Die besten ausländischen und einheimischen Alben des Jahres 2011 nach Wahl von Tine Kolenik

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Trotz allem Klagen über den Niedergang der Musikindustrie und den generischen »autogetunten« Mädels und Jungs an deren Spitze war 2011 ganz sicher eines der besten Jahre des 21. Jahrhunderts, was die Qualität der veröffentlichten Alben betrifft. Wenn die »alternative« Szene in ihrer Sichtbarkeit und folglich in der Füllung der Geldbeutel leidet, kann ich dasselbe von ihrer Kreativität nicht behaupten – die ist nämlich losgelöst von den Sorgen der Musiker rund um den Niedergang der Szene. Die Menge fantastischer Alben auf der ausländischen Szene war schlicht zu groß, um jedes Album so oft anständig durchzuhören, wie man es sich gewünscht hätte und wie es das Album verdient hätte. Die Liste selbst wird sich beim mehrmaligen Hören einiger vernachlässigter Alben aus 2011 wahrscheinlich noch etwas verschieben, wesentliche Änderungen (zumindest ganz oben) wird es aber nicht geben. Fast 100 Alben und EPs wurden durchgehört, daraus wurden Top 10 und sechs Erwähnenswerte (obwohl es davon viel, viel mehr geben könnte) für die ausländische Szene sowie Top 3 und drei Erwähnenswerte für die slowenische Szene herausgefiltert.



Top 10 ausländische Alben:

1. Steven Wilson – Grace For Drowning (Progressive Rock)

Steven Wilson taucht in den letzten Jahren als eines der prominentesten Namen in dem kleinen Meer an Genres auf, in denen er schöpft – vor allem aber ist er als Frontmann der modernen Prog-Rocker Porcupine Tree bekannt. Ihn jedoch nur über Porcupine Tree zu beschreiben, wäre zutiefst untertrieben – der geniale Gitarren- und Tontechnik-Autodidakt geht zwingend über die kurzsichtige Gleichsetzung mit Porcupine Tree hinaus. Mit seinen unzähligen Projekten zeigt er unermessliches Können – sei es an der Gitarre, mit dem Gesang oder durch Klangmanipulation, Mastering und Mixing –, denn er bleibt nie und nimmer bloß innerhalb der Grenzen dieses Retro-Sounds der Siebziger, sondern zieht Einflüsse aus Drone, Post-Punk, Psychedelik, den härteren Spielarten des Metals, Shoegaze, natürlich auch Jazz und nicht zuletzt sogar Pop. Das bestätigen auch seine Projekte: Porcupine Tree mit einer modernen Interpretation des Progressive Rock, Blackfield mit melankolischem Pop-Einschlag und dreiminütigen »Hits«, No-Man nähert sich Wilsons psychedelischer und kosmischer Klangvorstellung an, Bass Communion ist durchdrungen von schweren Bässen und der Wiederholung eines einzigen verzerrten und verschwommenen Tons – das ist schließlich der ganze Sinn von Drone-Klängen –, und in einigen anderen Projekten zeigt sich auch Wilsons Vorliebe für Bands wie The Cure und My Bloody Valentine (in Wilsons Cover-Projekten interpretiert Wilson nämlich »A Forest« der Post-Punker The Cure neu, und Shoegaze spielt eine große Rolle in Steves Debüt »Insurgentes«). Aus all dem folgt das Ergebnis – »Grace for Drowning«, das überhaupt kein Progressive-Rock-Album ist. Aber dann ist »Grace for Drowning« auch kein Musikalbum per se. »Grace for Drowning« ist schlicht Kunst. Die Kunst der Klänge, der Buchstaben und nicht zuletzt der Bilder.

