Dirkschneider und 40 Jahre Accept-Klassiker „Balls To The Wall“ in Zagreb (2025)
Dirkschneider (supp. The Madcap, Flesh)
Dienstag, 25. 2. 2025, von 19.30 Uhr bis 23.30 Uhr
Zagreb / Boogaloo / Kroatien
Udo Dirkschneider! Ein Name, der jeden rechtgläubigen Liebhaber des old-school Heavy Metal durch so gut wie jeden Tag begleitet. Ein Mann, der so lange auf der Szene ist, dass er wahrscheinlich sogar die Entstehung der Erde miterlebt hat – und ein Mann, der unzählige umwerfende Geschichten in der Tasche hat, mit denen er Heavy-Metal-Geschichte geschrieben hat. Mann, Mythos, Legende. Nicht mehr, nicht weniger! Egal wie man es dreht. Seine einzigartige Stimme steht neben Ronnie James Dio, Ozzy Osbourne, Rob Halford und Lemmy Kilmister als eine der fünf grundlegenden – nennen wir sie ruhig die wesentlichen –, die den klassischen Heavy Metal definieren. Und als Accept und Udo zusammen waren, wurde die Geschichte des Metals geschrieben. Eine bildhafte, einzigartige, unvergleichliche und ewige Geschichte. Eine, die niemals verblasst. Die einen bestenfalls erschüttert. Immer wieder und wieder. Und so bleibt er in seiner Magie zeitlos, atemberaubend und ewig inspirierend.
Wie ihr selbst wisst, ist der einzigartige Herr Dirkschneider seit 1987 mit seiner Band U.D.O. aktiv. Diese Besetzung ist mit einer Reihe fantastischer Studioalben längst in großen Lettern in den Bergmassiv des Metals eingraviert. Nun aber hatte der Mann vor gut zehn Jahren eine ziemlich clevere Idee: den Bandnamen von U.D.O. – nach seinem eigenen Nachnamen – gelegentlich umzubenennen. Dann heißen sie Dirkschneider und spielen auf Tourneen ausschließlich Accept-Klassiker. Strikt. Offenbar funktioniert das besser als ein gemischtes Repertoire aus U.D.O.- und Accept-Klassikern – und nebenbei lässt es sich gleich zweimal verdienen. Mit zwei Tourneen. Aber Achtung: Wenn seine Stimme bei fast 73 Jahren nicht noch immer mit unverminderter Kraft kommen würde – wie eine rasende Wespe, eine ohrenbetäubend kreischende Kreissäge, wie wir sie spätestens seit dem Accept-Album „Balls To The Wall“ kennen –, wäre aus alldem nichts geworden.
Udo bleibt die Stimme auf den ultimativen Accept-Klassikern, zu denen auch das legendäre Album „Balls To The Wall“ gehört. Jemand vom Schlag des Autors dieser bescheidenen Zeilen hätte sich nicht einmal getraut, daran zu denken. Was? Ende März letzten Jahres sind Edita und ich durch die Weiten der Tschechischen Republik gereist und haben U.D.O.-Konzerte in Prag (20. 3. 2024, Rockline Rezension des Konzerts) und Brünn (22. 3. 2024, Rockline Rezension des Konzerts) genossen. Im letzten Jahrzehnt ist es zur Praxis geworden, U.D.O.-Konzerte weit weg von Slowenien zu besuchen. Und ja – am schönsten erlebt man Konzerte dieser Band genau in Tschechien! Nach Tschechien fährt man also vorrangig für Bier und U.D.O.-Konzerte. Doch keiner von uns beiden hätte selbst im wildesten Traum gedacht, dass man Udo und seine Crew weniger als ein Jahr nach der letzten U.D.O.-Tournee ausgerechnet in Kroatien abfangen könnte. Die Landung von Udo und Crew in Zagreb war sogar eine Premiere auf dem Boden unserer südlichen Nachbarin. Und was für ein Konzert! Man kann sagen, dass diesmal die Kroaten und Slowenen brüderlich dafür gesorgt haben. Aber langsam. Dazu kommen wir noch.
