Impellitteri : The Nature Of The Beast

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 10.12.2018
Produktion: Mike Plotnikoff
Albumlänge: 50.53 min.
Genre: Heavy Metal


Impellitteri melden sich mit ihrem neuen Studiowerk »The Nature of the Beast« zurück. Chris Impellitteri und seine Mitstreiter brauchen keine große Vorstellung. Die Band ist seit den Achtzigern kreativ tätig, und mit ihrem Erscheinen auf der Szene – dank des unglaublichen Gitarrentalents des teuflischen Chris Impellitteri – hat sie einige neue Standards in Sachen ungezügelter Gitarren-Ideen gesetzt. Vom Shredding bis hin zu improvisierten Kunststücken, zu denen dein innerer virtuoser Geist imstande ist. Sagen wir es so: Mit seinem Erscheinen auf der Szene war Impellitteri einer jener Boten des neuen Gitarrenspiels, der die Standards von Michael Schenker und Randy Rhoads in sein Spiel aufnahm und sie auf eine völlig neue Ausdrucksebene hob. Chris Impellitteri erwarb sich damit den Ruf, nicht nur ein in jeder Hinsicht besonderer und einzigartiger Gitarrist zu sein, sondern als einer der schnellsten Gitarristen zu gelten, die je durch unsere Galaxis gegeistert sind. Angesichts der weiteren Entwicklung des Metals in allen Subgenre-Fraktionen wird Chris heute natürlich in puncto Geschwindigkeit mit seinen Zeitgenossen verglichen. Damals tauchten einige ähnliche »Maschinengewehrschützen« auf, die ihren schulischen Klassizismus mit unglaublicher Gitarrentechnik kombinierten und dabei eine Mischung aus extremem Shredding und solistischer Brillanz erreichten. Neben den herausragenden Gitarren-Eminenzen Malmsteen und S. Vai – der das Glück hatte, sich bei Frank Zappa zu schulen, was ihn fantastisch von schulischen Schablonen befreite – lässt sich diesem Bataillon der auserwählten Gitarren-Elite ohne Weiteres noch folgende Namen hinzufügen: Tony MacAlpine, Marty Friedman und Jason Becker.

Chris Impellitteri hat für das neue Album »The Nature of the Beast« die zündende Formel des Vorgängers »Venom« (2015) beibehalten. Das Vorgängeralbum ist schlicht exzellent, und Impellitteri haben sich selbst wiedergefunden und einen gewaltigen kreativen Schwung auf das neue Album übertragen, der seit »Wicked Maiden« (2009) wieder mit vollem Oktan-Einsatz zündet. Auch auf dem neuen Album begleiten Chris diese außergewöhnlichen Musiker. Allen voran der unverwechselbare und kaum zu ersetzende Sänger Rob Rock (Projekt M.A.R.S., Driver, Solo, Axel Rudi Pell), der wieder singt und heult, wie es der Albumtitel gebietet. Mit dem Wesen und der Charisma eines echten Biests. Mit unverminderter stimmlicher Kraft, Autorität und Explosivität verkörpert er im Vokalcharakter das Beste seiner Vorbilder – auf der einen Seite Ronnie James Dio, auf der anderen gewissermaßen Pavarotti. Rob Rock besitzt eben den gemeißelten, opernhaften Gesang des Metals und Hard Rocks. Rock könnte den Spielstil von Chris Impellitteri kaum besser ergänzen, weshalb die Impellitteri-Werke mit Rock am Mikrofon tatsächlich auch die besten Schöpfungen in der Karriere dieser Band sind. Chris bewegt sich zwar durch ein stählernes Arsenal an Metal-Riffs, die in sich entfernte Einflüsse der alten Schule des Rocks und Hard Rocks tragen, doch ergänzt wird das alles durch den ausgeprägten und exponierten sinnlichen Kern des Gitarristen nach der Implantation neoklassischer Einlagen. Auch »The Nature of the Beast« glänzt mit dem erwarteten verderblichen und obskuren Drama-Theater, begleitet von allerlei Zaubersprüchen, Okkultismus und dämonischen Flüchen sowie in Schönheiten verwandelten Hexen, die den Protagonisten ständig in Versuchung führen. Das alles ist kräftig unterfüttert von den Einflüssen der frühen Ära altschulischer Standards des amerikanischen Speed Metals und ebenso des Bay Area Thrash Metals.

»The Nature Of The Beast« ist ein noch besseres Album als sein Vorgänger »Venom«. Chris agiert mit noch größerem Riff-Einfallsreichtum und Lebendigkeit, und einige Arrangement-Lösungen fügen sich diesmal besonders gelungen in das musikalische Format der Vokalmelodien von Rob Rock ein – die gerade in den Refrains schlicht sofort ansteckend wirken. Die Refrains sind enorm bombastisch und packend. »The Nature Of The Beast« ist qualitativ ein so starkes Album, dass man es problemlos neben dem Debüt »Stand In Line« (1988) stellen kann. Chris Impellitteri hat auf dem neuen Album auch zwei äußerst gelungene Coverversionen untergebracht. Die erste spiegelt auf phänomenale Weise die Zuneigung und ewige Begeisterung des Gitarristen für die Werke der Klassiker wider (The Phantom of the Opera), die zweite bringt eine Hommage an das Pionierwerk von Black Sabbath. Genau die Fusion dieser beiden Prinzipien der musikalischen Herangehensweise war irgendwie entscheidend dafür, dass Chris sich musikalisch geformt und zu dem Gitarristen entwickelt hat, den die ganze Welt kennt. Ohne diese beiden Coverversionen wäre das Album um zehn Minuten kürzer – doch neben dem unglaublich lebhaften Karussell voller extremer Attacken und Riff-Salven, das in ungeahnten Geschwindigkeitsmanövern keine niedrigeren Gänge kennt oder duldet, fügen sie sich auf wunderbar gelungene Weise in die Substanz des neuen Albums ein. Die Songs begeistern. Einer nach dem anderen, und es ist schwer, Highlights herauszupicken. Die Band vermittelt das Gefühl, als würde sie ständig auf volle Power spielen. Bis zum Anschlag. So weit es geht. Als stünde sie gerade erst am Anfang der Karriere, voller Hunger, sich zu beweisen. »The Nature of The Beast« ist damit zweifellos ein waschechtes »Monstrum« von einem Album, das einem den Atem raubt und keine Überlebenden zurücklässt. Als solches gilt es als eines der besten, die im vergangenen Jahr auf dem Feld des klassischen Metal-Sounds erschienen sind – und wie bereits erwähnt: Das Album gehört zu den Höhepunkten der langen Karriere des einzigartigen Chris Impellitteri, von dem man sich einfach nicht satthören kann. Es raubt einem ständig den Atem und hält den Hörer in hochgespannter Spannung des erstklassigen und unnachgiebigen Heavy Metal-Theaters, wie es nur Impellitteri erschaffen können.

Autor: Aleš Podbrežnik
Bewertung: 9.5 / 10


Tracklist:
1. Hypocrisy
2. Masquerade
3. Run For Your Life
4. Phantom Of The Opera
5. Gates Of Hell
6. Wonder World
7. Man Of War
8. Symptom Of The Universe
9. Do You Think I’m Mad
10. Fire It Up
11. Kill The Beast
12. Shine On

Besetzung:
Rob Rock – Gesang
Chris Impellitteri – Gitarre
James Pulli – Bassgitarre
John Dette – Schlagzeug

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