Big Big Train: Merchants of Light

Big Big Train: Merchants of Light

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Erscheinungsdatum: 27.7.2018
Label: Burning Shed
Produktion: Big Big Train
Bewertung: 9 / 10

»Merchants of Light« ist das neueste Livealbum der unermüdlichen englischen Progrockrevivalisten Big Big Train, die in den letzten Jahren eine echte kreative wie populäre Blütezeit erleben – natürlich im Rahmen der modernen Progrockszene. Irgendwie haben wir uns schon daran gewöhnt, dass Big Big Train jedes Jahr mindestens ein neues Album veröffentlichen, wenn nicht sogar zwei, was manchmal gemischte Gefühle weckt, auch wenn das Endergebnis bislang mehr als zufriedenstellend war. In diesem Jahr haben sie ihre Fans zunächst mit der Single »Swan Hunter« (2018) ‚heiß gemacht‘, die drei verschiedene Liveaufnahmen sowie drei verschiedene Versionen des Stücks »Swan Hunter« enthielt, bevor sie einige Wochen später unter dem Titel »Merchants of Light« das aktuelle Liveergebnis veröffentlichten, das sich auf die aktuelle, äußerst erfolgreiche Phase mit Sänger David Longdon konzentriert – also ab 2009 –, was bedeutet, dass es ausgewählte Werke der Alben »The Underfall Yard« (2009), beider Teile von »English Electric« (2012 und 2013), »Folklore« (2016) sowie »Grimspound« (2017) enthält. Das Cover des Albums wurde interessanterweise von Fishs langjährigem Bassisten Steve Vantsis gestaltet.

»The Merchants of Light« wurde bei einem Auftritt der Symphoprogrock-Urgesteine in der Cardogan Hall aufgenommen, und zwar in einer achtköpfigen Besetzung, die neben Longdon an Hauptgesang und Flöte noch Greg Spawton am Bass, das inzwischen ehemalige Mitglied Andy Poole an Keyboards und Akustikgitarre, Rachel Hall an den Streichern, Dave Gregory an der Gitarre, Nick D’Virgilio am Schlagzeug, Rikard Sjöblom an Gitarre und Keyboards sowie Danny Manners an den Keyboards umfasste, ergänzt durch eine begleitende Blechbläsersektion, die ihre traditionell üppigen symphonischen Arrangements noch weiter bereicherte. Gerade deswegen und aufgrund minimaler Improvisationen ist das Hören einzelner Big Big Train-Standards, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, in der modernen Darbietung auf »Merchants of Light« eine recht frische Erfahrung. Der Höhepunkt der gesamten Aufnahme, die Interpretationen solcher epischer Leckerbissen wie »Brave Captain«, »A Mead Hall in Winter«, »East Coast Racer« und »Victorian Brickwork« enthält, ist die abschließende Darbietung des folkloristischen Ohrwurms »Wassaill« – wohl ihr beliebtester Standard der letzten paar Jahre.

Big Big Train waren bei ihrem Auftritt in der Cardogan Hall mit der zusätzlichen Blechbläsersektion in ausgezeichneter Form, was sich durch das gesamte »Merchants of Light« zieht – vollgepackt mit einer bunten Auswahl einiger ihrer besten Momente der letzten zehn Jahre. Longdon, der wegen seiner ähnlichen Stimmfarbe oft mit Peter Gabriel verglichen wird, hat es mit Begleitvokalistinnen und -vokalisten wie D’Virgilio, Sjöblom und Hall wirklich nicht schwer, eine außergewöhnliche Konzertatmosphäre zu zaubern. In der Aufnahme wird diese noch durch die außergewöhnliche Arrangements-Vielfalt verstärkt, die aus jeder einzelnen »Merchants of Light«-Darbietung weht. Big Big Train sind mit ihrem pastoral gefärbten symphonischen Prog-Rock in einer Zeit, in der zahlreiche legendäre Namen der englischen Symphoprogrock-Szene in den Ruhestand gehen oder sich bereits früher verabschiedet haben, die größte Hoffnung für alle Bewahrer des Old-School-Prog-Erbes – daher ist es einerseits durchaus richtig, dass sie so aktiv sind, andererseits sollten sie es mit einem neuen Studioalbum in Zukunft wirklich nicht übereilen.

Autor: Peter Podbrežnik

Tracklist:
1.) Folklore Overture
2.) Folklore
3.) Brave Captain
4.) Last Train
5.) London Plane
6.) Meadowland
7.) A Mead Hall in Winter
8.) Experimental Gentlemen Part Two
9. )Swan Hunter
10.) Judas Unrepentant
11.) The Transit of Venus Across the Sun
12.) East Coast Racer
13.) Telling the Bees
14.) Victorian Brickwork
15.) Drums and Brass
16.) Wassail

Musiker:
David Longdon – Haupt- und Hintergrundgesang, Flöte, Akustikgitarre, Mandoline, Perkussion, Streicher und Blechbläser
Dave Gregory – Gitarre
Rikard Sjöblom – Keyboards, Akkordeon, Hintergrundgesang
Danny Manners – Keyboards, Kontrabass
Rachel Hall – Violine, Viola, Cello, Hintergrundgesang, Streicherarrangements
Greg Spawton – Bassgitarre, Basspedal, Akustikgitarre, Hintergrundgesang
Nick D’Virgilio – Schlagzeug, Perkussion, Hintergrundgesang

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