Einschlog: Guts & Glory

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Eigenveröffentlichung
Erscheinungsdatum: 26. 10. 2022
Produktion: Tilen Sapač
Albumlänge: 34.33 min
Bewertung: 9.0/10
Genre: Heavy Metal


Einschlog ist eine slowenische Heavy-Metal-Band aus Radenci. Also auf der ‚(rechten) Seite‘ der Mur – aus der Prlekija-Region. Die Anfänge der Band reichen ins Jahr 2012 zurück. Die Gruppe, die in ihrer Anfangsphase Franz Jösef I. hieß, brauchte zehn Jahre, um sich zu formen und nach und nach genug Material für ihr Studiodebüt zu schaffen.

Die Band setzt voll auf Old School. Die Sache wird elementar, direkt und ohne Komplikationen angegangen – oder sagen wir: ohne ‚unnötiges Herumgerede‘. Es handelt sich um ein Trio, das eine handfeste klangliche Massivität und Wucht entfaltet. Dem Stil nach würde auch eine Garagenproduktion genügen, doch damit geben sich Einschlog keineswegs zufrieden. Und das ist gut so, denn die drei Jungs beherrschen ihre Instrumente wirklich – deshalb hat es sich in produktionstechnischer Hinsicht mehr als gelohnt, dem Debüt den ordentlichen Feinschliff zu gönnen.

Die Energie der Band – wenn man sich die Songs als Ganzes betrachtet – trifft elementar. Abrasiv. Deshalb wird das Album »Guts & Glory« auch für einen breiteren Kreis jener interessant sein, die auf die alte Schule des Thrash Metals, Punk Rocks, die Bands-Generation der N.W.O.B.H.M. und natürlich die Rohheit von Mötorhead schwören. Denis Ilješ ist mit seinem Gesangsansatz ein zentraler Baustein der Einschlog-Geschichte. Ein Gesang, der manchmal wirkt, als käme er wiedererweckt aus einem jahrtausendealten Sarkophag, weckt sogar Assoziationen hinsichtlich der Inspiration bei Cronos (Venom). Auch was Phrasen betrifft, sind Einschlog unglaublich effektiv im Ausschöpfen des Axioms ‚weniger ist mehr‘ – eine Tugend, die auch ihren (potenziellen) Vorbildern aus dem vorigen Satz zu eigen war.

Der ‚Drive‘ des Albums ist hervorragend! Das Trio funktioniert auf dem Album durchgehend sehr organisch! Im Klang lebendig, aufgestellt und eindringlich entwickelt das Klangbild eine konzertartige Dreidimensionalität. Ungeachtet der ungezügelten Dosis scharfer Salven von primordialem Riff-Gebrumm und Poserei entwickelt die Band auch eine spürbare Note von Musikalität, die vorrangig auf eingängigere Refrainmelodien ausgerichtet ist. Die Chemie des Trios wurde sehr effektiv auf das Studiodebüt übertragen. Diese chemische Wirkung spricht den Hörer mit einem sofortigen ‚Magnetismus‘ hoher Anziehungskraft an, dem auf Schritt und Tritt das hochoktanige Verbrennen der ungezügelten und roh angriffslustigen Energie des sich-beweisen-wollenden Trios gebietet.

Einschlog sind eine Klasse für sich – echte Biester. Das Material des Albums »Guts & Glory« kennt kein Rosenstreuen, kein Schönreden. Hier gibt es keine Versteckspiele. Gezählt wird nur der direkte Haken, der einem mitten in die blöde Fresse geht. Die Band legt niemandem Rechenschaft ab. Sie nimmt, was ihr gehört. Die auf dem Album eingefangene und übertragene Atmosphäre wirkt verheerend, düster und spezifisch für die Region, aus der die Musik der Band stammt! Die ‚aufgestellte Energie‘ des musikalischen Visionärtums der Band wirkt daher einzigartig. Sie verpasst primordialen Metaldosen einen Tritt auf Prlekija-Art! Das Album »Guts & Glory« ist daher mehr als ein mutiger und ambitionierter (erster) Schritt der Band in der Metal-Genreszene – von dem man sofort behaupten kann, dass es sehr überzeugend an die Tür (potenzieller) globaler Bekanntheit klopft. Und das nicht nur wegen des eingängig überzeugenden Formats aller Tracks des Albums, sondern auch wegen der sehr überzeugenden Einbindung der englischen Sprache in den Texten (einschließlich der Verwendung von Metrik in den Versen). Arbeit mit Auszeichnung – und mit echter Herzlichkeit geleistet!  

Autor: Aleš Podbrežnik

Trackliste:
1. Power And Greed
2. Bitching, Loving, Hating
3. Why
4. Blackout
5. Dead Inside
6. Guts And Glory
7. Prozac Nation
8. Filthy
9. Find Your Way
10. Not Enough

Besetzung:
Denis Ilješ – Gesang, Bassgitarre
Marjan Kovačič – Gitarre
Timo Kosi – Schlagzeug


https://www.youtube.com/watch?v=gsqdLoCpVjY
Einschlog – „Guts & Glory“ (2022, Eigenveröffentlichung)
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