Forgotten Eden

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Band: Forgotten Eden
Veröffentlichung: 2005

Zufällig ist mir dieses Ding in die Hände gefallen, vor zwei Jahren aufgenommen von den Metallern aus Veliko Ubeljsko bei Postojna, die sich Forgotten Eden nennen. Es ist nicht mal klar, ob das ein Debüt oder nur eine EP ist, denn die Spielzeit beträgt magere 27 Minuten. Insgesamt stehen acht Tracks auf dem Teil. Davon entfallen ein kurzes Intro, ein kurzer Outro und mitten auf der Platte noch ein 23-Sekunden-„Füller“. Echte Songs gibt es also acht minus drei, genauer gesagt: fünf!

Schön jedenfalls, dass junge Metal-Bands ihr Material aufnehmen, dass „was los ist“, dass sich die Szene entwickelt, dass es in Form neuer Releases immer wieder den Beweis gibt, dass die Metal-Bewegung in Slowenien lebt und quicklebendig ist. Aber wenn du „Forgotten Eden“ dann neben die internationale Konkurrenz stellen willst, siehst du, dass die Slowenen (mal wieder) über durchschnittliches Nachäffen nicht hinauskommen. Eine typische Durchschnittsleistung vom slowenischen Boden und ein neues Opfer von Gesichtslosigkeit und Im-Kreis-Drehen im Anbeten melodischer Hard-Rock-Klischees, die große Vorbilder wie Van Halen oder die „hairy era“ von Whitesnake aufgestellt haben. Stark ist der Ausdruck der Band im Sleaze/Glam Rock verwurzelt, in dem sich sogar melodische Sechser-Ausreißer vom Besten wahrnehmen lassen, was je im AOR-Rock geschaffen wurde (Journey, Shy, FM,…), und natürlich haben die Jungs nicht vergessen, auch Figuren aus typischen Power-Metal-Trends einzuflechten.

In der Produktion ist die Basslinie fast komplett abgeschnitten. Zwischen der ersten Frontlinie (Keyboards, Gitarre, Vocals) und der Rhythmusfraktion klafft eine riesige Lücke, ungenutzter Raum. Die Drums klingen wie Gepolter auf Pappkartons. Spielen können die Jungs durchaus. Der Gitarrist ist offensichtlich musikalisch geschult, aber ohne erkennbare Haltung. Ein guter Imitator beim Soloing. Die Vocals sind vor allem in den mittleren bis tieferen Lagen zu dünn. Mutig von der Band ist der Versuch, mehrstimmige Gesangsharmonien aufzubauen, was man bei Bands aus der härteren Ecke der heimischen Provinzszene eher selten antrifft. Das bringt Melodik und Stimmung nach oben, aber wegen der unstimmigen Produktion wirken die Backing-Vocals mit ihren Mehrfachharmonien stellenweise völlig orientierungslos, und Forgotten Eden klingen damit wie ein Trupp verstimmter Krainer Nachtigallen. Der Leadsänger überzeugt in den hohen bis höchsten Lagen und könnte dieses „geerbte Halford-esque Ass im Ärmel“ in Zukunft noch deutlich stärker ausspielen.

Forgotten Eden müssen unbedingt ihre eigene, wiedererkennbare Haltung finden, und dazu gehört auf jeden Fall auch eine klare Orientierung in der Produktion ihres Materials. Das ist eine Band mit Können und Ehrgeiz, aber es braucht die richtige Vision, die die Band klar auf Kurs bringt und ihr Seele und Essenz einhaucht. Das erste Produkt jedenfalls schreit übermütig leer und schrill nach einem Upgrade.

Besetzung

Jure Počkaj – Gesang, Gitarre
Edin Sabljakovič (Edo)- Gitarre
Iztok Kocen (Jimmy) – Keyboards, Backing-Vocals
Nejc Počkaj – Bass, Backing-Vocals
Miha Nedoh – Schlagzeug

Tracklist

1. Good Evening
2. NightFalls
3. Final
4. It’s My Love
5. Right Now
6. Not Now
7. Mankind (Falling Sand)
8. Mankind II (Ground 0)

Laufzeit: 27.12

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