Sančo Pansa

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Bort Ross
Label: Celinka
Erschienen: 2015
Laufzeit: 35:23
Bewertung: 4.5/5

Borut Antončič, mit Künstlernamen Bort Ross, ist ein erfahrener Musikschaffender – schon zu Beginn des Jahrtausends war er Teil der Formation K.U.T. Gas, wo er Erfahrungen sammelte und seinen kreativen musikalischen Horizont erweiterte. Einen Namen hat er sich auch als geschätzter Autor und Komponist gemacht, denn er hat Stücke auch für Anika Horvat und Alenka Godec beigesteuert. Es hat lange gedauert, bis der Mann endlich genug Mut und Entschlossenheit aufgebracht hat, um sich an sein erstes Studiowerk (und vollständig eigenständiges) heranzuwagen. Offenbar ist jetzt der richtige Zeitpunkt – eine Zeit echter künstlerischer Reife –, in der sich der Künstler im stärksten Licht seiner eigenen künstlerischen Authentizität und kreativen Essenz zeigen kann.

Bort Ross hat eine interessante musikalische Richtung eingeschlagen – er kann dich an einzelne Werke von Gal Gjurin erinnern, bzw. an seinen kompositorischen Ansatz. Die Musik ist vollständig organisch, aus natürlichen Klangtönen aufgebaut. Ihr grundlegendes Prinzip ist eine außergewöhnliche Musikalität, die in Emotionen von Melancholie, Sehnsucht und Verlangen eintaucht. Bort Ross nähert sich den Versen mit ungemein sinnlicher Sanftheit, die klanglich manchmal an Tokac von Dan D erinnert. Interessant dabei: Gerade Tokac ist der Autor der Texte für das Stück Sančo Pansa. Sein vokales Auftreten und die Art, wie er die Verse formt und zum Leben erweckt, machen den größten Reiz des Albums aus. Die Poesie ist nämlich zutiefst persönlich und entfaltet beim intensiv gelebten Vortrag ihre volle Wirkung – und erschafft damit die Realität von Ross‘ Lebensbekenntnissen.

Der Melos ist von ausgeprägter Melancholie durchdrungen, und mit den weichen, leichten und natürlich dosierten Schritten, die Ross kompositorisch wählt, verzaubert er den Hörer nachhaltig. Die Stücke sind ausnahmslos ruhig gehalten. Genau in dieser raffinierten Herangehensweise entfaltet die Sinnlichkeit von Bort Ross‘ vokalen Darbietungen ihre umso stärkere Wirkung. In der musikalischen Begleitung bzw. bei der Gestaltung der Arrangements bekommt das Klavier bzw. die Keyboards den größten expressiven Raum – als kontrastreicher Gegenpol dienen der warme, samtige und »fette« Sound der Bassgitarre sowie das »gemächliche« Schlagzeug, das in den intimsten Momenten fast ins »Besen-Spiel« übergeht. Was das Genre angeht, lässt sich sagen: Das Album »Sančo Pansa« ist definitiv ein einzigartiger slowenischer musikalischer Eigenwurf mit unverwechselbarer Aura. Man kann festhalten, dass das Album eine bildhafte und besondere Verbindung von Indie Rock mit einem spürbaren Pop-Element bietet – wobei beide von einer ausgeprägten Verwurzelung im Melos slowenischer geografischer Herkunft geprägt sind. Wo Dovčs Akkordeon beginnt, die Arrangements zu färben, lehnt sich die Musik »unbewusst« an die Errungenschaften des slowenischen Volksmelos an. Auch Nuancen des kabarettistischen Chansons und ein Flirt mit Jazz in den mittleren Instrumentalpassagen sind wahrnehmbar (Namesto sonca).

Das Album wirkt als Ganzes ungemein kompakt. Die Kompositionen stehen gleichwertig nebeneinander und halten durchgehend ein außergewöhnliches Qualitätsniveau über gut 35 Minuten Musik aufrecht. Ebenso  durchzieht das Album  eine gewisse Mystik – als Teil der kernigen Stimmungslagen bzw. des dichten atmosphärischen Effekts, den Bort Ross auf dem Werk wirkungsvoll eingefangen hat. Die Stücke sind kompositorisch abwechslungsreich und kontrastreich gestaltet, sodass die Musik stets eine effektive dynamische Entwicklung beibehält – und auch in dieser Hinsicht den Hörer durchgehend bei der Stange hält.

»Sančo Pansa« ist das wunderschöne Studio-Debüt von Bort Ross. Es entstand durch feinfühlige, unaufdringliche und kreative Gesten großer Aufrichtigkeit – und unter der wachsamen Obhut des ausgeprägten Perfektionismus, aus dem dieser Singer-Songwriter stammt.  Ein Album, das aufrichtig wirkt und einen in seiner Wahrhaftigkeit sofort packt, im Nu in seinen Bann zieht und einem blitzschnell unter die Haut geht.

Besetzung

Bort Ross – Gesang, Bassgitarre, Gitarre, Keyboards, Programmierung
Jernej Šuštaršič – Keyboards
Viktor Lipic – Keyboards
Marko Šuštaršič – Akkordeon
janez Dovč – Akkordeon
Jani Hace – Bassgitarre
Nikola Sekulovič – Bassgitarre

MITWIRKENDE MUSIKERINNEN:
Anika Horvat – Gesang auf Track Nr. 4 und Nr. 5
Nina Radkovič – Gesang auf Track Nr. 3
 

Produktion

Bort Ross & Igor Ilič

Tracklist

1. Led
2. Moja jutra
3. Sama je
4. Grem
5. Še na tisti dan
6. Ostajaš
7. Sančo Pansa
8. Namesto sonca
9. Da si tu
10. Ko bo julij 

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