Circles
Künstler: Frontline
Label: AOR Heaven Records
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 3/5
Diese herausragende deutsche melodische „Hard-Rock-Band“ weiß einfach nicht, was Nachlassen heißt, und zieht ihr Ding mit Volldampf weiter durch! Seit sie unter den fürsorglichen Fittichen des Labels AOR Heaven gelandet sind, setzen Frontline ihren fest abgesteckten Weg genau da fort, wo ihr starker Vorgänger „The Seventh Sign“ (2004) sie hingebracht hat.
Die erfahrenen Deutschen aus Nürnberg lassen nicht locker. „Circles“ ist ein neues, starkes AOR/Metal-Rock-Album, vom ersten bis zum letzten Ton vollgepackt mit hoher Adrenalin-Spannung. AOR Metal auf Deutsch? Aber klar! Alles drin, was dazugehört. Die Weite einer kristallklaren Produktion, getragen von der Tiefe eines fetten Grooves in der Rhythmusfraktion, in der sich das Schlagzeug den Einsatz der Double-Bass nicht verkneift, wenn sich dafür die passende Gelegenheit bietet. Die glasklar getrennten, scharf gestimmten Gitarren bringen durch ihre Betonung in der Produktion eine teutonische Rohheit rein, wie sie sonst für deutsche Heavy-Power-Metal-Bands vom Schlag Angel Dust typisch ist! Der Gesang ist in jeder Lage gleichmäßig und durchgehend kraftvoll, ideal für große Melodien im Stil von Michael Kiske (ex-Helloween). Robby Böbel, der gerade Evidence One verlassen hat und als einer der traurigerweise übersehenen Gitarristen gilt, stellt sein außergewöhnliches Gitarrentalent wieder einmal unter Beweis. Die Gitarrenriffs sind majestätisch, die Soli fein ins Songgerüst eingewoben, an Gitarrenakrobatik dieses Musikveteranen fehlt es nie, und er überrascht dich auch auf dieser neuen Frontline-Platte auf Schritt und Tritt. Die Höhepunkte der Songs sind beeindruckende Refrains, in denen die Stimmung zu vibrieren beginnt, sobald geschmackvoll platzierte Backing-Vocals zum Leadgesang von Stephan Kämmerer dazukommen. Die Riffs sind offen gehalten und produktionstechnisch teuflisch straff gespannt, die Band nähert sich in der Schärfe, wie schon erwähnt, den Metal-Elementen an, was bei AOR/Hard-Rock-Bands aus den deutschsprachigen Ländern längst keine unbekannte Besonderheit mehr ist. Kurz gesagt: kein Zuckerguss, sondern hochvibrierende Stimmung mit genau der richtigen Prise Dramatik in den Songs. Die Melodik ist hervorragend ausbalanciert mit einer passenden Portion Rohheit in der Produktion, die dem Album Lebendigkeit verleiht, und so lässt sich sagen, dass „Circles“ einen ausgezeichneten gemeinsamen Nenner für genau das richtige Maß an AOR-„Pomp“ bietet, der den Ohren keinesfalls zu viel wird. Noch ein Plus: Die Platte ist nur gute 46 Minuten lang, dadurch bleibt ihre hohe Dynamik erhalten, und von möglichen Wiederholungen kann somit auch keine Rede sein.
Die Songs sind durchdacht und stehen gleichwertig nebeneinander, und das Album wird komplett im höchsten Gang gespielt. Auf „ful šus“, ohne unnötiges Rumgeeiere und überflüssige Komplikationen. Also direkt für Ohren und Hirne, die keine Lust haben, ewig zu grübeln, und eigentlich Musik, die ganz von allein richtig „invasiv“ ins Ohr kriecht, und zwar sofort, ob du willst oder nicht. „Circles“ festigt definitiv die Position von Frontline und hat als solches großes Potenzial, die Band weiter nach vorn in den verdienten Vordergrund des modernen melodischen AOR/Metal-Rocks zu schieben, was sich Frontline ohne Zweifel mehr als verdient haben. Weiter so!
Besetzung
Stephan Kämmerer – Gesang
Robby Böbel – Gitarre, Keyboards
Thomas “Hutch” Bauer – Bass
Rami Ali – Schlagzeug
Produktion
Robby Böbel
Tracklist
1. No One
2. I Give You The Rest
3. Save Me
4. Did You Ever (Taste The Pain)
5. Say, What You Have To Say
6. Don’t Run Away
7. Hunter
8. Into Deep
9. It Is You
10. My Vision
Spielzeit: 46.32