Define The Great Line
Künstler: Underoath
Label: Virgin Records
Veröffentlichung: 2006
Man schrieb das Jahr 1998, als in Florida, genauer gesagt im Schlafzimmer von Gitarrist Luke Morton, die Emo/Screamo-Truppe UNDEROATH entstand. Nach dem ungewöhnlichen Start gibt es die Band immer noch, allerdings in stark veränderter Besetzung – bis heute wurden nämlich alle Mitglieder ausgetauscht, der Einzige, der von Anfang an dabei ist, ist der damalige Drummer und Sänger Aaron Gillespie. Anfangs spielte die Band weniger melodische und schwerer verdauliche Musik, doch mit dem Debüt änderte sich das. Ihr Sound wurde melodischer und flirtete immer mehr mit dem Emocore. Die Jungs nahmen mit Sänger Dallas Taylor die ersten drei Platten auf, 2003 stieß dann der damalige Shouter Spencer Chamberlain dazu, den man auf den letzten beiden Platten hören kann. Neben dem Sängerwechsel verließ auch Gründungsmitglied Luke Morton die Band, und so gab es bis heute noch jede Menge weitere Wechsel bei den übrigen Mitgliedern. Die Screamo-Jungs aus Florida können in ihrer (fast) 10 – jährigen Karriere stolz auf ganze fünf veröffentlichte Platten und eine in diesem Jahr erschienene DVD blicken. Das erste Werk, ein Jahr nach der Gründung erschienen, ist ACT OF DEPRESSION. Schon das brachte ihnen einige Erfolge, der etwas größere Durchbruch unter die bekannten Namen kam aber erst mit der neuen Platte CRIES OF THE PAST (2000). THE CHANGING OF TIMES ist dann die letzte Platte, auf der noch Taylor schreit (erschienen 2002), auf dem zwei Jahre jüngeren THEY´ RE ONLY CHASING SAFETY ist dagegen schon Chamberlains Stimme zu hören. Nach dem Sängerwechsel hagelte es förmlich Erfolge und Touren. So tauchten Underoath beim bekannten Taste Of Chaos und auf der Warped Tour auf, zusammen mit Taking Back Sunday, Atreyu, Poison The Well, The Used und und und! Obendrein waren sie für den renommierten Grammy nominiert, und zwar in der Kategorie Best short video. Nach alldem haben sie uns letztes Jahr noch mit einer weiteren Platte beglückt, DEFINE THE GREAT LINE. Damit uns das Warten aufs nächste Album leichter fällt, können wir uns noch die DVD UNDEROATH 777 gönnen, die dieses Jahr in die Läden kam.
Für Underoath war ich sofort Feuer und Flamme, kaum dass ich sie gehört hatte! Dafür sorgte schon der erste Track IN REGARDS TO MYSELF, in dem sich Gesang und Geschrei abwechseln. Das wirklich Besondere an dieser Band ist ganz klar ihr Gesang; für die sanfteren Parts (also den Gesang) ist Drummer Aaron zuständig, fürs Brüllen und Schreien kümmert sich Spencer höchstpersönlich. Der harte Einstieg führt uns in den etwas freundlicheren Track A MOMENT SUSPENDED IN TIME, was aber nicht heißt, dass in dem Song nicht geschrien wird! THERE COULD BE NOTHING AFTER THIS ist der dritte Song, gut anhörbar, aber trotzdem vollgepackt mit all den typischen Riffs der Band. Den lautesten Anfang hat mit Sicherheit der Track YOU´RE EVER SO INVITING, der sich inhaltlich nicht groß von den vorherigen Songs unterscheidet, in der Mitte folgt dann aber eine Überraschung: ein ruhiger Part, der mich sofort an irgendeinen Emo-Song erinnert. Das Ende geht nahtlos in den nächsten Song SALMARNIR über, der meiner Meinung nach wie eine Grenze auf der Platte zwischen laut und etwas ruhiger wirkt, denn die zweite Hälfte des Albums ist deutlich freundlicher als die erste. Richtig langsam und ruhig! RETURNING EMPTY HANDED unterbricht dann die eben erwähnte (vorübergehende) Freundlichkeit und geht wieder auf dem alten Weg weiter: Draufhauen, Singen, Schreien… CASTING SUCH A THIN SHADOW ähnelt dem fünften Track, nur dass er viel lebendiger ist, ein großer Teil des Songs ist instrumental, gegen Ende hört man flüchtig Geschrei und Gesang. Schnelle Riffs, viel Geschrei und ein irre guter Track: MOVING FOR THE SAKE OF MOTION. Im reinsten Emo-Stil! Es folgt mein Lieblingssong WRITING ON THE WALLS, dessen Anfang nur Gesang und Schrammeln auf den Gitarrensaiten ist, die aber bald losbrechen, und schon wieder ist ein richtig geiler Song entstanden! Am Ende beruhigt sich der Underoath-Sturm ein wenig, und für einen Moment denken wir, der Song sei vorbei, es wird still, und dann gibt es zum Abschluss wieder Gebrüll!!! Danach kommt der brutalste Track des Albums, EVERYONE LOOKS SO GOOD FROM HERE. Die Hauptzutaten sind nur gnadenloses Schrammeln auf den Gitarrensaiten und gnadenloses Geschrei, ohne normalen Gesang. Aber mit einer tollen Melodie, und damit ein heftiger Song! Der letzte Song ist TO WHOM IT MAY CONCERN. Ein Track, der am Anfang wirklich das Gefühl vermittelt, dass sich etwas dem Ende zuneigt, denn er ist fast der Einzige, der nicht so brutal und draufgängerisch ist, und davon überzeugt uns der Gesang, der im Gegensatz zu den anderen Songs nicht allzu wild ist. Aber irgendwann geht alles schön zu Ende, und auch hier ist es so. Nicht ganz das Ende des Songs, sondern es geht wieder das gut bekannte Geschrei los, von dem wir schon dachten, es käme nicht mehr. Das Ende ist dann fast identisch mit dem Anfang, also langsam.
Die Platte ist nach 11 Songs durch, die Band ist fleißig auf Tour, wo sie Millionen scheffelt, und die Fans sind wahrscheinlich alle begeistert von der neuen Platte! So können wir alle glücklich und zufrieden sein und gespannt auf die nächsten Taten der Band warten!
Besetzung
Spencer Chamberlain – Gesang
Christopher Dudley – Keyboards
Timothy McTague – Gitarre
James Smith – Gitarre
Grant Brandell – Bass
Aaron Gillespie – Schlagzeug, Gesang
Produktion
Adam Dutkiewicz, Matt Goldman & Underoath
Tracklist
1. In Regards To Myself
2. A Moment Suspended In Time
3. There Could Be Nothing After This
4. You` re Ever So Inviting
5. Salmarnir
6. Returning Empty Handed
7. Casting Such A Thin Shadow
8. Moving For The Sake Of Motion
9. Writing On The Walls
10. Everyone Looks So Good From Here
11. To Whom It May Concern
Spielzeit: 47.00