The Best Of
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Hulahoop
Label: Glasbeni društvo Anavrin
Erscheinung: 2015
Spielzeit: 42:35
Wertung: 4.5/5
Hulahoop ist eine blutjunge Band. Sie besteht aus zwei Mädels und zwei Jungs. Ihr Sound baut auf rhythmischer Funk-Kinetik auf, die durch eine dynamische Basskomponente vertieft wird – mit beneidenswerter Ausnutzung des verfügbaren Raums innerhalb der einzelnen Kompositionsstrukturen. Die ansprechende Musikalität, die Basslinien und Synthesizer kontrastreich miteinander aufbauen, liegt auf leichten, tänzerisch-drehenden Schlagzeugrhythmen. Das üppige Wellenspiel der Synthesizer, über dem sich immer wieder Kostproben des Frauengesangs entfalten, ist dem Klangbild der Achtziger aus der »new wave«-Ära nachempfunden. Den Großteil des Albumausdrucks trägt – für eine so junge Truppe bemerkenswert – eine ausdrucksstarke, autoritative, durchdringende und farbenprächtig geschmeidige Frauenstimme, der es auch an expressiver Soul-Energie nicht mangelt.
Vielleicht zuckt der eine oder andere mit den Schultern und fragt: »Wo zum Teufel ist die Gitarre?« Manchmal hat man tatsächlich das Gefühl, dass hier und da eine rockige Gitarrenphrase nicht fehl am Platz wäre, doch andererseits reichen das kontrastive Geflecht, das die klangliche Disjunktion der wärmeliebenden Basslinie erzeugt, die zischend-rauschenden Teppiche leichter Synthesizer – die zuweilen auch durch Klavier ersetzt werden (Paritveni ples) – und der bereits erwähnte energische Gesangseinsatz, völlig aus. Die Songs stehen einfach.
Auch in puncto Abwechslungsreichtum der Arrangements überrascht das Album »The Best Of« mit seiner Qualität. Eine Qualität, die umso mehr beeindruckt angesichts der Tatsache, dass die Musiker wirklich jung sind und wir von einem Studio-Debüt reden. Wie bereits erwähnt, kokettiert die Band über das Album hinweg am liebsten mit Funk-Kinetik, doch finden sich darauf auch Elemente aus Jazz, Soul, R&B und sogar Kabarett-Chanson, weshalb das Debüt »The Best Of« schlichtweg nicht zu langweilen vermag. Über alledem wölbt sich natürlich die Pop-Eingängigkeit des Albums, was es potenziell in die häufige Rotation auf den Radiowellen bringt.
»The Best Of« ist ein leicht beschwingtes Album. Es wirkt ausgesprochen flüssig, prägnant, kompakt, mit kreativen Schritten, die das Grundaxiom »weniger ist mehr« effektiv ausreizen. Die Songtexte sind gemischt: Englisch und Slowenisch. In beiden Sprachen behalten Hulahoop ihre Überzeugungskraft. Obwohl das Album seine Affinität zum kommerziellen Erfolg nicht verbirgt, ist andererseits der große Vorteil der Band (und das schon am Ausgangspunkt ihrer Musikkarriere) die Verankerung der Kompositionen in stilistischer und klanglicher Eigenständigkeit. Gerade das Pflegen dieses Elements kann die Gruppe künftig tatsächlich noch weit innerhalb der slowenischen Mainstream-Musik tragen. Hoffen wir, dass die Band bei diesem Ansatz bleibt und sich im Sinne einer gesunden Evolution weiterentwickelt. Es handelt sich nämlich um ein äußerst talentiertes Musikteam, bei dem das eigene Können die Türen zum kommerziellen Erfolg weit aufstoßen kann.
Besetzung
Eva Traven – Gesang
Monika Klobučar – Keyboards
MArko Klobučar – Bass
Anže Burja – Schlagzeug und Perkussion
GASTMUSIKER:
Matic Fortuna – Saxofon auf Track Nr. 7
Miha Erič – Mundharmonika auf Track Nr. 9
Produktion
Anej Kočevar
Trackliste
1. Enter Denis Matirca
2. Dripping Magic
3. Paritveni ples
4. When I Got Bored
5. Gozdna vila
6. Kozmočud
7. Zbogom
8. Šelestenje
9. Ko bom velika
10. Sorry Baby
11. Bonbonus
12. Poor Boy