Dirkschneider haben genau während der Tournee zum 40. Jubiläum des Accept-Klassikers „Balls To The Wall“ eine neu eingespielte Version des Albums veröffentlicht. Von Kopf bis Fuß. Udo wird auf den zehn Tracks von Gastvokalisten begleitet – und glaubt mir: die Legende stellt alle in den Schatten! Egal wie klangvoll der Name des Gastes auch ist. Einen nach dem anderen. Diese Veröffentlichung gibt dem Mann die zusätzliche Legitimation, eine Tournee durchzuführen, auf der das komplette Album live gespielt wird. So etwas haben nicht einmal Accept je gemacht. Und wenn wir Udo Dirkschneider mit Accept ab 2009 vergleichen, bleibt Dirkschneiders Stimme ultimativ, unverzichtbar und unerreichbar. Bei aller Studio- und Konzertexzellenz der aktuellen, also der Post-Udo-Accept.
Das Konzert im Boogaloo wurde nachträglich hinzugefügt. Die Band hatte die Termine der neuen Tournee bereits Mitte Mai letzten Jahres bestätigt. Ende November 2024 kam dann die Meldung, dass an den Beginn der Tournee ein weiterer Termin angehängt wurde – der in Zagreb. Allerdings mit anderen Vorgruppen als denen, die Dirkschneider durch die übrigen Tourneedaten begleiten (All For Metal, Crownshift). In Zagreb fiel die Aufwärmrolle den einheimischen Flesh und den türkischen Metallern The Madcap zu! Eine Art Exklusivität – und der Zagreb-Stopp von Dirkschneider ist gewissermaßen als eine Art einleitende „Kalibrierung“ zu verstehen, wie die Produktion der neuen Tournee funktioniert, wie sie reagiert und generell, welche Wirkung sie entfaltet. Aber Achtung! Das war keine billige Turnübung oder öffentliche Probe. Es wurde mit voller Kraft gespielt, ohne Überlebende zurückzulassen!
Kommen wir also zum Boogaloo. Das Boogaloo ist ein Zagreber Club, der schlicht und mit einem Wort eines der Besten ist, was in Kroatien je passiert ist. Von den Charakteristiken und Kapazitäten her ist die Ljubljaner Cvetličarna vergleichbar (wobei das CUK Kino Šiška dann doch etwas zu nobel ist). Dorthin kehren wir seit jeher immer wieder gerne zurück. Und auch diesmal war es so. Was mich betrifft, sogar leicht euphorisch – obwohl es bereits mein fünftes Dirkschneider-Konzert war. Aber das alte Rennpferd kommt einfach nicht zur Ruhe.
Um halb acht abends stiegen Flesh auf die Bühne. Sie stürmten die Bühne, die sie sehr gut kennen. Ohne Kompromisse. Ohne Bremsen, mit voller Kraft. Mit aller Vehemenz und Stärke. Mit Feuer, Furor, Freude und Begeisterung. Das war spürbar. Die halbe Stunde verging im Nu, die Band feuerte sechs Tracks ab, durch die sie ihre top eingespielten Qualitäten unter Beweis stellte. Der Sound am Mischpult war sehr gut. Wer vorne stand, konnte die Vocals allerdings nicht gut heraushören. Flesh marschierten also auf die Bühne und lieferten in guten dreißig Minuten eine scharfkantige Version des Heavy Metal, die sich gerne auch auf Charakteristiken des Hard Rock stützt – mit einer ordentlichen Portion Pomp und Bombast. Das Trio hat gerissen. Das Publikum sendete Feedbacksignale, was nur bestätigte, dass die Einheimischen auf heimischem Boden bereits sehr gut bekannt und angenommen sind. Schließlich handelt es sich um ehemalige Jungs aus der Band Animal Drive, in der ihr heimischer Star Dino Jelusić sang (ihn haben wir auf dem Gelände gesichtet, als er gerade durch die Backstage-Tür schlüpfte). Rok Nikolićs roter Rickenbacker dürfte dem einen oder anderen auch auf dem Zagreber ŠRC Šalata am 3. 7. 2019 aufgefallen sein, als Animal Drive vor Whitesnake eröffneten (Rockline Rezension des Konzerts). Nun sind nur noch Flesh übrig. Und es läuft gut für sie. Sie stellten einige neue Tracks vor sowie Klassiker des Debüts „Flesh“ aus dem Jahr 2014!
