Adis Rückkehr zum Ortofest (2018)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 12.04.2018
Besucherzahl: 400
Eintritt: 6,00€

Adi Smolar ist ein Mann, der den Menschen stets gute Laune bringt. Darüber braucht man keine Worte zu verlieren. Ein Unterhalter durch und durch. Von Kopf bis Fuß. Sein inzwischen volksliedergleich verwurzeltes musikalisches Werk ist über die Jahre Teil unseres Alltags geworden, und seine Poesie ist ein Spiegel des Lebens – nicht nur von Adi selbst, sondern ganzer Generationen aus dem Šentflorjan-Tal. Ein ausdrucksstarker Singer-Songwriter, einer der bedeutendsten Sloweniens, der im Ärmel einen schier unerschöpflichen Vorrat an Poemen trägt, mit denen er dich packt und aufwühlt. Berührt. Emotionen und Leidenschaften weckt. Nicht nur die Poeme selbst, sondern auch sein Interpretationsansatz in Kombination mit überbordender Charisma und, wie gesagt, unglaublich positiver Energie – die selbst in den persönlichen Schwierigkeiten, wie sie unser Alltag mit sich bringt, den Ausgangspunkt für eine Wendung hin zu sprudelndem Optimismus findet.

Es war schön, seinen Namen wieder im Programm des diesjährigen Orto fests zu lesen. Eine Garnison von rund 400 Besuchern kam, um den beliebten Singer-Songwriter zu begrüßen, und sang drei Stunden lang geschlossen und begeistert Adis Evergreens mit – und genoss dabei in vollen Zügen den neuen Auftritt des schelmischen, aber unglaublich geerdetem Predigers.

Adi trat diesmal allein auf der Bühne auf, ohne die Mestni postopači. Na ja, nicht ganz allein. Gesellschaft leistete ihm Damir Jazbec, ein außergewöhnlicher Mundharmonikaspieler und Teil der Mestni-postopači-Crew, der mit seinen meisterhaften Darbietungen einige von Adis Nummern farbenprächtig ausmalte.

Adi, ganz in der Manier einer Persönlichkeit mit außergewöhnlicher Ausstrahlung und Sympathie, konnte auch diesmal nicht enttäuschen. Das Publikum fraß ihm während des marathonartigen Abends seines musikalischen Feldzugs buchstäblich aus der Hand. Besonders interessant ist Adi in den Pausen zwischen den Nummern, die er nicht versäumt, mit einer Fülle persönlicher Reflexionen zu füllen, die in die Botschaften seiner Stücke eingewoben sind. Vor jeder Nummer hielt er erneut eine ausführliche Einleitung und würzte sie mit seinem außergewöhnlichen Sinn für schwarzen Humor, mit dem sich das Publikum mühelos identifiziert. Adi ist eben die Stimme des Volkes, die Stimme der Straße, die Stimme des kleinen Mannes. Ein Erwecker. Es ist schön zu sehen, dass ihn auch junge Leute besuchen – vor allem Publikum, das kaum die Zwanzig überschritten hat –, was bedeutet, dass auch Adi ewig jung bleibt. Mit einem solchen Quell brodelnder Leidenschaft hat er uns zweieinhalb Stunden lang mit Energie und musikalischer Schwingung erfüllt.

Es ist unglaublich, was absoluter Minimalismus an Ausdruckskraft mitbringen kann. Stimme und Gitarre. Mehr brauchst du nicht außer einer Bühne. Natürlich musst du aus dem richtigen Holz geschnitzt sein. Wie unser ewig junger und einzigartiger Songwriting-Ass Adi Smolar.

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