Rupert Hine 21. 9. 1947 – 5. 6. 2020
Gestern ist Rupert Hine verstorben, der renommierte britische Produzent, Komponist und Musiker. Er wurde 72 Jahre alt. Die Todesursache ist nicht bekannt.
In der Rockwelt ist Hine wohl am bekanntesten dafür, dass er für die Produktion zweier Rush-Alben verantwortlich war: „Presto“ (1989) und „Roll The Bones“ (1991).
Stephen W. Tayler, der als Toningenieur mit Hine an beiden Rush-Alben zusammengearbeitet hat, schrieb auf Facebook über den Tod seines Weggefährten: „Es bricht mir das Herz, mich für immer von meinem liebsten und ältesten Freund und Kollegen zu verabschieden, mit dem ich so viele gemeinsame Reisen und wunderbare Abenteuer erlebt und mit dem ich mit so vielen herausragenden Künstlern und an musikalischen Projekten zusammengearbeitet habe. Ich schätze mich glücklich, eine so charmante, liebenswürdige und kreative Seele gekannt zu haben, die zudem mit dem hinterhältigsten Sinn für Humor gesegnet war.“
Hines größten kommerziellen Erfolg erlebte er mit der Gruppe Quantum Jump, der im Mai 1979 mit der Single Lone Ranger der Einzug in die britischen Top Ten gelang. Der britische Komiker Kenny Everett verhalf dem Stück zu zusätzlicher Popularität, da er es als Erkennungsmelodie für seine TV-Shows verwendete.
Vor allem aber machte sich Rupert Hine als Produzent von Alben vieler großer Namen aus der Rock- und auch der Popwelt einen Namen, darunter: Rush, Martin Grech, Camel, Kevin Ayers, Anthony Phillips, Saga, Underworld, Stevie Nicks, Tina Turner, The Thompson Twins, Chris De Burgh, Suzanne Vega, Howard Jones, The Fixx.
Hines Musikkarriere begann in den Sechzigern, als er im akustischen Folk-Duo Rupert & David aufzutreten begann. Einst teilten sie sich die Bühne auch mit Paul Simon. Sie coverten nämlich den Simon & Garfunkel-Originalhit The Sound Of Silence. Für dieses Cover steuerte damals ein 21-jähriger junger Mann namens Jimmy Page die Gitarre bei.
Hines Solokarriere begann mit den Alben „Pick Up The Bones“ (1971) und „Unfinished Picture“ (1973). Gemeinsam mit Caravans Bassisten John G. Perry gründete er die Progressive-Rock-Formation Quantum Jump, die 1976 ihr gleichnamiges Studiodebüt veröffentlichte. Darauf folgte 1977 das Album „Barracuda“. Die Aussichten für die Band waren außerordentlich gut, doch zerbrach sie genau in dem Moment, als The Lone Ranger zum großen Hit wurde. Die Bandmitglieder einigten sich darauf, noch ein letztes Mal zusammenzukommen, als sie das Stück in der Sendung „Top Of The Pops“ aufführten.
In den Achtzigern wandte sich Rupert Hine erneut einer Solokarriere zu und veröffentlichte drei Studioalben: „Immunity“ (1981), „Waving Not Drowning“ (1982) und „The Wildest Fish To Fly“, die von der Musikkritik sehr wohlwollend aufgenommen wurden. Er produzierte auch das Album „One World One Voice“, das dazu beitragen sollte, die Öffentlichkeit für Umweltthemen zu sensibilisieren, und an dem auch Peter Gabriel, Clannad, Kevin Godley, Lou Reed und Sting mitwirkten. Auf Wunsch des Dalai Lama produzierte er zudem zwei „Songs For Tibet“-Alben.