Wurdah Itah

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Interpret: Magma
Label: Seventh Records
Veröffentlichung: 1974
Bewertung: 4.6/5

Wurdah Itah ist offiziell eigentlich gar kein Album von Magma, sondern ein Soloprojekt von Schlagzeuger und Visionär der Band, Christian Vander. Trotzdem ordnen es irgendwie alle den Magma-Projekten zu, also folge ich dem auch. Das Album ist ziemlich gut mit den anderen Magma-Platten vergleichbar, sowohl was die Fortsetzung von Vanders Geschichte angeht, als auch musikalisch, denn es ist eine Art Fortsetzung von Mekanik Destruktiw Komandoh. Wurdah Itah setzt zwar tatsächlich die Geschichte um den Planeten Kobaia fort, bildete aber ebenso die Grundlage für den Film Tristan et Iseult. Als das Album 1974 auf Vinyl erschien, trug es den Namen des Films, erst später hat Vander den Namen in Wurdah Itah geändert.

Wurdah Itah ist, obwohl es in gewisser Hinsicht an MDK erinnert, ein ziemlich anderes und einzigartiges Stück Musik. Man könnte fast behaupten, es sei akustisch. Außerdem ist es sehr basic und ohne jeden Ballast, der MDK so einen wuchtigen Sound verpasst hat. Das hier ist ein sanfteres Album und auf seine Art auch raffinierter. Keine Gitarren und Blechbläser, die Besetzung ist ganz simpel, nur Keyboards, Schlagzeug, Bass und Vocals … ziemlich viele Vocals. Die Platte hat die opulentesten Vocals von allen ihren Veröffentlichungen aus den Siebzigern. Besonders ist auch, dass viele der Leadvocals von Vander selbst gesungen werden, mit Unterstützung seiner Frau und von Klaus (nicht Kinski, sondern Blasquiz). Ein weiteres einzigartiges Element ist der auffällige Mangel an Jazz-Elementen. Am meisten davon steckt noch im Schlagzeugspiel, und selbst das ist stellenweise ziemlich zurückhaltend. Ansonsten basiert die Musik vor allem auf Klassik, Rock und natürlich auf der Oper, die damals ihr Erkennungsmerkmal war. Die Vocal-Arrangements sind hier hervorragend, besser sind sie nur auf KA von 2004. Das Album folgt ähnlichen Leitlinien wie MDK, denn einige Themen, die Vander offensichtlich wichtig waren, wiederholen sich hier auf ähnliche Weise mehrfach. Es zeigt sich aber auch die gegenseitige Verflechtung fast aller Magma-Alben, denn es tauchen auch einige Melodien aus anderen Alben auf, besonders offensichtlich ist das Thema, das später auf KA wieder aufgegriffen wurde.

Wurdah Itah war bis zu diesem Zeitpunkt ihr zugänglichstes Werk. Es gibt deutlich weniger Gefrickel und Jazz, und auch einige der Zutaten, die viele Leute von Magma abgeschreckt haben (Blechbläser, schreiender Gesang, scheinbar chaotisches Songwriting), sind seltener. Klar, es ist zugänglicher, aber Magma haben trotzdem den künstlerischen Wert und die Komplexität der Melodien bewahrt. Dass sie ein stimmigeres Album hinbekommen haben, zeugt nur davon, wie sie musikalisch erwachsen geworden sind. Alle spielen richtig gut. Besonders glänzt Vander, der einfach alle Keyboards allein einspielt. Er könnte problemlos auf allen Alben die Keyboards allein spielen. Blasquiz ist viel weniger präsent als auf MDK, während Stella eine ziemlich prominente Rolle hat. Auch Top ist etwas weniger wichtig und seine Linien sind nicht ganz so mächtig, aber das liegt wohl daran, dass das Album raffinierter und nicht so druckvoll ist.

Manche brauchen lange, um Magma zu kapieren. Manche Glückspilze verstehen sie sofort, manche (darunter auch ich) müssen lange warten, bis sie in ihrer Musik Elemente entdecken, die ihnen gefallen. Manche verstehen ihre Musik nie. Aber egal, denn wer sich in ihre Musik verknallt, verknallt sich bis über beide Ohren. Genau diese berauschende Eigenschaft ihrer Songs hat so eine große und ergebene Anhängerschaft geschaffen. Also: Wenn du einen guten Einstiegspunkt für diese Band suchst, bist du hier genau richtig. Das ist eines ihrer zugänglicheren Alben und auch eines der melodischeren.

Besetzung

Christian Vander – Keyboards, Schlagzeug, Gesang
Stella Vander – Gesang
Klaus Blasquiz – Gesang, Percussion
Jannick Top – Bassgitarre

Produktion

Laurent Thibault

Tracklist

1. Malawelekaahm 3:37
2. Bradia da Zimehn Iegah 2:17
3. Maneh Fur Da Zess 1:37
4. Fur Dihhel Kobaia 4:55
5. Blum Tendiwa 3:28
6. Wohldunt Mem Deweless 3:28
7. Wainsaht 2:29
8. Wlasik Steuhn Kobaia 2:47
9. Sehnnteht Dros Wurdah Sums 3:25
10. C’est la Vie Qui les A Menes La! 4:58
11. Ek Sun Da Zess 2:16
12. De Zeuhl Undazir 3:40

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