Heimische Trooper erobern und verwüsten den Orto Bar (2025)

foto: IGORAC 2025
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Iron Median
Samstag, 19. 4. 2025
Orto Bar, Ljubljana, Slowenien


Eiserner Durchschnitt? Von wegen!

Nach mehr als drei Jahren bot sich wieder die Gelegenheit, ein Konzert von Iron Median, der einfallsreich benannten Reinkarnation der Železne Dečve, im Orto Bar zu besuchen. Meiner alten Gewohnheit treu geblieben, tauchte ich naiv kurz vor acht Uhr abends vor Ort auf und starrte traurig in die leere Konzerthalle. Der Veranstaltungsbeginn war nämlich für 20:00 Uhr angekündigt.

In der nächsten halben Stunde testete ich gründlich verschiedene Positionen bei den Ablageregalen unter der Bühne (wo stellt man das Bier ab, wie positioniert man den Ellbogen, wie verteilt man das Gewicht zwischen den Beinen) und maß präzise alle Winkel aus, unter denen ich mit meiner ultrahochwertigen 150-€-Handykamera beeindruckende Aufnahmen machen könnte. Dann begannen langsam die erfahreneren Besucher einzutröpfeln, Verwandte, Bekannte, Kollegen und Freunde tauchten auf, sodass das Warten bei einem kühlen Bier und tiefsinnigen Debatten über Gefühle, den Mangel an seltenen Mineralien und darüber, wie der neue Iron Maiden-Schlagzeuger den charakteristischen Nicko-Galopp auf einer Basstrommel hinbekommen soll, angenehm verflog.

Spaß beiseite — aus den Lautsprechern ertönte der bekannte Doktor der britischen UFOlogen, und es galt, seinen Platz vor der Bühne einzunehmen. Der Club füllte sich gut, das Vordrängeln zur Bühne war nicht gerade einfach. Die Jungs legten mit dem Doppel Be Quick or Be Dead und Aces High los, und die Verwüstung, liebes Publikum, hörte bis zum allerletzten Moment nicht auf, als wir fluchtartig in die Berge verschwanden. Ja, das Stück, das Dickinson seit Jahren erhebliche Mühe bereitet, klang in der Darbietung von Iron Median makellos — genau wie das gesamte Konzert. Die Energie war ansteckend, Alena (Steržaj, BFM) riss es mit dem Bass regelrecht über die ganze Bühne. Rok (Tomšič, Metalsteel) und Matjaž Tozon wechselten sich fließend mit leidenden Grimassen, seligen Lächeln, Riffs und Soli ab, und vom Schlagzeuger Tine (Horvat, Dekadent) sah man nur noch Haare und Zähne. Die Bühne kommandierte und beherrschte der außergewöhnliche Sänger Jan (Leščanec, SkyEye), der mit seinen Interpretationen und vokalen Akrobatiken den Geist von Dickinson in dessen besten Jahren heraufbeschwor. Ich werde nicht alle gespielten Songs aufzählen — am meisten begeistert haben mich The Wickerman, Can I Play With Madness mit dem hervorragend ausgeführten mehrstimmigen Intro (das Maiden auf einem ihrer offiziellen Live-Alben so zerfetzt haben) und natürlich das galoppierende The Trooper, bei dem Jan fröhlich mit der slowenischen Fahne wedelte. Eine echte Sache für den nationalen Stolz!!! Auch die beiden DiAnno-Songs Running Free und Iron Maiden kamen hervorragend an. Die Jungs hatten eine Überraschung vorbereitet: die Darbietung von Invaders, das Iron Maiden angeblich noch nie live gespielt haben.

Der Sound war echter Clubsound — hart, leicht dreckig und ordentlich laut. Der Typ am Mischpult hat seinen Job perfekt gemacht, der Gesang donnerte in der ersten Reihe, und alle Instrumente waren klar zu hören und glänzten jeder zum richtigen Moment.

Zwei Stündchen reinrassigen Metal-Ausrastens vergingen viel zu schnell. Die Körper waren aufgeheizt, die Stimmbänder ruiniert, der Metal-Adrenalin im Blut auf dem Höchststand. In einem Moment der Verzückung dachte ich mir: „Gib diesen Jungs die Mittel, die den echten Iron Maiden zur Verfügung stehen, und Jan und Kompanie blasen Bruce und seine Truppe von der Bühne!!!“ Vielleicht übertrieben, aber sicher nicht weit von der Wahrheit entfernt. Iron Median sind mehr als eine Coverband — sie sind die ultimative Metal-Maschine, die mit Herz, Schweiß, Leidenschaft und Können die Flucht in jene metallische Jugendlichkeit beschwört, wie wir sie einst gelebt haben. Up the Irons!!!

Und noch eine Idee für die Band: Lernt für den nächsten Gig The Loneliness of the Long Distance Runner, dann komm ich nicht mehr lebend unter der Bühne raus \m/.

Text und (wahnsinnig gute) Fotos: Igorac


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