Brain Howe (Bad Company) 22.07.1953 – 06.05.2020
Gestern, am 06.05.2020, verstarb der ehemalige Bad Company-Sänger Brian Howe im Alter von 66 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls. Brian arbeitete im Laufe seiner Karriere auch mit Ted Nugent zusammen und zeichnet als Mitautor des Megadeth-Songs I’ll Get Even von ihrem Album „Cryptic Writings“ (1997).
Am 30.04.2020 hatte Brian Howe einen schweren Motorradunfall, bei dem er sich unter anderem mehrere Rippen brach. Darauf folgte der bereits erwähnte, tödliche Herzanfall. Howe hatte bereits 2017 einen schweren Herzinfarkt erlitten.
Howe schrieb sich in die Geschichte des Rock ’n‘ Roll ein, nachdem er fast ein Jahrzehnt lang als Leadsänger der Rock-Ikonen Bad Company fungierte, wo er Paul Rodgers ersetzte. Howe stieß zu Bad Company, nachdem Mick Ralphs und Simon Kirke 1985 beschlossen hatten, die Band neu aufzustellen. Foreigner-Frontmann Mick Jones empfahl den beiden Howe.
Brian Howe wurde in der Küstenstadt Portsmouth im Süden Englands geboren, seine erste Band waren Shy (gemeint ist hier nicht die gleichnamige Band aus Mittelengland, Anm. d. Red.). Später ersetzte er bei der N.W.O.B.H.M.-Truppe White Spirit den Sänger Bruce Ruff. Bei White Spirit spielte seinerzeit Gitarrist Janick Gers, der später zur Band von Ian Gillan (Deep Purple) wechselte und kurz darauf bei Iron Maiden sesshaft wurde.
Brian Howe schloss sich Ted Nugent 1984 an, mit dem er das Album „Penetrator“ aufnahm und veröffentlichte. Nach dem Ende der Welttournee mit Ted Nugent bekam Howe einen Anruf von Mick Jones, der zu dieser Zeit Ralphs und Kirke beim Neustart von Bad Company unterstützte.
Howe widerlegte mit seinen Auftritten und seiner außergewöhnlichen Stimme die Anspielungen der Kritiker, Bad Company hätten nach Rodgers‘ Abgang keinen würdigen Ersatz. Für das zweite Album der Band mit dem Titel „Dangerous Age“, das 1988 erschien, zeichnete Howe – mit Ausnahme von drei Songs – als Mitautor aller übrigen Stücke verantwortlich. Obwohl Bad Company mit diesem Album ihre vertraute Blues-Rock-Rhetorik hinter sich ließen und sie durch einen polierten, radiotauglicheren Sound ersetzten, bescherte das Album der Band großen Erfolg: In den folgenden zwei Jahren wurden allein in den USA fast zwei Millionen Exemplare verkauft. Das nächste Album, „Holy Water“, das 1990 erschien, erreichte Platinstatus und brachte Bad Company zurück in die Riege jener Headliner, die wieder die größten (Arena-)Bühnen füllten.
Trotz des Erfolgs war Howes Verhältnis zu Ralphs und Kirke stets turbulent und angespannt, weshalb seine vierte Platte für Bad Company – „Here Comes Trouble“ – leider auch seine letzte werden sollte. Nachdem Robert Hart für sehr kurze Zeit in seine Fußstapfen getreten war, kehrte Paul Rodgers 1998 zu Bad Company zurück.
Brian Howe veröffentlichte im Laufe seiner Karriere auch drei Solo-Studioalben: „Tangled In Blue“ (1997), „Touch“ (2003) und „Circus Bar“ (2010). 2017 nahm er außerdem die Single Hot Tin Roof auf und veröffentlichte sie, doch zur Realisierung seines vierten Soloalbums sollte es nie kommen.
Howe war ein großer Patriot und hat mehrfach darüber nachgedacht, den Fußballklub Portsmouth zu kaufen; außerdem war er ein leidenschaftlicher Hundeliebhaber und ausgezeichneter Hundeführer. Seine letzten Jahre verbrachte er in Florida, wo er gelegentlich mit seiner Lokalband auftrat, in der auch der ehemalige Rod Stewart-Gitarrist Paul Warren mit Brian spielte.