Reamonn begeisterten in Graz! (2009)

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Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Orpheum, Graz, Österreich
Konzertdatum: 15.01.2009
Besucherzahl: 1000
Kartenpreis: 32 €

Als der Ire Rea Garvey 1997 mit Träumen in den „Wolken“ und einer Demo-Version seines Albums in der Tasche nach Deutschland zog, um als Musiker durchzustarten, war das zweifellos das „Schachmatt“ seines Lebens. Reamonn, die ein Jahr später gegründet wurden, machten um die Jahrtausendwende gleich mit ihrer ersten Single und dem späteren multinationalen Hit „Supergirl“ vom Debütalbum „Tuesday“ auf sich aufmerksam. Ein Kunststück, das nicht jedem gelingt. Im November letzten Jahres veröffentlichten die Jungs ihr fünftes Studioalbum, schlicht „Reamonn“ betitelt. Am sechzehnten Januar eröffnete das Quintett mit einem Konzert im Orpheum im österreichischen Graz die „The Million Miles Tour 2009″.

Für das Aufwärmen des Publikums sorgte das Wiener Pop-Rock-Trio Josh Mars. In knapp einer halben Stunde stellten die Jungs ihr Debütalbum „Rewind Yourself“, das letzten Herbst erschienen war, sowie einige weitere Songs vor. Vom Album sind einige der besseren erwähnenswert: „Fishing for Compliments“, „Superman“, „Safe Again“ und „What Are You Waiting For“. Während ihres Auftritts war auch die Reaktion des Publikums überraschend gut – jeder Song wurde mit lautem Applaus belohnt.

Aber die ganze Aufmerksamkeit galt nur ihnen. Den Vätern des „Super-Mädchens“ – Reamonn. Die starteten ihren Auftritt punkt einundzwanzig Uhr mit dem Eröffnungssong „Faith“ vom letzten Album. Die kleine Halle, die aus allen Nähten platzte, sang gemeinsam mit Rea. Auch wenn man bei „Set of Keys“ merkte, dass die neuesten Songs noch nicht so bekannt waren, ließ sich das Publikum nicht auf bloßes Zuhören ein. Einer der ersten Höhepunkte des Abends war ohne Zweifel das jedem bekannte „Josephine“ vom ersten Studioalbum. Die Menge hat von Riff zu Riff aus vollem Halse mitgebrüllt. Kein Wunder – das ist schließlich einer ihrer größten Hits. Auf dem besten Weg, einer dieser Hits zu werden, ist auch die zweite und „erste echte“ Single vom neuen Album – „Through the Eyes of a Child“. Ein Song mit wirklich gutem Text und noch besserem Refrain: „Why did we make it so hard, this life is so complicated, until we see it through the eyes of a child„. Und warum ist das die „erste echte“ Single? Weil die erste, „Open Skies“, nur digital zum Streamen im Internet veröffentlicht wurde. „Aeroplane“ ist ein weiterer neuerer und ziemlich unbekannter Song. Nach zwei so mitreißenden Songs war es schon seltsam, als die Menge plötzlich fast vollständig verstummte. Der einzige Song, den Reamonn an diesem Abend vom dritten Album „Beautiful Sky“ (2003) spielten, war „Star“. Das Publikum war wieder in gewohntem Fahrwasser. Der zweite Höhepunkt des Abends. Eine weitere ruhige Passage brachte „Broken Stone“. Was vielleicht gar nicht mal so überraschend ist, da das Konzert in Graz das erste auf ihrer europäischen Promo-Tour war. Garvey griff dann zum ersten Mal an diesem Abend zur Gitarre und legte souverän mit „Tonight“ los. Doch nach den ersten zwei Strophen vertang er sich beim Singen und brach alles ab. Ein paar Schlaumeier aus dem Publikum pfiffen ihn kurz aus, aber Rea ließ sich nicht beirren. Er wandte sich an die versammelte Menge und begann den Song erneut. Beim zweiten Anlauf lief es besser und schon sang das Publikum mit. Es folgte einer der sanfteren Songs vom Album „Tuesday“ – „If I Go“. Verliebte schmiegten sich enger an ihren Partner, Singles zückten die Feuerzeuge … Perfekte romantische Stimmung. Die Reihe eigener Songs unterbrachen die Jungs mit einem Medley aus Coversongs. Auf „The Island“, das sie in voller Besetzung spielten, folgte Bassist Philipp solo am Klavier mit „Somewhere Over the Rainbow“ von Israel Kamakawiwo. Zunächst instrumental, wurde der Song vom Summen des Publikums begleitet, auch wenn der Refrain nicht gerade reibungslos mitgekommen ist. Die anderen gesellten sich bald zu Philipp auf die Bühne, und die folgenden Riffs hätte selbst der größte Laie nicht überhören können. „Clocks“ ist natürlich ein Cover der britischen Coldplay. Das ausgelassene Feiern ging mit drei neuen Songs weiter. „Open Skies“ war die erste „unechte“ Single mit einem sehr eingängigen Refrain. Solide folgte „Free Like a Bird“, auch wenn das Publikum nicht übermäßig heiß reagierte. Das versteckte Juwel des letzten Albums ist „Million Miles“ – das könnte glatt ihre neue Single sein. Obwohl „Swim“ einer ihrer ältesten Songs ist und eigentlich erwartungsgemäß gut vom Publikum mitgetragen werden sollte, war das leider nicht der Fall. Nur eine Handvoll sang mit Garvey, aber die hat sich dafür umso mehr ins Zeug gelegt. Die beiden neueren „Moments Like This“ und „It`s Over Now“ unterbrach „Serpentine“ vom Album „Wish“ aus dem Jahr 2005. Nach einer kurzen Pause kamen Reamonn zurück auf die Bühne und spielten noch zwei Songs. Das neuere „Serenade Me“ und den Song, ohne den sie einen Abend nicht beenden können. Das war die eine und einzige „Supergirl“. Ein riesiger Hit als perfekter Abschluss eines schönen Abends, ein bisschen anders gespielt. Garvey griff wieder zur Gitarre und Sebastian tauschte die Keyboards gegen das Saxofon. Der dritte und letzte Höhepunkt des Abends.

Beim ersten Konzert der Europatour haben Reamonn die versammelte Menge wieder begeistert. Neben den alten, unverzichtbaren Hits und einigen Coversongs spielten sie fast alle Songs (außer „Goodbyes“ und „Broken“) vom letzten Album. Die Promo haben sie offensichtlich genau so angepackt, wie es sich gehört. Die Jungs begeistern immer wieder!

Fotos: Miha Mally

Setlist

Reamonn: 1. Faith 2. Set of Keys 3. Josephine 4. Through the Eyes of a Child 5. Aeroplane 6. Star 7. Broken Stone 8. Tonight 9. If I Go 10. The Island 11. Somewhere Over the Rainbow 12. Clocks 13. Open Skies 14. Free Like a Bird 15. Million Miles 16. Swim 17. Moments Like This 18. Serpentine 19. It`s Over Now —– Zugabe —– 20. Serenade Me 21. Supergirl

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