Black Swan: Generation Mind

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 8. 4. 2022
Produktion: Jeff Pilson
Albumlänge: 55.32 min
Genre: Hard Rock
Bewertung: 9.0/10


Black Swan ist ein Quartett, das vier außergewöhnliche Musiker unter einem Dach vereint: Sänger Robin McAuley (McAuley Schenker Group), Bassist Jeff Pilson (ex-Dio, ex-Dokken, Foreigner), Gitarren-Virtuose Reb Beach (Winger, Whitesnake) und Schlagzeuger Matt Starr (Mr. Big, Ace Frehley).

Vor gut zwei Jahren veröffentlichte dieselbe Crew ihr Studiodebüt, das unter den Fans des handfesten Old-School-Hard-Rock für gehörigen Wirbel sorgte. Anders kann es eigentlich nicht sein, wenn man sich die Namen hinter Black Swan anschaut. »Generation Mind«, also das zweite Black Swan-Album, folgt erwartungsgemäß der musikalischen Linie des Erstlings. Es handelt sich um eine Truppe, die in der Rockmusik so ziemlich alles gesehen und erlebt hat. Alle Höhen und Tiefen. Mit einer gewaltigen Kilometerleistung, jeder Menge Erfahrung und natürlich unermesslichen Talenten, mit denen sich vor allem McAuley, Pilson und Beach bereits tief in den Achtzigern einen Namen als herausragende Musiker gemacht haben.

Black Swan ist ein gelungenes Projekt. Zündend. Auch wenn es sehr wahrscheinlich nie live auf Bühnen stattfinden wird, weil Beach und Pilson durch ihre Verpflichtungen bei Whitesnake und Foreigner primär anderweitig eingebunden sind, steckt in der Sache enormes Potenzial. Es bleibt eine treffliche Mischung aus Whitesnake, Dokken, Winger und auch MSG (Refrain von Miracle), obendrauf mit einem äußerst lebhaften und aufblühenden McAuley, der für sein Alter eine bemerkenswert gute Stimmform bewahrt. Angesichts eines Formats, das Eingängigkeit und vor allem refrainseitige Mitsingbarkeit garantieren muss, gelingt es der Crew, jede Menge kreativen Raum zu schaffen, um ihre schier grenzenlosen Fertigkeiten auszuspielen. McAuley hat sich Linien auf den Leib geschrieben und entfaltet mit seiner Stimme die nötige Explosivität. Die Bandbreite, die er in seinem Alter erreicht, ist stellenweise schlicht verblüffend. Dann ist da Reb Beach mit seinen atemraubenden Gitarren-Kunststücken (einer der Höhepunkte seines diesmaligen Auftritts findet sich im Mid-Eight-Teil von Crown), dazu eine granatenartige, auf Hochglanz geschliffene Rhythmusfraktion – und das alles wirkt unglaublich stimmig zusammen. Von der aggressiven, anstößigen Eröffnung mit dem bissigen She Hides Behind über refrainseitig üppig bestückte Tracks wie Miracle, die ausgezeichnete Ballade How Do You Feel (mit Hammond-Orgel), den Titeltrack, Eagles Fly oder See You Cry. »Generation Mind« bewahrt eine ausgeprägte Theatralik, Pomp und organische Lebendigkeit, womit es den Hörer fest an sich bindet.

Angesichts des unüberschaubaren Aufgebots all möglicher Projekte, die Frontiers Music Srl. forciert – von denen man sich bei vielen wünschen würde, sie hätte es gelassen –, ist Black Swan eine der besseren Sachen der letzten drei Jahre und wirkt noch lange nicht aufgesetzt, „auf Bestellung fabriziert“ oder als wäre es nur deshalb da, weil es sein muss. Über eine potente Spielzeit erstklassigen Hard Rocks hinweg strahlt es Begeisterung, Engagement und in hohem Maße den Drang nach Perfektion aus. Genau das, was man von den Namen hinter dem Projekt im Stillen erwartet. Und auch diesmal hat die Crew bei weitem nicht enttäuscht. Wenn man den Arrangements beziehungsweise dem Kompositionsprinzip genauer folgt, entdeckt man eine außerordentliche Geschicklichkeit im Umgang mit Tricks, die dieses erfahrene Team mit routinierter Brillanz beherrscht. Den Jungs ist in dieser Hinsicht alles klar, und das Album entfaltet eine gewaltige Dynamik und intensive Packungsdichte.

Auch wenn Black Swan mit »Generation Mind« in ihrer bewährten Komfortzone bleiben und das Album keine künstlerische Verschiebung hin zu größerer musikalischer Herausforderung darstellt, trägt das Projekt dank der Einzelteile des Quartetts eine eigentümliche Schwingung, Energie – oder sagen wir es direkt: Charisma und eine unverwechselbare musikalische Identität. In dieser Hinsicht bleibt zu hoffen, dass das Gespann zusammenhält und in Zukunft noch das ein oder andere Album veröffentlicht.

Autor: Aleš Podbrežnik


Tracklist:
1. Before The Light
2. She Hides Behind
3. Generation Mind
4. Eagles Fly
5. See You Cry
6. Killer On The Loose
7. Miracle
8. How Do You Feel
9. Long Way Down
10. Crown
11. Wicked The Day
12. I Will Follow

Besetzung:
Robin McAuley – Gesang, Hintergrundgesang
Reb Beach – Gitarre, Hintergrundgesang
Jeff Pilson – Bassgitarre, akustische Gitarre, Keyboards, Hintergrundgesang
Matt Starr – Schlagzeug, Perkussion
Casey McAuley – zusätzlicher Hintergrundgesang

1 Comment
  1. Matija says

    Uh, spet Frontiers. Pred 15+ leti bi tole sigurno takoj nabavil, zdaj pa sem postal bolj izbirčen. Slišati je kar dobro, še posebej preseneča McAuleyev izjemno ohranjen vokal, mislim, da jih ni prav veliko njegovih let, ki bi se lahko merili z njim. Tudi produkcija je dobra, ne zveni generično kot pri večini Serafinovih projektov. Sem šel preveriti, producent je Jeff Pilson, kar seveda blagodejno vpliva na moja nostalgična ušesa, zaljubljena v grandiozno ameriško 80s produkcijo (npr. Dokken ali Triumph). Skoraj sem že začel razmišlati, da bom morda nabavil tale CD. Ampak najbrž bom vseeno ostal zvest načelu, da kupujem samo albume bandov, ne pa tudi projektov. Tile možakarji so najbrž vseeno projekt, studijski hišni band, saj so vsi člani resnih aktivnih bandov. Čeprav nisem ččisto prepričan, da so MSG, Whitesnake in Foreigner še vedno pravi bandi 🙂

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