Avenged Sevenfold betraten erstmals slowenischen Boden und verzauberten die ausverkauften Križanke (2025)
Avenged Sevenfold
Ljubljana / Križanke / Slowenien
Mittwoch, 18. 6. 2025, Einlass um 19.00 Uhr, Konzertbeginn um 21.30 Uhr
Dann kommen diese besonderen Konzerte. Besondere Tourneen. Besondere Bands! Sie werden unter der Rubrik „Unvergesslich!“ verbucht. Konzerte jener Rock/Metal-Bands, die seit einer ganzen Reihe von Jahren die Spitzen der globalen Beliebtheitsskalen dominieren! Und schließlich auch noch der erste Besuch in Slowenien! Sind das etwa A7X? Ernsthaft? Absolut. Deshalb war von Anfang an klar, dass man das nicht verpassen darf. Die Križanke waren nämlich mehr als zwei Monate vor dem Konzertspektakel bereits ausverkauft. Vielleicht sogar das Rock/Metal-Konzert des Jahres (in Slowenien). Angeblich wurden 2.800 Tickets verkauft.
Ljubljana war in der Zeit vor dem Konzert buchstäblich von Fans der Band überschwemmt. Schon als ich mit dem legendären Denis zur Unterführung beim Maximarket schlenderte, kreuzten uns zwei Jungs mit Bartflaum den Weg, begleitet von ihrem höchstwahrscheinlichen Vater, der ihnen den Weg zeigte und an diesem Abend sehr wahrscheinlich auch die Rolle des „glücklichen“ Fahrers übernahm. Und wir strömten zu den Križanke. Aus Quellen, in Bäche, in einen Fluss, der auf dem Napoleonsplatz mündete! Schon dieses Vorkonzert-Prélude des schrittweisen Ansteigens der Euphorie in Richtung Adrenalinrausch machte deutlich, dass an diesem Abend in den Križanke ein ganz besonderes Ereignis bevorstand.
Avenged Sevenfold sind heute wirklich ein großer Name auf der internationalen Szene. Eine Band, die trotzig stand und geblieben ist. Die mindestens so viele Stile ausprobiert hat, wie ein Puma-High-Top Löcher hat, und aus jeder Geschichte einen siegreichen Pokerflushed erzaubert hat. Sie waren immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und das Publikum hat alles aufgesogen, was aus dem Studio wie von den Bühnen kam. Und wuchs. Und heute sind diese Kalifornier, man kann es oberflächlich sagen, experimentellen Metaller, zu einer riesigen Maschine geworden.
Ein kurzes Bündel sommerlicher Auftritte durch Europa im diesjährigen Juni führte die Band schließlich auch in die slowenische Hauptstadt. Das einzige der zehn Konzerte dieser Tournee ohne Vorband war genau das Ljubljanaer. Bei den übrigen Konzerten übernehmen Palaye Royale und Ignite diese Rolle.
Die Križanke waren bis in den letzten Winkel vollgestopft. Im Kessel brodelte es. In den Minuten vor dem Konzert kam man durch den Haupteingang nicht mehr durch, man musste den „Seitenweg“ über die Treppe rechts nehmen, was einen ganz oben auf dem Gelände herauskommen ließ. Und trotzdem stieß man auch dort auf einen verstellen Blick zur Bühne. Das Quintett betrat die Bühne genau um halb zehn Uhr abends! Nach dem Intro Nightcall, das dem Elektro-House-Künstler Kavinsky gehört, startete die Band mit Game Over in die Action, einem Track vom aktuellen und gemeinsam achten Studioalbum „Life Is But A Dream…“, das im Juni vorvorigen Jahres erschienen ist! Der Sound vom ersten Ton an ausgezeichnet in der Mitte, links und rechts und natürlich oben. Einen Teil des Konzerts verfolgte ich beim Haupteingang – das Klangbild war auch auf der linken Seite des Geländes (in der Mitte, in Richtung Bühne gesehen) schon von Anfang an sehr ordentlich.
Die Bühnen-Hyperproduktion fügte ihre eigene Geschichte zu diesem unvergesslichen Spektakel hinzu, zusammengewebt von riesigen Projektionen im Hintergrund, einem phänomenalen Lichtspiel der Bühnenbeleuchtung (einschließlich Lichtbündeln aus „Lasern“), dichtem Nebel. Über allem zählte aber die Darbietung eines perfekt eingespielten Teams von fünf erfahrenen Musikern, die damit bestätigten, dass sie auf dem Zenit ihrer Kräfte sind! Mit enormer Routine und Können hielten sie ein aufgewühltes und verrücktes Publikum in der Hand, das mit der Band in jedem Moment des Konzerts einheitlich tobte. Wohin der Blick auch fiel, folgten dem Anheizen des Frontmanns M-Shadows gleichmäßige Salven an Gegenwellen. Hände ständig in der Luft, fanatisches Mitsingen der Verse, donnernde Reaktionen. Wohin der Blick auch fiel. Die Križanke zitterten.
