War Of Dragons
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Bloodbound
Label: AFM Records
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 45:09
Bewertung: 3.5/5
Bloodbound sind schwedische Power-Metaller. Die Geschichte begann 2004. Das neue Studioalbum »War of Dragons« ist ihr siebtes in Folge und damit ein relativ rascher Nachfolger des 2014 erschienenen »Stormborn«. In den frühen Karriereschritten haben Bloodbound innerhalb der Metal-Kreise für Verwirrung gesorgt, weil sie beim Auftreten Corpse Paintings verwendeten – eine Art Fetisch also, der eigentlich dem Black Metal gehört, obwohl sie sich schon mit dem Debüt irgendwo zwischen Power Metal mit ultramusikalischer Eingängigkeit positionierten, die sich mit der Welt des AOR-Rock verträgt. Die Band bleibt vereint um den Veteranen der Szene, nämlich Keyboarder Fredrik Bergh, bekannt durch seine Führungsrolle bei den namhaften schwedischen AOR-Rockern Street Talk, die seit 1994 aktiv sind und zwischen 1997 und 2006 fünf Studioalben veröffentlichten.
Auch »War of Dragons« ist natürlich thematisch in der wohlbekannten, guten alten nordisch-mythologischen Welt unzerstörbarer und unvergänglicher Wikingerkühnheit verankert. Ein neues Theater des gnadenlosen Drachenschlachtens liegt also vor uns. Bloodbound sind jedenfalls ein kleines Phänomen, das sich seine Fanbasis etwas mühsamer erkämpft hat als die Landsleute HammerFall oder Sabaton – aber es hat geklappt. Und wo ich diese beiden Namen schon erwähne: Es liegt nahe festzustellen, dass auch »War of Dragons« mal an HammerFall, mal an Sabbaton erinnert (Stand And Fight ist eigentlich eine makellose Sabbaton-Kopie, etwas später gesellt sich ihr auf dem Album Fallen Heroes dazu). Bergh ist ein schlauer Fuchs. Ein ausgezeichneter und überzeugender Komponist – und solche Züge versuchen einen breiteren Kreis von Power-Metal-Liebhabern ins Boot zu holen, obwohl Bloodbound das gar nicht unbedingt brauchen: Sie sind im Kern ausgewiesene Power-Metaller, die unter Genre-Kollegen völlig selbstständig und unbelastet ihren Weg gehen können. Interessant ist auch, dass, wenn man HammerFall und Sabbaton im selben Atemzug nennt, die gemeinsame Tournee aller drei Bands im Jahr 2009 nicht unerwähnt bleiben sollte, bei der sie auch in Maribor Halt machten.
Also! Ein neues, glaubwürdig aufgestelltes Bloodbound-Album, das sofort alle Fans der Band greifen werden – und so mancher Power-Metal-Hörer, der auf schwedische klangliche Perfektion und die fürs Ohr sofort anziehende Verbindung aus Wucht und hochgradig eingängiger Musikalität setzt. Auf Kosten generischer Vorhersehbarkeit allerdings, und mit dem Gefühl, dass das Album unter dem Einfluss der bewährt zündenden Kniffe der großen Routine des erfahrenen Bandkopfes und Ideengebers Fredrik Bergh gestrickt wurde.
Da wir die Band vor zwei Jahren in der Gala hala gesehen haben und das Konzert vor dem totalen Kollaps eigentlich erst die Ankunft einer Schar unerschütterlicher kroatischer Power-Metal-Enthusiasten gerettet hat – denn Power Metal wird in Slowenien schlicht nicht mehr gehört (es ist halt »nicht in Mode«) –, muss man für neue Konzerte der Band, im Rahmen neuer Auftritte, diesmal weit, weit ins Ausland fahren.
Blooodbound – Stand And Fight:
Besetzung
Patrik „Pata“ Johansson – Gesang
Tomas Olsson – Gitarre
Henrik Olsson – Gitarre
Fredrik Bergh – Keyboards, Hintergrundgesang
Anders Broman – Bassgitarre
Pelle Åkerlind – Schlagzeug
Produktion
Jonas Kjellgren
Trackliste
1. A New Era Begins
2. Battle In The Sky
3. Tears Of A Dragonheart
4. War Of Dragons
5. Silver Wings
6. Stand And Fight
7. King Of Swords
8. Fallen Heroes
9. Guardians At Heaven’s Gate
10. Symphony Satana 11. Starfall
12. Dragons Are Forever