Pavle Kavec ist gestorben!

Pavle Kavec (via Facebook)
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Pavle Kavec ist von uns gegangen – eine der zentralen Figuren aus den Pioniertagen der slowenischen und jugoslawischen Rockmusik. Er war einer der einflussreichsten slowenischen Gitarristen, der durch sein Mentoring zahlreichen talentierten jungen slowenischen Musikern den Weg in die Welt der Musik geebnet hat.

Das Album „Raskorak“, das er 1976 mit dem Trio Oko veröffentlichte, gilt als eines der fundamentalen Monumente nicht nur des slowenischen, sondern auch des jugoslawischen Rocks – in jener längst vergangenen Zeit großer Träume und unerwarteter Rock’n’Roll-Pionierarbeit war es ein Wendepunkt, was die Suche nach abwechslungsreicheren und komplexeren Wegen des Arrangierens und Komponierens angeht, wo Rock und Elemente des Jazz Hand in Hand gingen.

Auf seinem Weg entdeckte Pavle bald seine Liebe zu Person und Werk von Jimi Hendrix. Der legendäre Gitarrenheld wurde zu Kavecs grundlegender Inspirationsquelle. So gründete Pavle bald die Rockband Yeti Experience, mit der er anfing, Hendrix zu spielen. 1971 stieß er zu Skarabej, was ihm als Sprungbrett für die Gründung des Trios Oko diente – das Kavec 1972 ins Leben rief. Drei Jahre vergingen, die Band wechselte ihre Mitglieder, während Kavec durchgehend dabei blieb. 1975 nahmen Oko schließlich ihre erste Single für ZKP RTV Slovenija auf, nämlich den Song Vse sem dal ti, dem auf der B-Seite Spet nazaj Gesellschaft leistete. 1976 nahm die Band für das Label Jugoton ihr einziges Studioalbum auf und veröffentlichte es – das Kultwerk „Raskorak“. Zunächst hatte die Gruppe das Album auf Slowenisch eingespielt, doch auf Vorschlag von Jugoton wurde die Aufnahme auf Serbokroatisch wiederholt!

Noch vor der Veröffentlichung des Albums stand Kavec wieder allein in der Band. Eine Weile spielte er mit Boomerang, dann erneuerte er Oko, das bis 1978 aktiv blieb und dann seine Tätigkeit einstellte.

1983 veröffentlichte Pavle Kavec ein Solo-Studioalbum als Pavel Kavec & Prijatelji mit dem Titel „Hočeš z menoj“. Auf dem Album spielt sein Sohn Mitja Kavec Bass, während Dragan Gajić das Schlagzeug beisteuerte.

Um die Jahrtausendwende belebte der wackere Gitarrist 1998 Oko neu. Noch im selben Jahr erlebte das Album „Raskorak“ seine Neuauflage. 2001 erschien das einzige Livealbum „Live December 2000 (A Tribute To Jimi Hendrix)“.

Auch wenn wir danach keine neuen Eigenkompositionen oder Alben mehr von Kavec bekamen, trat Oko regelmäßig auf verschiedenen Bühnen auf – darunter der fast obligatorische alljährliche Auftritt der Band zum 1. Mai auf dem Gipfel des Laibach Rožnik.

Pavle Kavec gilt als Legende unter den slowenischen Musikern. Er wirkte nicht nur als Mentor junger Musiker, sondern leitete auch seine eigene Musikschule und galt als großer Motivator, der junge Gitarristen anzufeuern und anzuspornen wusste, damit sie auf ihrem Weg der Entwicklung und Reifung die richtige Richtung fanden. Deshalb ist der Abdruck, den er über all die Jahre auf der slowenischen Rockszene hinterlassen hat, ohne Zweifel felsenfest und unerschütterlich!

Und der schmeichelhafte Spitzname „der slowenische Hendrix“ wird Pavle weiter begleiten. Von hier in die Ewigkeit. Ruh in Frieden, lieber Pavle.


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