Vollständige Rezension: Steven Wilson – Grace For Drowning

2. *shels – Plains of the Purple Buffalo (Post-Rock)

Vielleicht das Überraschendste an *shels ist, dass die Mitglieder allesamt aus einem Hardcore- und Post-Hardcore-Hintergrund kommen, die Musik das jedoch größtenteils nur durch (sehr seltene) Growls und Screams ihres Frontmanns Mehdi Safi sowie durch instrumentale Ausbrüche widerspiegelt, wo die Gitarren durch Punk- und Noise-Strukturen schneiden. Ansonsten ist die Musik auf den Aufbau ambienter Dimensionen ausgerichtet, durch die sie ganz filmisch verschiedenste Steigerungen, Spannung, Emotionen und Klangvorstellungen einbauen. Einzigartigen Post-Rock zu erschaffen gelang *shels bereits mit ihrem Debüt »Sea of the Dying Dhow«, das wirklich phänomenal und dringend nötiger Regen in der Post-Rock-Wüste war – doch ihr zweites Album »Plains of the Purple Buffalo« ist so viel besser, so überlegen gegenüber dem Debüt, dass dieser offensichtliche Fortschritt wirklich unfassbar ist, zumal ein solcher Fortschritt weder erwartet noch nötig gewesen wäre. »Plains of the Purple Buffalo« verkörpert die gesamte Ideologie des Post-Rocks, der Anfang der 90er-Jahre aufkeimte. *shels haben damit mit ihrem zweiten Album den Post-Rock leicht neu definiert – oder ihn zumindest am Leben erhalten und in der Konkurrenz mit anderen alternativen, experimentellen und progressiven Genres gehalten, wenn nicht gar über ihnen. »Plains of the Purple Buffalo« ist ein Album mit einigen der emotionalsten musikalischen Momente, die ich je gehört habe. Und wenn man je nach zuckersüßen Klischees greifen muss, ist jetzt offenbar der richtige Zeitpunkt: Die Musik von *shels erreicht nämlich das Herz, reißt es auf und peitscht das restliche Blut mit aller Kraft durch die Adern – und flutet die Gehirnzellen gleichzeitig mit Sauerstoff. Einen so starken Eindruck beim Hörer zu hinterlassen, das schafft nur selten eine Platte.

Vollständige Rezension: *shels – Plains of the Purple Buffalo

3. Van der Graaf Generator – A Grounding in Numbers (Progressive Rock)

Van der Graaf Generator sind praktisch die Einzigen unter den Giganten des Progressive Rock aus den 70ern, die ihren Status aus jener Zeit noch halten. Seit ihrer Wiedervereinigung im Jahr 2005 wird jedes ihrer Alben besser, und »A Grounding in Numbers« lässt sich problemlos mit ihren Werken aus der Frühzeit vergleichen. Hammills Stimme ist wie Wein, sein Geist so scharf wie eh und je, und seine Zunge folgt problemlos nach – an britischem, feinsinnigem Witz mangelt es nicht. Die größte Leistung für VDGG und die gesamte Progressive-Szene ist wohl, dass die Band weiß, dass sie im 21. Jahrhundert schöpft – deshalb verbreiten sie keine Nostalgie, sondern ist »A Grounding in Numbers« frisch, anders, nicht retro und damit in der heutigen Zeit relevant. Ein technisch und emotional vollendetes Werk.

Rezension von Peter Podbrežnik: Van der Graaf Generator – A Grounding in Numbers

4. Jakszyk, Fripp and Collins – A Scarcity of Miracles (Progressive Rock)

King Crimson, die das nicht sein dürfen wegen Fripps Launen, haben erneut einen wunderschönen Zusatz zu ihrer unvergänglichen Diskografie geschaffen. »A Scarcity of Miracles« ist eine ambient ausgerichtete Platte, experimentell in der Interpretation einer Fusion aus Jazz und Progressive Rock, mit ätherischen Vocals und herzzerreißenden Fripp’schen »Soundscapes«. Einerseits ein für den durchschnittlichen Hörer gut zugängliches Album, andererseits aber verschlossenes Terrain für konservative King Crimson-Fans. Objektiv betrachtet ist »A Scarcity of Miracles« ein fantastisches neues Werk von Fripp, der diesmal seinen Drang nach Improvisation und Experimentieren auf eine völlig andere Art zeigt als zuvor.

