Unforgiven 4 – Medvooder Donner in Gesellschaft von Metallica-Klassikern! (2025)

foto: ALEŠ PODBREŽNIK 2025
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Unforigven 4 – Metallica tribute
Freitag, 25. 4. 2025, von 21.30 Uhr bis 23.45 Uhr
Medvode / MC Jedro / Slowenien


Unforgiven 4 ist eine Metallica-Tributeband, die im Sommer 2018 ihre Arbeit aufgenommen hat. Das Quartett, bestehend aus vier hervorragenden Musikern mit enormer Erfahrung und einer langen Geschichte gegenseitiger Bekanntschaft und Freundschaft, war schon geraume Zeit das Ziel eines Besuchs, den unser Medium geplant hatte. Immer wieder kam etwas dazwischen und diese Besuche wurden verschoben. Bis die slowenische Metallica in den Ort zwischen den Gewässern kam. Die Sternenkonstellation hat sich in die richtige Lage gefügt. Medvode! Und dieser liebenswerte, gepflegt hergerichtete Club MC Jedro, der vielen anderen slowenischen Club-Spelunken ein leuchtendes Vorbild sein könnte. Dort stimmt wirklich alles auf höchstem Niveau der Veranstaltungsorganisation. Komplett. Bis zum i-Tüpfelchen – hervorragenden Bieren einer lokalen Marke.

Unforgiven 4 sind wirklich sehr engagiert daran gegangen, die große Band zu imitieren. Alles. Von der Ausrüstung bis zur Beschallung. Bei der Ausführung greifen sie meistens direkt auf die Liveversionen der Bay-Area-Thrash-Metal-Titanen zurück. Das ist eigentlich sehr logisch. Das Repertoire besteht aus den beliebtesten und bekanntesten Klassikern der Band, mit dem Schwerpunkt auf dem „Black Album“ – jenem Album von Metallica, das die legendäre Band endgültig auf dem Thron der weltweiten Metal-Großmacht inthronisiert hat. Das Album, das die meisten am besten kennen.

Anderthalb Stunden Bombardement unter der Obhut sehr guter, ja ausgezeichneter Klangeigenschaften, die der berühmte Youwda bereitgestellt hat – der Mann, der im Januar dieses Jahres mitten in Zagreb (Tvornica kulture) das Konzert der Band am Bass gerettet hat und der noch heute mit der Musik von Metallica schlafen geht und mit ihr morgens aufwacht. Das ist es!

Das Quartett ist ganz besonders. Jure Jurca – der Mann, der der erste Kontakt mit dem Publikum ist – also James Hetfield im Bund mit dem Bombardeur im Hintergrund – Primož Jelševar, was den einen oder anderen von uns in die Zeiten ihrer gemeinsamen Band Chaostar zurückgeweht hat, das war damals ohoho – ich will nicht sagen, dass das genau vor zwanzig Jahren war. Da ist Matevž Pavčnik – bei Unforgiven 4 in der Position von Kirk Hammet, der seit Jahren mit Jure den Kern der Band Vagabunda bildet. Und Bassist Borut Šemerl – in der Funktion dreier Metallica-Mitglieder, die diese Position im Laufe der Karriere abgelöst haben, ist außerdem ein bekannter Multiinstrumentalist und Produzent. Aktuell ist er in der Band Vseen aktiv, und in seinen Tagen war er auch in der seinerzeit medial bekannten Band Game Over tätig. Kurzum, mit diesen Jungs ist nicht zu spaßen.

Die Setliste hat alles umfasst. Bis hin zum Album „Hardwired“ (Darbietung von Spit Out The Bone). Im Eröffnungsteil eine Ohrfeige nach der anderen, dann etwas Beruhigung mit dem vierten Teil des Klassikers Unforgiven – dem Stück, nach dem das Quartett, das Metallica huldigt, auch seinen Namen trägt, und dann Fantastik mit Fade To Black. Und dann jener Einstieg ins Finale mit den edelsten Leckerbissen aus dem Metallica-Opus, den For Whom The Bell Tolls eröffnete, weiter das geniale Sanitarium und das lang ersehnte One (Darbietung der vollständigen Version), und daran anschließend das detonierende Master Of Puppets (ich werde jenes Bežigrader Donnergrollen bei den einstimmigen Rufen „Master! Master!“ nicht vergessen, als damit ganz Ljubljana im Jahr 1999 zitterte). Gänsehaut? Wieder. Auch in Medvode!

Natürlich fehlten noch zwei! Im Zugabeteil. Man muss sie gar nicht nennen. Nothing Else Matters und danach Enter Sandman, und die Jungs donnerten zum Abschluss noch den Thin Lizzy-Klassiker Whiskey In The Jar raus.

Die Band ist ein Arbeitstier. Unforgiven 4 strahlen mit ihrer Bühnenarbeit den Eindruck außerordentlichen Engagements und Hingabe aus und wecken das, was die Hauptsache ist! Große Freude am Spielen des Materials der Titanen des Weltmetals. Einige Patzer haben sich in die Darbietung eingeschlichen, aber auch Metallica verpatzt es heute noch gerne mal. Das darf natürlich keine Ausrede sein, aber das Rasen von Stück zu Stück, das konkrete körperliche Fitness, konkrete Lungenkapazität und nicht nur bloße „Aufgedrehtheit“ erfordert, verlangt jedenfalls seinen Tribut. Primož ist in technischer Hinsicht besser als Lars, hat sich aber gut beherrscht, das im Spiel nicht zu zeigen. Auf gewisse Weise ist das deutlich schwerer, als auf den Punkt genau zu spielen. Ganz einfach. Das wäre dann nicht mehr Metallica.

Summa summarum. Ausgezeichnet. In allem korrekt, mitreißend und donnerkrachend. Angesichts der Tatsache, dass die Band erst seit 2018 zusammen ist, dass das pandemische Theater ihnen mindestens zwei Jahre gestohlen hat, entwickelt sich das Team kontinuierlich weiter. Sie verfeinern Logistik und Sound, und der Sound, den sie im MC Jedro gezaubert haben, war eine sehr, sehr gute Version der Live-Originale. Dazu noch die Exzellenz der Darbietung – Mission erfüllt!

Das Einzige, was das Ganze getrübt hat, war – ihr habt es erraten – der bescheidene Publikumsbesuch.

Autor: Edita Klemen & Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Setliste:
1. Intro
2. Die Die
3. Fuel
4. Seek & Destroy
5. Creeping Death
6. The Unforgiven IV
7. Fade To Black
8. Spit Out The Bone
9. Wherever I May Roam
10. The Memory Remains
11. Sad But True
12. For Whom The Bell Tolls
13. Welcome Home (Sanitarium)
14. Battery
15. One
16. Master Of Puppets
—Zugabe—
17. Nothing Else Matters
18. Enter Sandman
19. Whiskey In The Jar


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