The Madcap brachten an diesem Abend eine Art Exklusivität auf die Szene. Es handelt sich um klassisch geschulte türkische Metaller aus Ankara, denen es nur selten gelingt, nördlicher als ihre Heimat vorzudringen. Sie sind zwar seit 2015 aktiv, sind aber hauptsächlich im eigenen Land bekannt – wobei es ihnen gelungen ist, auch weiter östlich, in der Ukraine, Fuß zu fassen. Dieses Quartett strahlte an diesem Abend eine besondere Art von Enthusiasmus aus. Dadurch wirkten sie ausgesprochen sympathisch. Die erste Geige der Band spielen Gitarrist und Bandleader Deniz Sayman sowie Sängerin İzgi Gültekin, die beim Konzert dem Teufel persönlich aus ihrer Stimme holte. Das Quartett zeigte echtes Niveau. Interpretatorisch auf jeden Fall. Routine und Erfahrung sind vorhanden. Auch was die Bühnenpräsenz betrifft. Das läuft ihnen verdammt gut! An Eingespieltsein mangelt es ihnen nicht. Sängerin İzgi heizte dem Publikum sogar mit „Hajde Zagreb!“ ein. Äußerst hörbarer Metal, der sich aus der alten Schule speist – darunter sicher auch Maiden. Das Zentrum der Aufmerksamkeit übernahm İzgi mit einem unglaublichen Vokal-Exposé. Ich stand am Mischpult. Keine Unterstützung von dort. Hin und wieder ein Echo-Delay für einen größeren künstlerischen – sagen wir lieber atmosphärischen – Eindruck. Unglaubliche Stimme. Zerstörerische Kraft. Schade, dass die Band in unseren Gefilden oder nördlich von uns nur schwer zu größerer Bekanntheit findet. Sie haben außerordentliches Potenzial. Sie klingen top! Sie erfinden das Rad nicht neu, erfüllen aber alle Kriterien vieler Generationsbands, denen es im Westen Europas angesiedelt eben ein bisschen leichter fällt. Die Band veröffentlichte im November 2023 das Album „Beat the Destiny“, das sie auch ausgiebig vorstellten. Auf das nächste warten wir natürlich. The Madcap brachten ins Boogaloo also eine sehr schöne Bereicherung des Abends.
Und dann waren da Dirkschneider. Das ist eine Truppe, von der man weiß, dass sie aufs Ganze geht. Auf Vollgas. Schon beide Vorgruppen hatten exzellenten Sound (für das Niveau von Vorgruppen). Dirkschneider aber boten schlicht Perfektion. Klanglich. Deutsche Makellosigkeit. Wie bei ihren Autos. Und das Publikum? Bis zu Dirkschneider hatte sich das Boogaloo schön gefüllt. Hervorragend. Nicht zu viel, aber genau richtig, sodass man die ganze Zeit normal atmen konnte. Sagen wir, es waren gut 400 Leute im Club. Und einen Löwenanteil dazu hatte ein ganzes Bataillon slowenischer Anhänger beigesteuert. Generationsübergreifend. Jene, die sich noch lebhaft an den Konzertdebakel vom fernen 25. 5. 2004 erinnern (Rockline Rezension des Konzerts), als U.D.O. im Rahmen der „Thunderball“-Tournee vor einer Handvoll Menschen in der Ljubljaner Cvetličarna aufgetreten waren. Damals kamen nicht einmal 100 Besucher. Und damals hatte Udo bei sich beschlossen, nie mehr in Slowenien zu spielen. Nun aber kann man sagen, dass Slowenen und Kroaten brüderlich ihre Kräfte beim Besuch vereint und gemeinsam eine fantastische Atmosphäre gezaubert haben. Die Band hat das gespürt. Und voll genossen. Von der ersten Minute bis zur allerletzten. Bedenkt: Der Großteil des Konzertpublikums war 40 Jahre aufwärts, viele Besucher hatten die 50 längst überschritten. Doch jene, auf denen die Welt steht – die deutlich jüngeren Liebhaber verzerrter Klänge – besetzten pflichtbewusst die ersten Reihen des Geländes.
Udo Dirkschneider bleibt eine unglaubliche Figur. Nicht nur, dass seine Stimme all die Jahre unberührt geblieben ist – was ihm alle Legitimation gibt, Accept-Klassiker zu performen –, er hat in letzter Zeit auch noch eine weitere große Älteste des Heavy Metal für die Zusammenarbeit gewonnen und in seine Reihen gelockt. Diese Älteste ist mindestens genauso „schwer“ wie Udo selbst. Das ist Bassist Peter Baltes – Udos untrennbarer Accept-Weggefährte! Ein außergewöhnlicher Musiker. Verfeinert. Vollendet. Ein Bassist, dem es keiner gleichtut. Schon allein wegen dieser Konstellation tragen Dirkschneider heute mehr klassische Accept-DNA in sich als die heutigen Accept. Neben der unzerstörbaren Stimmgewalt von Udo Dirkschneider, die keiner einfängt, und der kernigen Statue von Peter Baltes gibt es da noch den „verrückten“, buchstäblich „verrückten“ russischen Gitarristen Andrey Smirnov, ohne den sich die Bands U.D.O. und Dirkschneider in den letzten zwei Jahrzehnten schlicht nicht vorstellen lassen. Ein fantastischer Musiker, der sich buchstäblich in Lebensform befindet, auf seinem kreativen Zenit. Das hat er bereits unzählige Male bewiesen. Im Studio wie auf den Bühnen! Abgerundet wird das Ganze durch Udos Sohn, die fantastische Schlagzeugmaschinerie Sven Dirkschneider, sowie den potenten jungen Gitarristen Fabian „Dee“ Dammers, der sich mit Andrey bereits vor geraumer Zeit fantastisch eingespielt hat und der ebenfalls so manches Gitarrensolo auf seine Schultern nimmt.