Rezension von Peter Podbrežnik: Jakszyk, Fripp and Collins – A Scarcity of Miracles

5. Bohren & Der Club Of Gore – Beileid (Doom Jazz)

Die deutschen Begräbnis-Jazzisten setzen ihre langsame, traurige und verderbenbringende Jazzmusik fort. »Beileid« ist bereits das siebte Album ihrer Diskografie und setzt ihren traditionellen Sound fort – wirklich langsame Rhythmen mit unheimlicher Orgel und bewegendem Saxofon. Das Neue in ihrer Sammlung ist ein Gesangspart, der im zweiten Stück auftaucht (das ist ein Cover des Tracks »Catch My Heart« der deutschen Heavy-Metaller Warlock) – beigesteuert vom vokalen Chamäleon Mike Patton, besser bekannt als Frontmann von Faith No More, Mr. Bungle, Fantomas usw. »Beileid« wird damit auf der Playlist zusammen mit ihren besten, letzten vier Alben stehen (auf denen Bohren ihren unverwechselbaren Sound entwickelt haben).

6. Radiohead – The King of Limbs (Alternative Rock)

Die immer relevanten Alternativ-Rocker Radiohead haben das Jahr 2011 mit »The King of Limbs« geprägt, das ganz ohne Tamtam erschien. Radiohead kündigten die Veröffentlichung auf ihrer Seite nur fünf Tage im Voraus an, den ersten Track, »Lotus Flower«, enthüllten sie einen Tag vor dem Release. »The King of Limbs« ist abermals eine Platte des Experimentierens, der Suche nach neuen Ansätzen, des Wunsches nach emotionaler Spontaneität durch musikalische Formen. Yorks ätherischer Gesang ist das Einzige, was noch »radioheadig« ist – neben natürlich dem ewigen Drang nach Innovation. Trotzdem ist »The King of Limbs« wieder ein hervorragendes Werk der Briten, das jedem Hörer alternativer Musik problemlos gefallen wird und die Radiohead-Fans wahrscheinlich begeistern dürfte.

7. Opeth – Heritage (Progressive Rock)

Bei Mikael Åkerfeldt merkt man die Zusammenarbeit mit Steven Wilson definitiv – »Heritage« ist nämlich eines der wenigen Alben im Opeth-Mosaik, das keine Growls enthält. Es ist völlig Rock-orientiert, natürlich nach wie vor progressiv, wo die Metaller beweisen, dass sie über ihr »eigenes« Genre hinausgehen. Åkerfeldt hat eine phänomenale, klare Stimme, die er hier auch voll nutzt. »Heritage« soll eine Art Trilogie der Zusammenarbeit zwischen Wilson (der es produziert hat) und Åkerfeldt sein, die anderen beiden Teile sind Wilsons »Grace for Drowning« und das kommende Album des gemeinsamen Projekts von Wilson und Åkerfeldt, Storm Corrosion. »Heritage« ist trotz des teilweisen Retro-Sounds der Siebziger eine fantastische Platte, die Opeth-Fans kontrovers in zwei Lager gespalten hat.

Rezension von Peter Podbrežnik: Opeth – Heritage

8. Sand Snowman – The World’s Not Worth It (Atmospheric Psychedelic Rock)

Multi-Instrumentalist Sand Snowman ist ein echtes Rätsel in der Musikszene. Steven Wilson entdeckte ihn und lud ihn zur Mitarbeit an Porcupine Tree und seinen Soloalben ein. 2011 veröffentlichte Sand Snowman wahrscheinlich seine beste Platte bisher – wieder durchwoben mit einem psychedelischen Ansatz aus ambienten Klängen verschiedenster Instrumente, vor allem aber genial gezupften Gitarrensaiten, auf denen Sand Snowman wirklich ein Genie ist. Eine wirklich märchenhafte Reise, die, wie man es von ihm gewohnt ist, mehrmals in finstere Wälder voller mysteriöser Klänge und unkenntlicher Schatten abdriftet. Auf dem vierten Stück leiht Wilson selbst seine Stimme, was es zum besten und gleichzeitig zugänglichsten Track der Platte macht – trotz wunderschöner Melodien ist Sand Snowman nämlich ein großer Fan experimenteller und komplexer Formen, die er meisterhaft und subtil in seinem Spiel verbirgt.

