Am 10. 12. 2025 hat uns einer der interessantesten Vokalinterpreten Sloweniens verlassen: Aleš Hadalin. Hadalin galt als „Botschafter der menschlichen Stimme“ und erwarb sich durch sein Wirken den schmeichelhaften Titel eines der originellsten Erforscher der menschlichen Stimme und des Gesangs in Slowenien.
In seiner Kindheit spielte er Akkordeon, beherrschte außerdem Mundharmonika und Blockflöte. Am Gymnasium in Tolmin gründete er 1979 ein Männeroktett, 1981 schrieb er sich dann für ein Musikwissenschaftsstudium in Ljubljana ein. Ende 1986 war er Mitbegründer der Gruppe Tantadruj. Es folgten Konzerte in ganz Slowenien, und mit Tantadruj nahm Hadalin zwei Alben auf. 1990 erschien das gleichnamige LP, 1997 dann das Album „Strunam“. Tantadruj veröffentlichten später noch fünf weitere Alben sowie eine Kompilations-CD: „Karantanski blues“ (2000), „Kar je, beži“ (2009), „Pesmi iz polifona“ (2012), „Vihar“ (2018), „Mehurčki“ (2019) und „Tantadruj 1987–1991“ (Kompilation, 1998).
1992 begann er gemeinsam mit dem Gitarristen Marjan Pirnar, Jazzstandards zu spielen und zu singen. Es entstand genug Material für ein Album, das jedoch nie erschien. 1995 schloss er sich dem Tanzensemble En Knap an. Mit ihnen wirkte er an vier Vorstellungen mit: „Struna in želo“ (1996), „Zakonitosti kobre“ (1997), „Popoln korak?“ (2001) und „Pasijansa“ (2006). Mit En Knap besuchte Hadalin zahlreiche Konzertbühnen sowohl in Europa als auch in anderen Teilen der Welt. Mit der Gruppe En Knap nahm er auch drei Filme auf: „Vrtoglavi ptič“ (1996), „Dom svobode“ (1998) und „Krotilci časa“ (2002). Für die Tanzvorstellung „Popoln korak?“ arrangierte und veröffentlichte Hadalin die musikalische Untermalung auf einer CD mit dem Titel „Umetnost hoje“ (2001). In dieser Zeit arbeitete er mit verschiedenen Musikerinnen und Musikern zusammen, besonders mit jenen, die im Jazz und Blues tätig waren. Mit dem Pianisten Jožej Šalej nahm er eine CD mit Jazzstandards auf: „Gee Baby“ (2002). Es folgten die CDs „Kako lepo je“ (2003), „Antisong“ (2005), und gemeinsam mit Marko Boh (Nula Kelvina) erschien 2005 die CD „Norec“. Danach wandte er sich der Erforschung slowenischer Volksmusik zu. Das Ergebnis war die CD „Jaz mam pridno gospodinjo“, die am 15. Dezember 2009 mit Neuinterpretationen slowenischer Volkslieder erschien. 2012 folgte ein weiteres Album mit Neuinterpretationen slowenischer Volkslieder, das Hadalin unter seinem Namen veröffentlichte, mit dem Titel „Stoji tam gora Limbarska„, und drei Jahre später noch das Album „Ta tobak je sladka travca„!
Im Herbst 2009 war er Mitbegründer der Gruppe Petzapet. Daran beteiligt waren auch Petra Trobec, Neža Peterle, Metod Banko und Tomaž Maher. Die fünfköpfige Gesangsgruppe, die sich dem mehrstimmigen Gesang weniger bekannter slowenischer Volkslieder widmet, veröffentlichte 2016 ein gleichnamiges Studioalbum.
Hadalin wirkte außerdem am Projekt Sounds of Slovenija mit, gemeinsam mit Jurki & basisti sowie mit Adi Smolar (Album „Naš svet se pa vrti“, 1991). Darüber hinaus war er Ehrengast beim Jubiläumskonzert der Gruppe Ana Pupedan im Jahr 2007 anlässlich deren 15-jährigen Bestehens, das die Gruppe später im Eigenverlag als DVD/CD-Paket veröffentlichte!