Nik Turner (Hawkwind) 26. 8. 1940 – 10. 11. 2022

Nik Turner Bandcamp 2022 (press/promo)
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Nik Turner, britischer Musiker, der vor allem durch seine langjährige Mitarbeit bei den Space-Rock-Pionieren Hawkwind bekannt ist, verstarb im Alter von 82 Jahren.

Nik Turner, mit vollem Namen Nicholas Robert Turner, spielte in den vielen Jahren seiner Zusammenarbeit mit Hawkwind Saxofon und Flöte und war zudem ein wichtiges Mitglied, was das Komponieren der Musik betrifft — ebenso als einer der Sänger. Sein Mitwirken bei Hawkwind war außerdem dadurch geprägt, dass er Elemente des Free Jazz in den Sound der Band einbrachte. Bekannt war er auch für das Tragen aufsehenerregender Kostüme, die oft von der Hinterlassenschaft des antiken Griechenlands und des alten Ägyptens inspiriert waren.

Gerüchte über Turners Tod kursierten erstmals am vergangenen Freitag, dem 10. 11. 2022, in den sozialen Netzwerken, gegen fünf Uhr nachmittags war dann auf seinem Facebook-Profil folgende Botschaft zu lesen:

„Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Nik Turner uns verlassen hat – der furchtlose Reiter der Blitze, der am Donnerstagabend friedlich in seinem Zuhause verschieden ist. Er hat sich auf die Reise in die nächste Etappe seines kosmischen Abenteuers begeben, geleitet von der Liebe seiner Familie, seiner Freunde und seiner Anhänger. In dieser neuen Welt, die er nun gefunden hat, werden wir in den Genuss seiner neuen Arrangements kommen.“

Turner schloss sich Hawkwind in der Entstehungsphase der Band im Jahr 1969 an. Saxofon und Flöte spielte er bei den Londoner Space-Rock-Legenden in zwei Perioden: Die erste dauerte von 1969 bis 1976, das zweite Mal stieß Turner zwischen 1982 und 1984 wieder zu Hawkwind. Turner ist auch Autor und Co-Autor einiger der markantesten und bekanntesten Stücke der gesamten Hawkwind-Karriere, wie etwa Master Of The Universe, erschienen auf dem Album „In Search Of Space“ aus dem Jahr 1971, oder Brainstorm, der Eröffnungstrack des Albums „Doremi Fasol Latido“ von 1972. 

Turner stieß ursprünglich zu Dave Brock und Mick Slattery in der embryonalen Entstehungsphase von Hawkwind — als ihr Tourmanager. Für diese Funktion wurde er nicht zuletzt deshalb ausgewählt, weil er Besitzer eines Transporters war, mit dem er Brock und die Kollegen herumkutschierte. Turners einzigartiger, freigeistiger Ansatz beim Saxofonspielen sowie seine Liebe zum musikalischen Expressionismus wurden von Hawkwind geschätzt, und die Band nahm ihn in ihre Reihen auf.

Turner galt von den Sechzigern bis in die Neunziger als britischer Botschafter der Gegenkultur-Bewegung. Turner war auch beim Auftritt der Band beim ersten Glastonbury Festival 1970 dabei, wo er eine Pyramidenkonstruktion auf der Bühne aufstellte. Diese Pyramide wurde in der Folge zu einem der Hauptbühnenbilder weiterer Hawkwind-Auftritte.

Bei einem seiner Ägyptenbesuche trat Turner sogar in einer der Pyramiden auf und nahm dort auf, die Aufnahmen dienten später als Grundlage für das Album „Xitintoday“ aus dem Jahr 1978, das unter dem Namen Nik Turner’s Sphinx erschien. 

Turner ist auch bekannt für seine Zusammenarbeit mit dem Science-Fiction-Autor Michael Moorcock, dem Grafikdesigner Barney Bubbles und Hawkwind-Kollegen Robert Calvert sowie zahlreichen weiteren Künstlern, darunter Sham 69, The Stranglers und Sting. Bei seinem Auftritt beim Isle Of Wight Festival rief ihn Jimi Hendrix auf die Bühne; außerdem spielte er beim Begräbnis von Lemmy Kilmister im Jahr 2016 ein Abschiedssolo auf dem Saxofon.

Die Todesursache ist nicht bekannt.


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