Scratch Bar hat seine erste Kerze ausgepustet! (2011)

0 9

Autor: Aleš Podbrežnik

Ort: Scratch / Ljubljana / Slowenien
Konzertdatum: 20.10.2011
Besucherzahl: 150
Eintrittspreis: 0,00€ (Eintritt frei!)

Wie schnell dreht sich das Jahr im Kreis! Unglaublich. Noch gestern haben wir die Gläser hoch in die Luft gehoben, als der erste echte Rocker-Laden in Ljubljana das Licht der Welt erblickte – Scratch Rock Bar – das war am 15.10.2010, und schon ist er ein Jahr alt geworden! Und was für ein Jahr das war! Der Scratch Rock Bar hat seine eigene Identität gefunden, atmet mit vollen Lungen, hat treue Stammgäste gewonnen, hat treue Unterstützer gewonnen. Aufgewachsen vom kleinen unschuldigen verträumten Kerlchen zu einem wichtigen alltäglichen Knotenpunkt für den Austausch von Musikinformationen und Wissen, wo man am Tisch bei einem oder zwei Krügen zündende kreative Ideen austauscht. Auch darüber, wie man gesunde Musik den Massen näherbringen kann, die leider viel zu oft dem Beschuss durch Medienkonzerne mit dem „Müll“ ausgesetzt sind, den eben diese Medien „Musik“ nennen.  Über die Annehmlichkeiten dieses Raumes, der endlich jener Ort in Ljubljana ist, der das Wort „Rock“ im Namen zu Recht trägt und bei dem du weißt, dass du, wenn du seine Schwelle überschreitest, nicht dazu verdammt bist, ewigen Schmerz zu erleiden, der dich dazu zwingt, dir die Finger unwiederbringlich in die Ohren zu stopfen – darüber braucht man keine Worte zu verlieren. Wenn du natürlich dein Lieblingsbier bestellst. Nach allem, was uns der Scratch Rock Bar im ersten Jahr gegeben hat, können wir ruhig sagen, dass wir Liebhaber echter Autormusik, gesunder Musik, endlich auch in der slowenischen Hauptstadt ein echtes Refugium gefunden haben.

Das Feiern begann schon um sieben Uhr abends, als der zum kostenlosen Verkosten bereitgestellte Hirter schnell ausging. Kostenlos! Mit Rok schlendern wir kurz nach neun Uhr abends zum Schauplatz, wo im  rappelvollen Scratch brandneue Rocker namens After Burn für Begeisterung sorgen. Der Blick bleibt besonders auf dem Gitarren-Duo Jan Prosen und Jure Jurca hängen – dem Hauptgastgeber des Scratch. Offensichtlich erleben wir hier die Geburt einer neuen Super-Rockband, die auch in den Siebzigern ihre Wurzeln hat, was auch das Repertoire bestätigte, in dem die Jungs Klassiker von Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath hervorragend hinlegten und auch einen Blick auf Werke späterer kommerziell erfolgreicher Künstler warfen, die dem Erbe der Siebziger folgten, wie Bon Jovi und The Darkness. Hut ab vor den Jungs für den Led Zeppelin-Klassiker! Nicht irgendeinen, sondern den anspruchsvolleren, berühmten „Houses Of The Holy“-Klassiker The Ocean, den sie wirklich auf höchstem Niveau darboten, was das bereits hervorragende Gefühl noch verstärkte, dass After Burn ein neuer Faktor auf der slowenischen Rockszene ist, der das Gesamtbild des slowenischen Rockmosaiks zweifellos bereichern und beleben wird.

Rollin‘ Bastards brachten das Erbe der dreckigen Rock’n’Roll-Bastarde Motörhead in den Raum! Über die Jungs war viel gesagt und viele Worte gefallen, die dazu verleiteten, sich die Ohren abzuschneiden! Und tatsächlich. Der Gesang dem von Lemmy erschreckend nahe  – wenn dir das in die Wiege gelegt wurde, dann kannst du souverän aus dem Schatz von Motörhead spielen, was dein Herz gerade begehrt. Dabei musst du nur aufpassen, dass du die Songs nicht durcheinanderbringst. Das Bier floss in reißenden Strömen, was Scratch fast zur Überschwemmung trieb, aber das gehört nun mal zwingend zu so einem Ambiente dazu. Auf jeden Fall trägt das schluchzende und messerscharfe Nachahmen von Lemmys Kehlkopf-Schleifmaschine zur Atmosphäre, die von einem Überschuss an Alkoholdämpfen geschwängert ist, mehr als genug bei. Rollin‘ Bastards haben das Prädikat „Tribute to“ gerechtfertigt! Einen Besuch wert – ohne zu zögern – nicht nur für all jene, die sie noch nie auf der Bühne erlebt haben, sondern auch für die erlauchteste Hoheit selbst  – den „Eisernen Kanzler“ Lemmy Kilmister!

Den Abend, der sich inzwischen tief in die Nacht verwandelt hatte, bereicherte mit seinem reichen musikalischen Arsenal DJ Buco, der in seinem „Dienstjahr“ beim Scratch zum echten Hausinventar der Bar geworden ist. So pustete der Scratch Rock Bar mit vollen Segeln seine erste Geburtstagskerze aus!  „Alles Gute, lieber Scratch, bis zum ersten Montag in der neuen Woche!“

Fotos: Martin Prezelj

Bildergalerie

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies