Tim Bogert (Cactus, Vanilla Fudge) 27. 8. 1944 – 13. 1. 2021

foto: Jeff Hochberg/Getty Images
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Tim Bogert – legendärer Bassist, der für Vanilla Fudge, Cactus und die Super-Rock-Formation Beck, Bogert & Appice spielte –, ist im Alter von 77 Jahren von uns gegangen. Er starb an den Folgen einer Krebserkrankung.

Die Nachricht machte zuerst Bogerts Vanilla Fudge-Weggefährte und Schlagzeuger Carmine Appice publik, der mit Bogert auch bei Cactus und Beck Bogert & Appice gespielt hatte. Carmine widmete seinem Freund auf Facebook ein paar wunderschöne Gedanken und Worte:

„Heute ist mein großer Freund Tim Bogert gestorben. Er war mir wie ein Bruder. Wir waren ganze 50 Jahre lang Freunde.“

„Tim war ein unglaublicher Bassist. Er hat unzählige Bassisten auf der ganzen Welt inspiriert. Er war ein Meister des Bass-Shreddings, mit dem er den Groove hielt, und gleichzeitig hat Tim der Welt ein neues Level an Rock-Virtuosität auf dem Bass präsentiert. Mit seinen Bass-Solos brachte er das Publikum bei Konzerten jedes Mal zur Ekstase. Und jeden Abend spielte er ein völlig anderes Solo. Er war der letzte legendäre Bassist, der aus den Sechzigern hervorgegangen ist.“

„Tim war ein unheimlich intelligenter Mensch. So intelligent, dass wir ihn ‚Spock‘ nannten. Auf jede Frage fand er die richtige Antwort.“

„Ich mochte ihn wie einen Bruder. Ich werde ihn sehr in meinem Leben vermissen. Ich werde unsere Telefongespräche vermissen, die Momente, in denen wir zusammen Witze rissen, über Musik redeten und gemeinsam an die großen Zeiten zurückdachten, die wir miteinander erlebt haben – und daran, wie viel großartige Musik wir zusammen gemacht haben.“

„Vielleicht ist das Einzige, was daran gut ist, wenn man jemanden kennt, der einem sehr nahesteht und gleichzeitig schwer krank ist, dass sich dabei die Gelegenheit ergibt, ihm aufrichtig zu sagen, wie viel er einem bedeutet und wie sehr man ihn liebt. Das habe ich in letzter Zeit mehrmals getan. Und ähnliche Worte kamen zu mir zurück. Zwischen Tim und mir gab es keine ungesagten Worte, und dafür bin ich unendlich dankbar.“

„Ruh in Frieden, Freund. Ich liebe dich. Wir sehen uns wieder. Auf der anderen Seite.“

Bogert war eines der Gründungsmitglieder der Rock-Pioniere Vanilla Fudge. Er spielte auf den ersten fünf Alben der Band: „Vanilla Fudge“, „The Beat Goes On“, „Renaissance“, „Near The Beginning“ und „Rock & Roll“. Vanilla Fudge wurden auf Long Island groß, und wenn sie auf der Bühne standen, konnte ihnen kaum jemand das Wasser reichen. Niemand konnte ihnen die Show stehlen. Kein potenzieller Herausforderer, der die Bühne mit ihnen teilte. Das musste auch Jimi Hendrix am eigenen Leib erfahren.

Vanilla Fudge lösten sich 1970 auf, reaktivierten sich aber in den folgenden Jahrzehnten mehrmals. Appice und Bogert gründeten später Cactus, eine geniale „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Formation, neben deren Rowdytum Vanilla Fudge allenfalls echte Amateure gewesen wären. Verhaftungen wegen Marihuanabesitzes, im Knast verbrachte Nächte, Schlägereien – all das stand ständig auf der Tagesordnung, und Cactus unternahm dabei rein gar nichts, um ihre Gewohnheiten „grenzenloser Charakterfreundlichkeit“ zufällig zu ändern. 

1972 vereinte Tim Bogert seine Kräfte mit seinem Weggefährten Carmine Appice und Gitarrist Jeff Beck, und so entstanden die Super-Rock-Herkules Beck, Bogert & Appice. In den Schützengräben des Experimentierens boten sie eine brillante Brücke zwischen der sich allmählich verabschiedenden Psychedelic-Ära und der Geburt einer Supernova, die Metal, Hard Funk, Soul und Heavy Blues unter einem Dach zu einem einzigartigen künstlerischen Triumph vereinte.

In den folgenden Jahren tourte Tim Bogert mit der Jeff Beck Group und Bo Diddley; außerdem schloss er sich Bob Weir von The Grateful Dead für das Nebenprojekt Bobby And the Midnights an. Bogert wirkte auch am zweiten Album der britischen Band Boxer mit dem Titel „Absolutely“ mit.

Am liebsten aber arbeitete er mit Carmine Appice zusammen. So gründeten die beiden gemeinsam mit dem japanischen Musiker Char das Projekt CB&A, und mit Rick Derringer DBA. In Jahren, die gar nicht mehr so weit zurückliegen, spielten Bogert und Appice bei Hollywood Monsters. Das war eine weitere Super-Rock-Formation, an der auch der amtierende Deep Purple-Keyboarder Don Airey und Neil Murray mitwirkten, der u. a. bei Whitesnake und Black Sabbath am Bass stand.


1 Comment
  1. Matija says

    Legende odhajajo. Ko sem bil mulc, sem mislil, da rockerji igrajo nekje do štiridesetega leta, potem jih pa pamet sreča. Na srečo sem se motil. Večina se jih drži „Rock Til I Drop“.

    S Timom Bogertom sem se spoznal relativno pozno, pred dvema desetletjema, ko sem nabavil Blood From A Stone od DBA. To so bili za rock slabi časi, večina starih bandov si še ni opomogla od mrtvila devetdesetih, tisti, ki so še brcali, pa so še vedno eksperimentirali, da bi našli formulo uspeha. In potem sem nabavil Blood From A Stone in je bilo, kot da tile trije možakarji sploh ne bi vedeli, da je hard rock bil klinično mrtev. Uvodni rif v naslovno skladbo je morilski, še posebej pa bas linija, ki je točno takšna, kot jo imam najraje – zamolkli „bom-bom-bom-bom-bom-bom-bom-bom“.

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