Kataklysm, Vader und Blood Red Throne – Donner und Hölle im Kino Šiška (2026)

foto: ALEŠ PODBREŽNIK 2026
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Auftritte: Kataklysm, Vader, Blood Red Throne
Datum: Donnerstag, 5. 3. 2026
Location: Ljubljana / CUK Kino Šiška / Slowenien


So ein Paket taucht nicht jeden Tag in Slowenien auf. Kataklysm haben hier zwar so etwas wie eine Staatsbürgerschaft erworben oder den Status eines festen Inventarstücks der Konzertlandschaft. Und Vader, für die dieser Auftritt in Slowenien bereits der siebzehnte war, haben sich hierzulande quasi ein bleibendes Denkmal gesetzt. Das Ganze im Doppelpack mit den kultigen Vertretern des norwegischen Death Metal Blood Red Throne. Eine Sünde wär’s gewesen, das zu verpassen. Zumindest für alle Fans extremer Metal-Sounds.

Fünfzehn Minuten nach sieben Uhr abends unterwarfen die norwegischen Death-Metal-Legenden ihre halbe Stunde lange Setlist größtenteils den jüngeren Schaffensjahren. Das Quintett wird nach wie vor vom unerschütterlichen Gitarristen Daniel „Død“ Olaisen angeführt – heute das einzige verbliebene Originalmitglied der aktuellen Besetzung. Die Band lieferte ein kompaktes Projektil in Form einer halbstündigen Messe unerbittlichen Gepeitsches, wobei Gitarrist Ivan Gujić mit seinen serbokroatischen Ansagen zusätzlich Öl ins Feuer goss und die Sympathien des Publikums damit schnell auf ihre Seite zog. Der Fokus lag klar auf dem Material der jüngsten Schaffensphase – den letzten drei Studioalben – wobei das Konzert sowohl mit einer Klassik aus der Frühphase eröffnet als auch beschlossen wurde. Unleashing Hell räumte gleich zu Beginn auf, und als Finale wurde die „Altered Genesis“-Klassik Smite aufgespart. Auch klanglich lieferte die Band sehr ordentlich ab, was bedeutet: Auch der zerstörerische Growl von Sindre Wathne Johnsen kam richtig konkret zur Geltung.

Vader betraten kurz nach acht Uhr die Bühne! Die unverwüstlichen Polen, die seit 1983 die Bühnen unsicher machen, haben die 40-Jahres-Marke längst geknackt! Im Mittelpunkt steht heute längst der legendäre Bandchef, Growler und Gitarrist Piotr Wiwczarek. Das Quartett, in dem Piotr von dem ungemein verlässlichen Gitarristen Marek Pajak und Bassist Tomasz Halicki unglaublich stark unterstützt wird – seit 2022 außerdem mit Michał Andrzejczyk am Schlagzeug – hat einmal mehr seine unantastbare Bühnenstärke bestätigt. Eine altehrwürdige Bestie der alten Schule, die dennoch die Personifikation außergewöhnlicher darstellerischer Überzeugungskraft bleibt. Sagenhafte 45 Minuten – wobei Vader eine ganze Weile brauchten, um das Publikum auf befriedigende Touren zu bringen. Das heißt: Touren, die zumindest ordentliches Moshen erzeugen. Auch wenn sie das Konzert mit der Klassik Sothis vom zweiten Album „De Profundis“ (1995) eröffneten, gefolgt von Fractal Light vom dritten Album „Black To the Blind“ (1997) und dann Wings vom vierten „Litany“ (2000), wirkte das Publikum anfangs ziemlich reserviert. Die meisten waren an diesem Abend offenbar wegen Kataklysm nach Ljubljana gekommen. Doch sobald die Meute aufgewacht war, hörte das Moshen und der Wahnsinn bis zum Ende des Auftritts der legendären polnischen Metal-Extremisten nicht mehr auf.

