem gleichnamigen Album erschien (das Album erreichte Platz eins der britischen Charts), außerdem Driving Home for Christmas sowie zwei weitere Evergreens: On the Beach und Josephine. Das Album verkaufte sich über 30 Millionen Mal.

Er wurde 1951 in Middlesbrough als Sohn eines italienischen Vaters und einer irischen Mutter geboren. Er hatte sechs Geschwister.

Als junger Mann machte er Musik, während er körperlich arbeitete – unter anderem im Eisherstellungsbetrieb seines Vaters. Er spielte auch mit dem Gedanken, Journalist zu werden. Mit 22 schloss er sich der Band Magdalene an, in der zuvor David Coverdale gespielt hatte (später Mitglied von Deep Purple). Danach stieß er zu Beautiful Losers, doch fiel die Entscheidung zugunsten einer Solokarriere, nachdem ihm ein Plattenvertrag angeboten wurde. 1974 veröffentlichte er seine erste Single So Much Love.

Seinen ersten Erfolg feierte er in den USA, wo sein Song Fool (If You Think It’s Over) aus dem Jahr 1978 Platz 12 erreichte und ihm eine Grammy-Nominierung als bester neuer Künstler einbrachte. Es folgten magere Jahre, da Rea diesen Erfolg partout nicht wiederholen konnte. Das Album „Water Sign“ aus dem Jahr 1983 brachte ihm mehr Aufmerksamkeit in Europa, wo Chris langsam an Popularität gewann.

Die späten 80er waren seine erfolgreichste Phase! In dieser Zeit schaffte er es auch in Großbritannien durch, obwohl er sich regelmäßig den vorherrschenden Trends der damaligen Pop-Szene verweigerte. Den ersten echten Durchbruch in Großbritannien brachte 1986 das Album „On The Beach“, und im Jahr darauf festigte er seinen Status mit „Dancing With Strangers“. Mit „Dancing With Strangers“ aus dem Jahr 1987 begann eine Serie von sechs Alben, die allesamt in den Top 10 der britischen Charts landeten. Zwei davon erreichten sogar Platz 1. 1989 folgte das Mehrfach-Platin-Album „The Road to Hell“, das Rea in den Superstar-Status katapultierte.

Das Kompilationsalbum „New Light Through Old Windows“ aus dem Jahr 1988 enthielt Reas größten Hit, Driving Home for Christmas. Ursprünglich wurde er 1986 aufgenommen und als B-Seite der damals wenig erfolgreichen Single Hello Friend veröffentlicht. Damals hinterließ der Song kaum Eindruck, doch mit seiner Zartheit, Sanftheit und Sinnlichkeit gewann er nach und nach – vor allem nach dem Erscheinen dieser Kompilation – an Beliebtheit und erreichte 2022 Platz 10 der britischen Musikcharts.

Rea schrieb diesen Song in einer schwierigen Phase, als er weder Management noch Plattenvertrag hatte. Damals hatte er sogar ein Fahrverbot. Seine Frau musste ihn deshalb von London nach Middlesbrough fahren, weil er nicht einmal Geld für eine Bahnfahrkarte hatte. Den Text schrieb er genau auf dieser Fahrt, als seine Frau ihn nach Hause fuhr – den Song vollendete er erst einige Jahre später.

Im neuen Jahrtausend verlor Rea den Anschluss an die Charts, da er sich 2002 mit dem Album „Dancing Down the Stony Road“ vom Flirt mit dem Pop löste und zum Delta Blues zurückkehrte, der ihn von jeher inspiriert hatte.

In seinen Texten kreiste Rea gerne um Autos, Fahren und Straßen. Kein Wunder. Er war nämlich ein glühender Motorsport-Fan. Er fuhr Rennen mit Ferrari- und Lotus-Modellen und nahm 1993 sogar an der britischen Meisterschaft teil. In der Formel-1-Saison 1995 schloss er sich dem Jordan-Team als Box-Mechaniker an. Er war verantwortlich für den hinteren rechten Reifen von Eddie Irvine.

Er unterstützte die Labour Party und schrieb 2017 einen unveröffentlichten Song zu Ehren von Jeremy Corbyn mit dem Titel What’s So Wrong With a Man Who Tells the Truth?

Rea wurde von ernsthaften gesundheitlichen Problemen begleitet. Nachdem bei ihm bereits 1984 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden war (Chris war damals gerade mal 33), folgte 17 Jahre später ein lebensrettender Eingriff: 2001 wurden ihm die Bauchspeicheldrüse, ein Teil des Magens und des Dünndarms entfernt. Infolge dieser Operation erkrankte er später an Diabetes.

2016 erlitt er einen Schlaganfall. Als Rea sich wieder zusammengerappelt hatte, war er überzeugt, durch den Schlaganfall sein Gespür für Töne verloren zu haben. Es dauerte lange, bis die Leute ihn schließlich davon überzeugten, dass mit seinem Spiel nach wie vor alles in Ordnung war. 2017 verlor er während eines Konzerts in Oxford auf der Bühne das Bewusstsein und wurde anschließend eilig ins Krankenhaus gebracht.

Rea war mit seiner Frau Joan verheiratet, mit der er sich bereits im zarten Alter von 17 Jahren zu verabreden begann. Er hatte zwei Töchter: Josephine und Julia. Nach ihnen benannte er seine beiden Hits.


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