9. Blackfield – Welcome To My DNA (Progressive Pop / Progressive Rock)

Blackfield halten mit ihrer dritten Platte die Mischung aus progressiven Formen und Pop-Hitlängen aufrecht. Das Gesangs-Duett von Wilson und Aviv funktioniert nach wie vor in perfekter Harmonie, und Melancholie bleibt das Hauptleitbild von Klang und Lyrics. Auch wenn Blackfield nichts extrem Neues bieten, ist »Welcome To My DNA« eine gute Ergänzung zum bestehenden Opus – Neues braucht es gar nicht, denn als Blackfield-Fans wollen wir einfach noch mehr melancholische Duette durch progressive Formen.

Rezension von Aleš Podbrežnik: Blackfield – Welcome To My DNA

10. Beardfish – Mammoth (Progressive Rock)

Beardfish gehören zweifellos zu den aktivsten und sogar besten modernen Progressive-Rockern. Trotz offensichtlicher Einflüsse aus den 70ern bleiben sie der relativen Innovativität innerhalb des Progressive Rock treu. Mit jedem Album werden sie besser und suchen nach Wegen, ihre Musik noch beeindruckender zu machen. Auf »Mammoth« entscheiden sie sich dafür, noch ein klassisches Prog-Rock-Instrument einzuführen – das Saxofon. Das fügt sich unglaublich gut in ihr musikalisches Konzept ein und sorgt bei den Beardfish-Fans für noch ein Quäntchen mehr Erektion.

Rezension von Peter Podbrežnik: Beardfish – Mammoth

6 Erwähnenswerte:

Earth – Angels of Darkness, Demons Of Light 1 (Drone / Doom)

Grails – Deep Politics (Post-Rock)

Yamantaka; Sonic Titan – YT—ST (No Wave / Progressive Rock)

Anthesiac – Null And Void (Alternative / Post-Rock)

Mastodon – The Hunter (Progressive / Sludge Metal)
(Rezension von Sandi Sadar Šobe: Mastodon – The Hunter)

Necro Deathmort – Music of Bleak Origin (Experimental Doom / Noise)


Top 3 einheimische Alben:

1. ŠKM Banda – Rdeči (post-jazz/rock)

Eklektisch, experimentell-progressiv, Noise, Post-Rock, Jazz Noir … ach, egal. Aber trotzdem – alles und noch mehr findet sich in der Musik der fantastischen Prekmurjaner ŠKM Banda. Das slowenische Phänomen veröffentlicht 2011 bereits sein drittes Studioalbum mit dem Namen »Rdeči«, zeigte seine Genialität aber schon viel früher mit dem Debüt »Patentat« vor fünf Jahren sowie »Šamar-Jankom« aus dem Jahr 2008. ŠKM Banda sind damit sicher keine Neulinge auf der slowenischen Szene – es ist jedoch interessant und gleichzeitig traurig, dass sie, außerhalb des Undergrounds, im Ausland mehr geschätzt werden als bei uns. Ihr neuestes, »Rdeči«, ist wirklich ein beeindruckendes Werk. Obwohl die Besetzung rein instrumental ist, zielt die Musik auf so viele Bereiche ab, dass das Ergebnis paradoxerweise gleichzeitig für eine kleine, ausgewählte Zuhörerschaft und für ein breiteres Publikum geeignet ist. Das Album ist dabei nahezu fehlerlos, kompromisslos, aber durchdacht, gefühlvoll, aber intellektuell komplex, mit hervorragenden kompositorischen Finessen. Štefan Kovač Marko banda hat in Slowenien in dieser Art des Schaffens seinesgleichen nicht.