Die Band hatte ein hervorragendes Repertoire zusammengestellt, das sich stark auf die frühere Schaffensphase stützte! Eingebaut wurden auch drei Tracks aus den EPs „Reign Forever World“ (2000, Titelsong) und The Art Of War (2005, Lead Us!!! und This is War), und das Konzert wurde mit zwei weiteren Klassikern Dark Age (vom Debüt „The Ultimate Incantation“) und Carnal („Black To The Blind“) zu Ende geführt. Der Schlussteil gehörte Helleluyah!!! (God Is Dead), und Piotr hielt das Publikum auch im Finale auf Linie, sodass es in die Choranteile „God is Dead!!!“ einstimmte. Kurz gesagt: Bei Vader bekommst du genau das, wofür der Name steht. Auch nach über 40 Jahren bleiben sie auf der Bühne unglaublich kohärent und überzeugend. Der Sound war ausgezeichnet, und das Konzert hat jeden echten Fan dieser wirklich legendären Formation mehr als zufriedengestellt!

Kataklysm betraten die Bühne kurz nach halb zehn. Die Bühne hüllte sich in nebligen Dunst, durch den infrarote Ziegenaugen (aus der Kulisse des Hintergrundvorhangs) stachen. Die Band lieferte mit voller Professionalität das ab, was man von einer solchen Gruppe erwartet. Allerdings entfachte sie diesmal nicht jene vollständige blasphemische Euphorie, die wir bei einigen früheren Konzerten dieser Band erlebt haben – sei es hier im CUK Kino Šiška oder beim Metaldays Festival.

Die Band spielte zwar auf Vollanschlag. Voll drauf. Doch der ewig charismatische Vokalist Maurizio Iacono, der auch diesmal seine starke Growler-Form unter Beweis stellte, wirkte an manchen Momenten eine Spur reserviert. Die Band hatte nämlich etwas weniger Publikum als erwartet, gemessen an früheren Erfahrungen. Auch wenn der Mann das Publikum zu den üblichen Ritualen aufrief, die Auftritte extremer Metal-Bands begleiten und eigentlich zu erwarten gewesen wären, kam nicht allzu viel zurück. Crowdsurfing? Ja. Aber erst in der zweiten Konzerthälfte, und das war noch schwer vergleichbar mit dem, was das Publikum bei früheren Begegnungen mit der Band hinzulegen imstande war. Früher surften die Leute in Serien über die Menge. Einer nach dem anderen flog auf Händen! In mehreren parallelen Reihen gleichzeitig. Nahezu ununterbrochen.

Naja, die Konzertenergie funktionierte jedenfalls auf mehr als zufriedenstellendem Niveau. Und die Band hat definitiv geliefert. Aber nur so viel wie nötig. Professionell und routiniert. Darstellerisch erstklassig und ohne Patzer. In einer Stunde und fünfzehn Minuten! Ordentlich – aber ohne das erwartete Tüpfelchen auf dem i.

Text: Edita Klemen & Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Blood Red Throne – Setlist
1. Unleashing Hell
2. Beneath the Means
3. Every Silent Plea
4. Itika
5. Vermicular Heritage
6. Smite

Vader – Setlist:
1. In Vaders – taped Intro
2. Sothis
3. Fractal Light
4. Wings
5. The One Made of Dreams
6. Reign Forever World
7. The Book
8. Cold Demons
9. This Is the War
10. Lead Us!!!
11. Triumph of Death
12. Dark Age
13. Carnal
14. Helleluyah!!! (God Is Dead)
15. The Imperial March (Darth Vader’s Theme) – taped outro

Kataklysm – Setlist:
1. Push the Venom
2. Thy Serpents Tongue
3. Goliath
4. Die as a King
5. Prevail
6. Soul Destroyer
7. The Rabbit Hole
8. Drum Solo
9. The Resurrected
10. In Shadows & Dust
11. As I Slither
12. Bringer of Vengeance
13. Crippled & Broken
14. At the Edge of the World
15. Narcissist
16. The Black Sheep


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