Alan White, Schlagzeuger der britischen Prog-Rock-Giganten Yes, ist im Alter von 72 Jahren verstorben.
Das bestätigte die Ehefrau des Schlagzeugers, Gigi, in einer offiziellen Erklärung:
„Alan White, mein geliebter Mann, unser Vater und Großvater, ist am 26. 5. 2022 im Alter von 72 Jahren in seinem Zuhause in Seattle nach kurzer Krankheit verstorben.
Durch sein Leben und seine sechzig Jahre währende Musikkarriere wurde Alan für viele zu einem großen Vorbild. Ein anerkannter Rockstar für Fans auf der ganzen Welt, Bandmitglied für die Auserwählten sowie Gentleman und Freund für jeden, dem er begegnet ist.
Alan White wurde am 14. 6. 1949 in Pelton im englischen County Durham geboren. Mit sechs Jahren begann er Klavier zu lernen, mit zwölf Jahren packte ihn das Schlagzeugfieber. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er im Alter von dreizehn Jahren.
In den Sechzigern schliff Alan White seinen Stil in zahlreichen Bands, darunter: The Downbeats, The Gamblers, Billy Fury, Alan Price Big Band, Bell and Arc, Terry Reid, Happy Magazine (später umbenannt in Griffin) sowie Balls, wo ihm Trevor Burton (The Move) und Denny Laine (Wings) die Stöcke hielten.
1968 schloss Alan White sich Ginger Baker’s Airforce an. Das war eine neue Band, die auf Initiative des damals bereits ehemaligen Cream-Mitglieds ins Leben gerufen wurde und an der weitere renommierte Musiker aus England beteiligt waren, darunter Steve Winwood (u. a. Traffic, Solo).
1969 bekam Alan White einen Anruf, von dem der bescheidene Musiker zunächst dachte, er sei wohl ein Versehen — bis er sich davon überzeugte, dass am anderen Ende kein Geringerer als Ex-Beatle John Lennon persönlich sprach. Der bat ihn, sich der Plastic Ono Band anzuschließen. Schon am nächsten Tag saß Alan im Flieger nach Toronto, an seiner Seite John Lennon, Yoko Ono, Eric Clapton und Klaus Voormann. Das Album, das aus diesem Auftritt hervorging — „Live Peace In Toronto“ — verkaufte sich millionenfach und kletterte auf Platz zehn der Verkaufscharts.
Alans Verbindung zu Lennon blieb bestehen; zusammen mit John nahm White u. a. die Single Instant Karma auf sowie eines der zentralen Alben von Lennons Solokarriere: „Imagine“ — White steuerte das Schlagzeug für den Titelsong bei, außerdem für Jealous Guy und How Do You Sleep at Night. Alans Arbeit mit Lennon blieb auch George Harrison nicht verborgen, der White einlud, an Harrisons Album „All Things Must Pass“ mitzuwirken, das 1970 erschien und für das White unter anderem die Drums auf der Single My Sweet Lord einspielte. In dieser Zeit arbeitete White mit vielen weiteren Künstlern unter dem Apple-Label zusammen, darunter Billy Preston, Rosetta Hightower und Doris Troy.
Alan White trat Yes offiziell am 27. 7. 1972 bei. Er ersetzte Bill Bruford, der zu King Crimson gewechselt war. Bei seinem Einstieg bei Yes hatte Alan White gerade mal drei Tage Zeit, das Repertoire der Band für die Tournee zu lernen, die am 30. 7. 1972 in Dallas vor 15.000 Zuschauern begann. Von da an bis zu seinem Tod blieb Alan White festes Mitglied von Yes. Neben Gründungsmitglied und Bassist Chris Squire, der 2015 verstarb, gilt Alan White als das Mitglied, das nach Dienstjahren am längsten der Band Yes angehörte.“