A Day To Remember lassen Ljubljana beben! (2025)

foto: ALEŠ PODBREŽNIK 2025
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A Day To Remember (Vorband: Polaris)
Ljubljana / Media Park / Slowenien
Dienstag, 17. 6. 2025


A Day To Remember sind eine ungemein erfolgreiche amerikanische Band, die Elemente aus Punk Rock, Hardcore und Metalcore unter einem Dach vereint und eine Synthese aus ausgefeilter Musikalität kultiviert (geerbt von den Sprungfedern des Pop), die ihnen eine refrainartige Eingängigkeit beschert, mit der du dich sofort identifizierst – während sie dich auf dem gleißenden Gerüst der verzerrten Riffs in straffer Spannung hält. Ihre Songs sind so angelegt, dass sie vor allem bei Live-Auftritten die Portion Positivismus und Ausgelassenheit ins Gigantische steigern, die in ihrer ursprünglichen Anlage bereits übersprudelt.

Das Datum des Konzerts stimmte einfach. Mitten im Prüfungsmarathon bot so ein Abend den perfekten Katapult zum Abschalten und Entspannen. Weit, weit weg von all dem stressigen Kram. Einfach hingehen und diesen einen gesuchten Moment erleben, der dir hilft, für anderthalb Stunden den Alltag einfach komplett zu vergessen.

An diesem Tag lief einiges schief – von der Genehmigung der Presseakkreditierungen erfuhren wir weniger als vier Stunden vor Einlass, was die Sache für unser Team auch logistisch verkomplizierte. So trottete ich, denkbar schlecht mit Infos ausgestattet, gegen halb neun abends orientierungslos zum Ljubljaner Media Center und hatte mich mental schon damit abgefunden, auf ewig einen freien Parkplatz suchen zu müssen. Wie durch ein Wunder hatte ich dabei aber Glück, was mich ehrlich überraschte und einen Nebengedanken weckte: „Verdammt, was ist denn heute los beim Konzert?“ In Flames waren eine Woche zuvor hier komplett ausverkauft, und die Autos standen buchstäblich in den Bäumen – dabei waren wir schon um halb sechs nachmittags vor Ort! Als ich ankam, hatten die australischen Metalcore-Jungs von Polaris ihren Auftritt bereits abgeschlossen, sodass ich nur noch A Day To Rememeber erwischte.

Die Band ist live phänomenal. Souverän, entspannt, eine bestens eingespielte, geölte Maschine, die mahlt! Sänger Jeremy McKinnon nutzte während des Konzerts ein Podest, das am Bühnenrand aufgestellt war. Groß anstrengen musste er sich dabei nicht. Das Publikum war sofort auf den richtigen Touren! Es beherrschte Strophen und Refrains fanatisch und verschmolz im Nu mit der Band zu einem einzigen Körper. Der Abend war fantastisch. In jeder Hinsicht. Nicht nur was die Performance angeht, sondern auch klangtechnisch – wobei man durch die Gitarrenriffs klar und in genau der richtigen Dosierung auch das Pulsieren und Rumpeln der Basslinien spürte, was für eine hervorragende dreidimensionale Klangverteilung der einzelnen Klangelemente sorgte. Vor allem dann, wenn man das Konzert am Mischpult verfolgte.

„Big Ole Album Vol 1.“ – das frische Studioalbum vom Anfang dieses Jahres dominierte klar das Repertoire; dicht auf den Fersen folgten ihm die kommerziell äußerst erfolgreichen, mit Goldstatus ausgezeichneten „Homesick“ und „What Separates Me From You“, die zusammen fast die Hälfte des Repertoires ausmachten. Da die Singles des neuesten Albums bereits vor drei Jahren nach und nach in die Öffentlichkeit sickerten, hatte sich das Album bis zur Tour bestens beim Publikum eingespielt – was die fanatische Interaktion des Publikums mit der Band bestätigte, u. a. bei der neueren Single LeBron (im Publikum konnte man so manches Shirt mit dem Trikot des LA-Lakers-Superstars entdecken), dann bei Feedback, …

Die Band stützte ihren Auftritt auch durch den Einsatz ausgewählter Elemente, die die Intensität des Events steigern. Das Konzert war nicht nur mit einer Pyroshow und einer Eruption aus Rauchschwaden ausgestattet, sondern schoss auch Salven aus Konfetti, Papierschlangen, aufgeblasenen Bällen und gegen Ende ein Dutzend Rollen Toilettenpapier ins Publikum. Das Publikum lieferte seinen Moment. Erwartungsgemäß! Moshen, Circle Pits und Crowd Surfing – wobei ein Moment für Gänsehaut sorgte, als ein Kumpel auf den Typen kletterte, der auf Händen getragen wurde, und tatsächlich ein paar Sekunden auf ihm stand. Ich hoffe, die Rippen haben’s überlebt. Kurz gesagt: All diese eingeübten Rituale waren da, die einfach zur Haltung und Pose der Band gehören – was die Größe von A Day To Remember einmal mehr bestätigt und gerechtfertigt hat.

Ein Konzert, das im Nu vorbei war! Wegen der außergewöhnlichen Intensität. Schade nur, dass die Halle kaum mehr als halb voll war. Also so um die 1000 Leute vor Ort? Aber aufgeheizt wie glühende Kohlen! Vom ersten bis zum letzten Kopf! Und das reichte für eine weitere hervorragende Konzerterfahrung, die jede Aufmerksamkeit und Bewunderung verdient.

Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

A Day To Remember – Setlist:
1. The Downfall of Us All
2. I’m Made of Wax, Larry, What Are You Made Of?
3. 2nd Sucks
4. Right Back at It Again
5. Bad Blood
6. Paranoia
7. To the Death
8. Rescue Me (orig. Marshmello)
9. Have Faith in Me
10. Since U Been Gone (orig. Kelly Clarkson)
11. All My Friends
12. You Be Tails, I’ll Be Sonic
13. Mr. Highway’s Thinking About the End
14. Resentment
15. Mindreader
16. LeBron
17. Miracle
18. Sometimes You’re the Hammer, Sometimes You’re the Nail
19. All I Want
—Zugabe—
20. If It Means a Lot to You
21. Flowers
22. All Signs Point to Lauderdale


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