Die Band lieferte einige Klassiker, stellte aber natürlich, wie kurz zuvor erwähnt, das neueste Album vor, das eigentlich gar nicht mehr so neu ist. In das Repertoire kehrte zum Beispiel nach mehreren Jahren die ältere Klassiker Chapter Four zurück, in die Raserei im ersten Teil lieferte der Hit-Single Afterlife seinen Beitrag, danach der „volkstümlich“ gewordene (fast schon radiofreundliche) Begleiter Hail To The King, dann das beliebte Buried Alive vom „Mike Portnoy-Album“ „Nightmare“ (2010), das die Siedetemperatur für ein paar Minuten etwas abkühlte. Klassiker auf Klassiker (einschließlich der Widmung an den verstorbenen Schlagzeuger Jimmy „The Rev“ Sullivan in der wunderschönen „Klageweise“ So Far Away). Und eine außergewöhnliche Darbietung. Auch einer der neuen Singles Nobody – eine progressiv-rockig angelegte Sache – fügte sich hervorragend ins Live-Repertoire ein. Das düstere und wutentbrannte Nightmare und danach die Überraschung des Abends – der Song Not Ready To Die von der „vergessenen“ EP „Black Reign“, den die Band davor auf der Bühne nur im Jahr 2011 gespielt hatte.
Die Križanke beginnen im großen Finale aus allen Nähten zu platzen mit dem teuflischen, erwarteten Bat Country, dem noch erwarteteren Unholy Confessions, das das Gelände buchstäblich aus seinen Angeln hob, und dem ausgezeichneten neuen, experimentell angelegten Cosmic, das einmal mehr bestätigte, dass Avenged Sevenfold sich nie gefürchtet haben, auf der Messerschneide des Risikos zu wandeln, was das Ausprobieren von Unausprobiertem betrifft, und gelungen-erfolgreiche genreübergreifende Kollisionen. An diesem Punkt bestätigte noch einmal der außergewöhnliche Schlagzeuger Brooks Wackerman sein Können, der besonders in der zweiten Hälfte explodierte. Mit Wackerman ist nicht zu spaßen. Er kommt aus einer Schlagzeugerfamilie! Sein älterer Bruder Chad spielte zum Beispiel mit dem legendären Frank Zappa und Allan Holdsworth.
Avenged Sevenfold sind auch unglaublich souverän in der Beherrschung der Bühnen. In ihrer Karriere haben sie so gut wie alles gesehen, und die geräumige Bühne der Križanke war ihnen in dieser Hinsicht wie auf den Leib geschrieben. Die Jungs bewegten sich die ganze Zeit aus ihren Grundpositionen über die Breite und Tiefe der Bühne. Die Hauptrolle spielte die Kommandofigur des charismatischen Sängers M-Shadows! Die Band krönte den praktisch makellosen, eine Stunde und 50 Minuten langen Auftritt mit der erwarteten Hymne A Little Piece Of Heaven. M-Shadows kündigte im Finale an: „We won’t leave you sad! We will fuck you up!“ Das Publikum stimmte dem natürlich bedingungslos zu! Nebenbei bemerkt: Ljubljana bekam obendrauf auch noch einen Song mehr im Vergleich zu den übrigen Konzerten der aktuellen A7X-Tournee!
Keine Beschwerden. In nichts. Vielleicht fehlten im Repertoire leicht Shepherd Of Fire oder Dear God, aber in der Gesamtrechnung war es ein Ereignis, das man so schnell nicht vergisst. Wenn sich alles zu einem perfekten Konzerterlebnis zusammenfügt. In jeder Hinsicht – allen voran mit dem verrückten Publikum der vollkommen vollgestopften Križanke. Avenged Sevenfold kamen also, sahen und siegten! Sie befinden sich in einer phänomenalen Bühnen- und Darbietungsform, sind auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte, und das kann ihnen derzeit absolut niemand nehmen!
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Denis Paradiž
Avenged Sevenfold – Setlist:
1. Nightcall (orig. Kavinsky)
2. Game Over
3. Chapter Four
4. Afterlife
5. Hail to the King
6. Buried Alive
7. The Stage
8. So Far Away
9. Nobody
10. Nightmare
11. Not Ready to Die
12. Bat Country
13. Unholy Confessions
14. Cosmic
15. A Little Piece of Heaven



















