We Blame The Empire: Aero
Label: Animals Mosh Harder Records
Erscheinungsdatum: 13. 4. 2020
Albumlänge: 40.03 min
Genre: Metalcore
Die österreichische Szene versucht seit einigen Jahren zu beweisen, dass sie auch im Metalcore eine feste Größe ist. Viele werden sich noch an die vielversprechenden The Sorrow erinnern, die mehrere Alben veröffentlichten und internationale Bekanntheit erlangten. Nach The Sorrow sind eine ganze Reihe von Bands entstanden. Denn Metalcore ist in Österreich, gemessen am Konzertgeschehen, eine ziemlich große Sache. Zu den vielversprechenderen Bands zählen auch We Blame The Empire.
Die junge Band aus dem Städtchen Vöcklabruck hat bereits mit ihrem Debüt „These waves won’t take me“ aus dem Jahr 2017 einiges an Potenzial gezeigt, und in diesem Jahr hat die Band ihr zweites Album Aero angekündigt, mit dem sie natürlich ihre Mission fortsetzt und gleichzeitig zeigen will, dass sie gegenüber dem Debüt einen Schritt nach vorne gemacht hat.
Aero bietet also 10 Songs, die sich auf rund 40 Minuten verteilen. Updraft tritt ohne Bremsen los, wie es sich für einen Opener auch gehört. Assoziationen zu As I Lay Dying, August Burns Red, Betraying The Martyrs und Co. drängen sich auf. Ziemlich brachial, noch ohne melodischen Gesang. Dafür zeigt sich schon die melodische Seite in der Gitarrenarbeit sowie durch elektronische Zusätze. Klar ist, dass We Blame the Empire so modern wie möglich klingen wollen. Nach einem Song lässt sich darüber aber kaum ein abschließendes Urteil fällen.
Schon beim zweiten Track Revelations bekommt die Aggressivität durch den Einsatz von melodischem Gesang ein Gegengewicht — geliefert vom Gitarristen Moritz Osterer. Es ist ein ziemlich standardmäßiger Metalcore-Song, der wegen seines eingängigen Refrains durchaus als Musikvideo taugen würde. Noch stärker auf die sanfte Seite setzt dann der nächste Song Decisions, bei dem der Refrain noch mehr in den Vordergrund rückt. Mehr Druck bringt Impact ins Spiel, der mit seinem melodischen Refrain erneut zeigt, dass die Band sich an namhaften amerikanischen Metalcore-Acts wie etwa As I Lay Dying orientiert hat.
Zwar halten sich We Blame The Empire an einen bestimmten Stil, aber man muss anerkennen, dass sie durchaus abwechslungsreich agieren. Durch den Einsatz verschiedener elektronischer Elemente und Keyboards entsteht eine gewisse Vielfalt, und vor allem lässt sich die Emotionalität damit noch stärker betonen. Ein gutes Beispiel dafür ist Distress Call. In der zweiten Albumhälfte wirkt die emotionale Seite noch ausgeprägter. Melodischer Gesang überwiegt, was etwa in Stay With Me besonders deutlich wird, wo die Emotionalität zusätzlich durch einen Klavierausklang unterstrichen wird. Das Album endet nicht mit einem Knall, sondern auf die denkbar sanfteste Art — mit dem akustischen Silent Throne.
Trotz der starken emotionalen Komponente richten sich die Texte auch an gesellschaftliche Kritik und Umweltfragen — ein in den letzten Jahren zunehmend brennendes Thema, auf das viele Bands aufmerksam machen.
We Blame The Empire werden mit ihrem zweiten Album vor allem Fans des modernen Metalcore begeistern. Das Album punktet mit einer guten Portion Härte, Melodie und Emotionalität sowie elektronischen Einsprengseln. Dazu passt auch das moderne Klangbild. Das Potenzial, einen größeren Hörerkreis zu erreichen, ist definitiv vorhanden — vorausgesetzt, die Band beweist Ausdauer und Kreativität.
Trackliste:
- Updraft (04:05)
- Revelations (04:10)
- Decisions (03:56)
- Impact (3:43)
- Distress Call (03:45)
- Showdown (03:47)
- Stay with Me (04:33)
- Innervision (03:45)
- Pathways (04:08)
- Silent Throne (Acoustic) (04:07)
Besetzung:
Sebastian „Borsti“ Penninger – Gesang
Moritz „Moli“ Osterer – Gitarre, Gesang
Dominik Bucar – Bass
Lukas „Prilli“ Prielinger – Schlagzeug