Die Band ist bekannt für bis ins letzte Detail ausgefeilte Auftritte. Das Rezept der Band ändert sich über die Jahre kaum, wenn überhaupt. In der Regel stellen sich die Akteure, die gerade die Initiative übernehmen, ins Zentrum der Bühne. Wenn das nicht Udo ist, stehen in der Frontlinie entweder beide Gitarristen oder Baltes im Verbund mit dem einen oder anderen. Natürlich gesellt sich ihnen auch Udo dazu. Geradezu erwartet wird der Moment, wenn Andrey zu seinem ersten Solo ansetzt. Dann gesellt sich ihm auf der rechten Seite vorne Papa Udo dazu, der Andrey mit einem Sack lustiger Grimassen anschaut – wobei auch der Gitarrist mit Grimassen nicht schuldig bleibt. Das gilt gleichermaßen für die erste Mid-Eight-Passage, in der beide Gitarristen gemeinsam agieren. Ganz einfach! Alles für eine gute Party! Und diese Band ist wirklich bis ins kleinste Detail mit allen Tricks geschmiert, um das Publikum im Nu auf ihre Seite zu bringen! In jenen Momenten, wenn beide Gitarristen vorne stehen, stellt sich Udo zum Fuß des Schlagzeugs und wartet ruhig, bis sein Moment kommt und er wieder die Frontposition einnimmt. Alles funktioniert wie aus einem Guss.
Die Band begann sofort zu zerstören. Im ersten Teil packte sie das Repertoire mit Klassikern aus „Restless And Wild“ und „Metal Heart“ voll – wobei seltsamerweise der Titeltrack des Albums „Restless And Wild“ aus dem Repertoire fiel, aber egal. Das Feuer loderte im Nu auf mit Fast As A Shark, dem das exzellente, mitteltempige, aber gierige Living For Tonite folgte. Öl ins Feuer goss einer der besten Songs der gesamten Accept-Karriere – das ist natürlich der eine und einzige Midnight Mover! Mit einem der stärksten Refrains, auch wenn man vom klassischen Heavy Metal insgesamt spricht. Interessant ist bei jedem Konzert (ob von Dirkschneider oder Accept), wenn das brillante Metal Heart bereits im ersten Drittel des Konzerts auftaucht. Das Publikum riss es mit. Doch die größte Überraschung folgte erst. Udo verlässt die Bühne. Peter Baltes übernimmt den Gesang. Die Band nimmt sich der melancholischen Ballade Breaking Up Again vom Album „Breaker“ (1981) an. So wie es das Original verlangt – mit Baltes am Mikro. Für die eingefleischtesten Anhänger von Lied und Werk Accepts zweifellos ein Mini-Höhepunkt des Konzerts.
Nun aber zum zentralen Teil. Dem wesentlichen. Das komplette Album „Balls To The Wall“. Dirkschneider haben sich nicht entschieden, es rückwärts zu spielen. Man könnte darauf kommen, wenn man bedenkt, dass der Titeltrack, der sich auf Position eins des Albums befindet, eigentlich dessen Höhepunkt ist. Dass sie das Album also in umgekehrter Reihenfolge spielen würden. Aber damit haben Dirkschneider sich nicht den Kopf zerbrochen. Den Leuten hat es den Kopf verdreht. Alle haben mitgesungen. Der Refrain, der einer der eingängigsten in der Geschichte des Metals ist! Dann kamen einige Tracks, die Dirkschneider live noch nie gespielt hatten und die Accept seit mindestens 40 Jahren nicht mehr. Losing More Than You’ve Ever Had, Guardians Of The Night, Love Child, Fight it Back… Wahnsinn. Für einen Accept-Fan schlicht Wahnsinn. Mit einer Stimme, als hätte man sie direkt vom Album genommen – also aus dem Jahr 1983. Udo ist in dieser Hinsicht unglaublich. Dieses Album hat einen außerordentlich starken Abschluss mit einer der stärksten Accept-Balladen: Winter Dreams! Außerordentlich. Emotional, leidenschaftlich. Als würden sie es zum ersten Mal spielen, obwohl es sich auf früheren Tourneen schon gerne im Repertoire eingefunden hat. Ein erstklassiger Abschluss, der einfach nach mehr verlangt. Noch mehr.
