Warlord-Gitarrist William J. Tsamis verstorben im Alter von 60 Jahren!
William J. Tsamis – Gitarrist und Mitgründer der amerikanischen Metal-Band Warlord – ist am Donnerstag, dem 13. Mai 2021, im Alter von 60 Jahren verstorben. Die Todesursache ist nicht bekannt. In einem Interview aus dem Jahr 2017 deutete Tsamis an, dass er an einer schweren Krankheit leide, von der er sich nie werde befreien können – nähere Details nannte er jedoch nicht.
Tsamis gründete Warlord bereits 1980 gemeinsam mit Schlagzeuger und Perkussionist Mark Zonder, weshalb die EP der Band aus dem Jahr 1983 mit dem Titel „Deliver Us“ als Dokument gilt, das den späteren Aufschwung des Power Metal maßgeblich beeinflusst hat.
Die Band war dafür bekannt, dass sich ihre Mitglieder Spitznamen zulegten: Destroyer (Tsamis), Thunderchild (Zonder), Damien King (Sänger Jack Rucker) und Sentinel (Keyboarderin Diane Kornarens). Die Gruppe lehnte alle Optionen ab, bloß ein weiterer Club-Act der Los-Angeles-Metal-Szene zu werden, und wollte stattdessen ihre Promotionaktivitäten auf breiterer Ebene anlegen. Bis heute ist die bekannteste Geschichte jene, wie Warlord für einen Konzertauftritt die Spielstätte The Raymond Theater mieteten – was sich später herausstellte, bis August 2013 auch ihr einziger Auftritt in den USA gewesen zu sein. Dieser Auftritt wurde auch für das erste richtige Langzeit-Dokument der Band „And The Cannons Of Destruction Have Begun…“ , das im Oktober 1984 erschien, aufgezeichnet. Die Aufnahme erschien unter demselben Namen auch auf VHS-Kassette.
Obwohl Warlord 1986 aufgelöst wurden, gelang es ihnen, in Europa genug Interesse zu wecken, sodass sich unter den Fans rund um die Band ein echter Kult bildete. Dazu trugen hervorragende Kritiken in Musikzeitschriften, viele Radiospielungen und der lebhafte Umlauf zahlreicher Demo-Aufnahmen auf Kassetten bei. Ihren Kultstatus in der Metal-Welt festigte die Band später durch das Aufkommen des Internets.
In den Jahren, in denen Warlord ruhten und Mark Zonder zum Schlagzeuger der Progressive-Metal-Legenden Fates Warning wurde, spürte er auf Europatourneen eine enorme Nachfrage nach Warlord seitens der Fans. Deshalb beschloss er, Kontakt zu Tsamis aufzunehmen. Sobald der richtige Zeitpunkt gekommen war, reaktivierten sich Warlord. In der neu aufgestellten Besetzung übernahm HammerFall-Sänger Joacim Cans die Gesangsaufgaben – er galt als glühender Fan von Warlord. So veröffentlichten Warlord 2002 das Album „Rising Out Of The Ashes“, das ausgezeichnete Kritiken erhielt, und traten in jenem Jahr überhaupt zum ersten Mal in Europa auf, nämlich beim renommierten deutschen Festival Wacken Open Air.
Es folgte eine Reihe unglücklicher Ereignisse und gesundheitlicher Probleme – auch innerhalb der Familien der Bandmitglieder –, sodass die Band nach einigen Konzerten erneut pausieren musste. Das dauerte ganze neun Jahre. Im März 2012 reformierten sich Warlord, und Tsamis und Zonder luden Sänger Rick Anderson ein, der in den Achtzigern mit der Band gesungen hatte, sowie den exzellenten Bassisten Philip Bynoe (Ring Of Fire, Steve Vai). Diese Besetzung nahm das Album „The Holy Empire“ auf und veröffentlichte es, das von den Fans erneut mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. So trat die Band im April 2013 beim deutschen Keep It True XVI Festival auf. Warlord verkauften in jenem Jahr in Griechenland alle drei Konzerte aus – das in Thessaloniki und beide in Athen, wobei der zweite Athener Auftritt aufgrund der großen Nachfrage als zusätzlicher Konzerttermin angesetzt wurde. 2014 kehrten Warlord erneut nach Europa zurück und traten dort u. a. beim Festival Bang Your Head!!! auf.
Im Bild: William J. Tsamis beim Warlord-Auftritt am 11. Juli 2014 im Rahmen des Festivals Bang Your Head!!!, im deutschen Balingen (RockLine Fotoarchiv 2006–2021, alle Rechte vorbehalten). Die vollständige RockLine-Rezension dieses Festivaltages könnt ihr HIER nachlesen.