Vollständige Rezension: ŠKM Banda – Rdeči

2. Wrong – Mysterious Sleeping Flyer (Nu-Metal)

 Wrong ist ein wildes Nu-Metal-Projekt, das in seinem Schaffen bis heute – zumindest nach außen hin – nur beeindruckende Erfolge verbucht hat, und setzt das nun mit seinem neuen Album fort – »Mysterious Sleeping Flyer«. Die Platte ist zwar weder komplex noch übertrieben technisch – und auf der anderen Seite auch nicht allzu simpel. Wahrscheinlich ist sie nicht das Ergebnis jahrelanger aufwändiger Berechnungen von Musikarrangements, Noten, Takten, Kontrapunkten, Einwürfen einzelner Instrumente (den restlichen Fachjargon erinnere ich gerade nicht). Aber sie hat dieses gewisse Etwas, das jede Band sucht – sie hat ihren unverwechselbaren Klang, ihren »Sound«. Die ganze Rauheit, die Botschaft, die Melodie, die Gesangsharmonien und der Rest kommen einfach dazu. Auch wenn die Tracks nach demselben Muster gebaut sind, ist genau dieses Muster der Klang, der Wrong zu Wrong macht. Intro, Strophe, Refrain, Strophe, vielleicht noch eine Wiederholung des Refrains, weil er gerade fantastisch ist (also jeder), Schluss. Eine völlig gewöhnliche Formel, die in den Gleichungen aber nur Wrong richtig einzusetzen weiß. »Mysterious Sleeping Flyer« ist damit jedem zu empfehlen.

Vollständige Rezension: Wrong – Mysterious Sleeping Flyer

3. Cynicism Management – Tit (Progressive Metal)

Cynicism Management war bis vor Kurzem noch eine fiktive Band – ähnlich wie Porcupine Tree anfangs nur eine fiktive Idee von Wilson war. Sie war nämlich eine Band in dem entstehenden Buch des Masterminds, Schlagzeugers Borut Praper (das Buch wird den Titel »Epic Tales of Cynicism Management« tragen und auf Englisch erscheinen, da das Projekt ursprünglich – und natürlich noch immer – für den ausländischen Markt gedacht war), der seine Idee als »literarisches Online-Musical in Fortsetzungen« beschreibt (die einzelnen Geschichten der epischen Band-Abenteuer veröffentlichte er nämlich auf einem Blog). Die Musik, die beim Schreiben dieser Geschichten entstand, war also ein Nebenprodukt eines rein literarischen Schaffens. Bald widmete sich die Gruppe, mit der Borut beim Entstehen des Projekts zusammenarbeitete, mehr oder weniger der Musik – was nicht verwunderlich ist, denn es sind schließlich Musiker. Die Gruppe begann bald auch live aufzutreten, weshalb es albern wäre, sich weiterhin als fiktiv vorzustellen – so entstanden die lebendigen, animierten und vor allem lauten Cynicism Management. Das Ergebnis davon ist »Tit«, ein unglaublich ausgereiftes Album, das stellenweise hervorragend und ansonsten im weltweiten Maßstab sehr solide ist. Das exzellente Zusammenspiel finsterer Gitarrenmelodien und ambienter Keyboards mit schwereren Riffs und lauten Basslinien dient eher dem Gesang und den Texten als umgekehrt. Die Musiker lassen sich sehr selten auf längere Soli ein, wie Progressive Music sie normalerweise vorsieht – stattdessen zieren Cynicism Management exzellente lange Intros. Da Borut Praper in erster Linie Schlagzeuger ist, wird dem große Aufmerksamkeit geschenkt – in den schwereren Parts stehen diese im Vordergrund, ansonsten passen sie sich ausgezeichnet der übergeordneten Melodie an. Auf jeden Fall ist das gesamte Album eine Sammlung beneidenswert guten Progressive Rock und sogar Metal, was die slowenische Szene dringend, dringend gebraucht hat. »Tit« ist damit ein Album der Superlative und sicher ein Meilenstein bei uns. Ein Projekt, das sowohl in seiner Grundidee als auch in der Ausführung experimentell ist, muss gehört und als Teil des Mosaiks festgehalten werden, das unser musikalisches Bewusstsein bildet. Vor allem wegen seiner Ambition und überhaupt der Eier und des Köpfchens für so etwas und all das dahinter.

Vollständige Rezension: Cynicism Management – Tit

3 Erwähnenswerte:
 
The Canyon Observer – Chapter I: The Current Of Her Ocean Brings Me To My Knees (Doom / Sludge Metal)
(Rezension von Sandi Sadar Šobe: The Canyon Observer – Chapter I: The Current Of Her Ocean Brings Me To My Knees)

 Demolition Group – Planet starcev (Alternative Rock / Punk)
(Rezension von Sandi Sadar Šobe: Demolition Group – Planet starcev)

Blu.sine – In Color (Trip-Hop)

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