Da ist also die obligatorische Zugabe. Alle wussten, was folgt. Princess Of The Dawn. Über zehn Minuten lang gedehnt, presst sie aus dem Publikum maximale Reaktionen heraus. Udo und die Crew können das einfach. Mit spielerischer Leichtigkeit beherrschen sie die Menge! Udo ist wie gewohnt sehr direkt. Er macht nicht viele Worte, sondern kommt sofort zur Sache. Das ist die Interpretation! Udo fordert das Publikum ein letztes Mal auf, die Stimmbänder bis an alle Grenzen aufzureißen. Denn es folgt der Knaller Up To The Limit! Das Konzert dauert bereits zwei Stunden. Das Gefühl ist, als wäre das das Ende – und dennoch. Der beliebte metallisierte Rock’n’Roller, den Udo so gerne für die Enden seiner Auftritte aufhebt, ist wieder da! Burning! Mit einem langezogenen Ausklang und mehrfachen Wiederholungen der Hauptphrase und des Refrains hat er bis zum Schluss alle Anwesenden aufgewühlt! So viel feurige Energie und Blitze von überallher. In einem idealen Clubrahmen für genau diese Art von Konzerten! Besser als das kann man sich schlicht nicht wünschen! An einem Ort. Worte reichen schlicht nicht aus. Das muss man erlebt haben!
Das war also das erste Dirkschneider-Konzert auf dem langen Marathonabenteuer zum 40. Jubiläum des Accept-Klassikers „Balls To The Wall“! Bereits beim ersten Halt – ihrem Premierenauftritt in Zagreb – haben Dirkschneider ihre Unerschütterlichkeit, ihren strengen Fokus, ihre perfekte Professionalität und ihre haarkleine interpretatorische Präzision unter Beweis gestellt, bei der kein einziger schwacher Moment zu finden war. Mit einem Wort: erstklassig! Das Meiste, weswegen man zu einem Konzert kommt. Keine Tricks mit Effekten oder vorproduzierten Playback-Teilen. Alles authentisch, direkt und ohne Bremsen. Was du siehst und hörst, das bekommst du auch. Und der unglaubliche Udo Dirkschneider, dieser einzigartige rasende Onkel, dem eine Kreissäge im Hals steckt, bewahrt seine außerordentliche stimmliche Vitalität. Es ist schlicht atemberaubend, dass seine Stimme von Anfang bis Ende der zweistündigen Show diese Explosivität bewahrt. Udo hält das überzeugende Springen zwischen Oktaven aufrecht, ohne dass man auch nur einen Hauch von Abnutzung, stimmlicher Ausquetschung oder Ermüdung spürt. Alles. Von der ersten bis zur letzten Sekunde des mehr als zweistündigen Konzerts ist bis zum Maximum abgeliefert. Wie Dirkschneider sagen: „Up To The Limit!“ Udo bleibt also, bescheiden gesagt, der Eine und Einzige! Mann, Mythos und Legende! Möge es so bleiben!
Autor: Edita Klemen & Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik
Flesh – Setlist:
1. Hammered Down
2. Kings
3. Hellfire
4. Seasons
5. Banners Will Fall
6. Easy Rideth – Heavy Striker
Dirkschneider – Setlist:
1. Fast As A Shark
2. Livin For Tonite
3. Midnight Mover
4. Breaker
5. Flash Rockin‘ Man
6. Metal Heart
7. Breaking Up Again
8. Balls To The Wall
9. London Leatherboys
10. Fight It Back
11. Head Over Heels
12. Losing More Than You’ve Ever Had
13. Love Child
14. Turn Me On
15. Losers And Winners
16. Guardians Of The Night
17. Winter Dreams
—Zugabe—
18. Princes Of The Dawn
19. Up To The Limit
20. Burning

















































